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USDA: US-Schweinemarkt auf Erholungskurs - aber fallende Schweinekurse

USDA-Schätzung – mittel- bis längerfristige US-Schweinefleischerzeugung und Schweinepreise

Im Rahmen  einer vorgezogenen Veröffentlichung der jährlichen Langzeitprognosen hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Erwartungen zur weiteren Entwicklung auf dem amerikanischen Schweinefleischmarkt kundgetan. In den beiden zurückliegenden Jahren 2013 und 2014 würde der US-Markt von der PEDv-Seuche (tödliche Durchfallerkrankung bei Saugferkel) heimgesucht. Ausfallraten bis zu 15 % wurden teilweise durch höhere Schlachtgewichte abgefangen. Dennoch stiegen die Schweinepreise 2014 in der Spitze deutlich über 2 $ je kg. Der Seuchenzug hat zwar eine Intensität abgenommen, bleibt aber weiterhin virulent. Die entscheidende Phase wird jedoch die kalte Winterzeit 2015 werden.

Für nicht bis wenig betroffene US-Schweinehalter war 2014 eines besten Jahre, die sie je erlebt haben. Unternehmergewinne bis zu 70 $ je Schwein waren in den letzten Jahrzehnten völlig unbekannt.

Für das Jahr 2015 schätzt das USDA einen Wiederanstieg von Produktion und Verbrauch in der Größenordnung um 4,5 %. Der Export wird ebenfalls leicht höher eingestuft. Die Schweinepreise sollen jedoch das Vorjahresniveau nicht mehr erreichen, sollen sich aber  dennoch für US-Verhältnisse auf ungewöhnlich hohem Niveau zwischen 1,80  und 1,90 $ je kg einpendeln. Angesichts der jüngsten Entwicklung auf dem internationalen Schweinemarkt dürfte diese Einordnung am oberen Ende der Möglichkeiten liegen.

Für das Jahr 2016  wird nochmals mit einem kräftigen US-Angebotsschub auf über 11,5 Mio. t Schweinefleisch gerechnet. Die Inlandsnachfrage soll zwar nicht im gleichen Maß mitziehen, dafür sieht man jedoch steigende Exportmöglichkeiten. Das Preisniveau soll auf 1,75 $ je kg zurückfallen.

Für die Restperiode des Betrachtungszeitraums werden durchschnittliche Wachstumsraten bei der Produktion, Verbrauch und Export unterstellt.

Die US-Schweinepreise sollen weiterhin nachgeben. Das Niveau früherer Jahre von 1,50 bis 1,60 $ je kg wird ab  2017 und danach  prophezeit. Allerdings handelt es sich dabei um eine grobe Orientierung, ohne Berücksichtigung von unbekannten jahresspezifischen Ereignissen.

Die möglichen Auswirkungen des US-Schweinemarktes auf die europäische Schweinehaltung sind unter dem Blickwinkel der wachsenden Konkurrenz zwischen den beiden weltweit größten Exportländern zu betrachten. Die USA werden sich wieder stärker um die Einfuhrländer in den asiatischen Regionen bemühen. Die EU wird aller Voraussicht nach mit und ohne russische Grenzöffnung erhebliche Probleme mit der Überschußverwertung im Drittlandgeschäft haben. Selbst eine Wiederzulassung der Russlandausfuhren wird nicht zu den alten Möglichkeiten des Absatzes früherer Jahre zurückführen. Die wirtschaftliche Einkommensschwäche und der starke Kaufkraftverlust der russischen Währung reduziert das Einfuhrpotenzial auf einen Bruchteil früherer Jahre.

Unsicher bleibt auch die Einschätzung des Eurokurses. Die zurzeit schwache Entwicklung begünstigt zwar die Exportchancen gegenüber den Mitbewerbern, aber das Importpotenzial ist klein und stark umkämpft.  

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