08.
02.15
12:03

Seuchen und politische Instabilitäten halten Schweinepreise in Schach

PEDv und ASF sowie Ukraine-Konflikt beeinflussen den Schweinefleischmarkt

Die russische Importsperre wird trotz aller Versuche anlässlich der Grünen Woche, eine Teillockerung zu verhandeln, nicht nennenswert aufgehoben werden. Die Begründungen sind unverändert stark vorhanden. Auf der europäischen  Grenzseite nach Russland und Belarus hat sich die Afrikanische Schweinepest erheblich erweitert. In Weißrussland  sollen mehr als ein halbe Mio. Schweine wegen AFP gekeult worden sein, obwohl Meldungen an die Internationalen Veterinärbehörden unterblieben sind. Die Veröffentlichung der Seuchenlage wird mit kriminellen Machenschaften in Verbindung gebracht, um die Schuldfrage von öffentlichen Aufsichtsbehörden abzulenken.

Wesentlich einschneidender sind die Auswirkungen der jüngsten Auseinandersetzungen im Ukraine-Konflikt. Die sich verschärfende Konfrontation nicht nur auf der militärischen sondern auch auf der politischen Ebene werden die Aussichten auf eine baldige Lockerung der Importsperre auf eine jahrelange Bank schieben.  Davon wird die EU am stärksten betroffen bleiben.

Scharfe Einschnitte müssen auch die Russischen Verbraucher hinnehmen. Der gesperrten Schweinefleischimporte konnten nur zu einem kleinen Bruchteil durch Ersatzeinfuhren aus Brasilien und Chile wettgemacht werden. Die Anstrengungen einer verstärkten Eigenerzeugung werden erst in Jahren wirksam. Dabei hemmen allerdings die hohen Inflationsraten  und Fremdzinsen bis zu 25 % jegliche größere Investitionsbereitschaft.  Verringerte Einnahmen aus dem Energieexportgeschäft  dämpfen darüberhinaus  die verfügbare Kaufkraft der Verbraucher.  Das russische Volk ist nicht nur leidensfähig, sondern auch ein großer Könner der Improvisation. Das gilt insbesondere auf dem Lande.

In den USA richtet sich das Augenmerk in den Monaten Febr. und März 2015 auf die Ausbreitung der PEDv-Seuche, eine tödliche Durchfallerkrankung bei Saugferkeln. Die kalte Jahreszeit ist erfahrungsgemäß Motor für eine hohe Verbreitungsrate, weil die Hygienemaßnahmen weniger stark wirksam werden. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass das Virus über mehrere 1.000 km vom Wind verbreitet wird, ohne an Ansteckungsgefahr zu verlieren.

Die wöchentlich neu auftretenden Fälle werden von den Veterinärbehörden untersucht und gesammelt. Die Zahlen steigen gegenüber den Vormonaten signifikant an und liegen zurzeit auf halber Höhe zum Vorjahreszeitraum. Es besteht die Hoffnung, dass der vorjährige Umfang nicht erreicht wird, weil die Vorkehrungen wesentlich umfangreicher  und in Teilen auch effizienter geworden sind.

Die hohen Gewinne 2014 in der US-Schweinehaltung haben dazu beigetragen, dass die US-Schweinebestände um 4 bis 5 % gestiegen sind. Beibehalten wurden die um 5 kg höheren Schlachtgewichte, die seinerzeit als Teilausgleich für fehlende Stückzahlen gedacht waren. Sollte es gelingen,  die PEDv-Seuche in Grenzen zu halten,  erwartet man in den USA überdurchschnittlich hohe Schweinefleischmengen im Verlaufe des Jahres 2015. Schon jetzt gehen  die Terminkurse für die Sommerperiode auf Tauchstation mit Werten von 1,4 $ je kg bzw. nach aktuellen Umrechnungskursen von 1,12 $ je € von 1,25 €  je kg.

Der weitgehend stabile Inlandsverbrauch wird dazu beitragen, dass ein wesentlicher Teil des zusätzlichen US-Schweinefleischaufkommens in den Export gedrängt wird. Das wiederum wird die internationalen Schweinepreise unter Druck setzen. Als zweitgrößter Exporteur von Schweinefleisch nach den USA werden die EU-Ausfuhren davon in Mitleidenschaft gezogen werden.

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