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11.14
13:32

Tierseuchengefahren: Geflügelvirus und Afrikanische Schweinepest

Tierseuchen rücken bedrohlich näher

Mit dem Auftreten des gefährlichen Geflügelvirus H5 N8 in einem Putenbetrieb in der Nähe von Greifswald wurde die Aufmerksamkeit wieder auf das Tierseuchengeschehen gelenkt. Der infizierte Betrieb wurde zwischenzeitlich vollständig geräumt. Als vermutliche Einschleppungsursache werden in der Nähe liegende Rastplätze von Vogelzügen angesehen. Weitere Infektionen sind nicht gefunden worden. Das Virus H5N8 könnte möglicherweise auch für den Menschen gefährlich werden.  

Das trifft für den Virus der Afrikanischen Schweinepest nicht zu. Aber dafür ist der Verursacher dieser Erkrankung für die Schweine umso gefährlicher. In der perakuten Form sterben die Tiere innerhalb von 48 Stunden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde in diesem Jahr (Jan/Febr) erstmals auf polnischen Boden an zwei verendeten Wildschweinen festgestellt. Bekanntlich hat Russland die Gelegenheit wahrgenommen, sämtliche Schweinefleischimporte aus der EU zu sperren. Zwischenzeitlich wurde die Importsperre als Gegenmaßnahme in Sachen Ukraine-Konflikt neu begründet und erweitert. Damit geriet die ASP-Problematik in den Hintergrund.

In der Zwischenzeit hat sich das ASP-Problem jedoch erheblich verschärft. Von Polen und Russland aus hat sich der Virus über die Wildschweinbestände in allen baltischen Staaten verbreitet und systematisch festgesetzt. Die vorrangigen Einzelfälle betreffen zunächst nur die Wildschweine, aber in zunehmendem Maße die in Hinterhöfen ohne große Schutzvorkehrungen gehaltenen Hausschweine. Zwei Großhaltungen mit  mehr als 20.000 Mastschweinen wurden bereits gekeult.

Bis in die jüngste Zeit (5. Nov. 2014) häufen sich die bestätigten Funde. Die zunehmende Intensität der Erkrankungen wäre erklärbar mit der Futtersuche in der Herbstphase. Die Häufung der Fälle läßt den Schluss zu, dass sich das Virus in den Wildschweinherden festgesetzt hat. Eine Bekämpfung durch Impfstoffe ist nicht möglich. Es bleibt nur die Ausrottung der der Bestände, ein Unterfangen, das angesichts der Wildwanderungen über Grenzen hinweg unmöglich erscheint.  

Neben der großen Gefahr einer Infektion in deutschen Schweineställen stellt sich die Frage nach einer Grenzöffnung für EU-Schweinefleisch nach Russland in einer völlig anderen Dimension. Selbst wenn es auf absehbare Zeit eine Einigung im Ukraine-Konflikt erreicht werden sollte, bleibt immer noch das Problem der Afrikanischen Schweinepest als Grund für eine Fortsetzung der Einfuhrsperren in gleicher oder abgewandelter Form.

Die russischen Interessen sind seit mehr als einem Jahrzehnt auf die Autarkie bei der Schweinefleischversorgung  ausgerichtet. Die jetzige politisch bedingte Sperre ist eine willkommene Gelegenheit, die eigene Schweinefleischindustrie mit öffentlicher Unterstützung aufzubauen. Das dauert erfahrungsgemäß mehrere Jahre. Sollte in dieser Zeit die Selbstversorgung tatsächlich gelingen, besteht kaum noch Einfuhrbedarf. 

Die Verhinderung der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest bleibt ein Dauerproblem. Die jüngsten Funde in der Ukraine zeigen, wie weit verbreitet das Virus jetzt schon ist.

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