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05.14
17:02

USA: Versorgungsengpass bei Schweinefleisch in den kommenden Monaten

USA PEDv: weniger Schlachtzahlen – aber höhere Schlachtgewichte – reicht das?

In den USA werden in den kommenden Monaten die Schlachtzahlen in zunehmendem Maße wegen der PEDv-Seuche fallen. Der Tiefpunkt wird in den Monaten Juli-August 2014 erwartet. In diese Zeitspanne hinein fällt die Barbecue-Saison mit jahreszeitlich überdurchschnittlich hohem Verbrauch.  Eine Versorgungsknappheit ist absehbar, zumal kein Ausgleich über knappes und teures Rindfleisch zu erwarten ist. Allein Geflügelfleisch könnte ein wenig zur Entspannung beitragen.

Die Preise für die Schlachtschweine sind bereits jetzt auf Rekordhöhen von über 2 € je kg gestiegen. Für die Sommermonate erwartet man noch weitere Kurssteigerungen, allerdings nicht mehr in bisherigem Maße.

Die aktuellen Preissteigerungen haben bereits jetzt schon zu steigenden Schlachtgewichten geführt, die gemessen am mehrjährigen Durchschnitt um + 5 kg höher ausfallen. Bei 2 Mio. wöchentlichen Schlachtungen fallen rd. 10.000 t mehr Fleisch an, die zurzeit mehr als ausreichend sind, die aktuell noch moderat gefallenen Schlachtzahlen zu kompensieren. Es wird Ware auf Lager genommen. Aber reicht das?

Für die kommenden Monate spitzt sich die Lage zu. Der kritische Punkt wird im August 2014 erreicht sein, wenn mit Schlachtausfällen in Stückzahlen zwischen 12 bis 15 % bzw. rd. 250.000 weniger Schlachtungen je Woche gerechnet wird. Unterstellt man jahreszeitlich übliche Schlachtgewichte von 91 kg, errechnet sich ein Verlust von 22.750 t je Woche. Demgegenüber könnte eine angenommene Schlachtgewichtserhöhung von 8 kg bei verbleibenden 1,75 Mio. Schlachtungen ein höheres wöchentliches Schlachtaufkommen von 14.000 t bewirken. Per Saldo verbleibt ein Schlachtdefizit von rd. 9.000 t bzw. 6 bis 8 % bezogen auf eine Woche. Dabei ist der saisonale Mehrverbrauch noch nicht berücksichtigt.

Weitere Schlachtgewichtserhöhungen je Schwein stoßen an Grenzen des Absatzes der zunehmenden fetthaltigen Teilstücke sowie der Wirtschaftlichkeit der Erhöhung des Mastendgewichtes, weil die Futterverwertung erheblich schlechter wird.

Zur Sicherstellung der Inlandsversorgung werden die USA auf Teile ihrer Exporte verzichten müssen. Es wird ohnehin schwierig sein, bei den hohen Ausgangspreisen im internationalen Wettbewerb mithalten zu können.

Möglicherweise schafft der freiwerdende Handelsspielraum Chancen für den zweitgrößten Exporteur die EU. Allerdings sollte man die Erwartungen nicht zu hoch hängen.

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