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08.15
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Volle US-Fleischkühlhäuser - Preisdruck: im Exportwettbewerb auch für die EU

US-Kühlhausbericht vom 31. Juli 2015: noch mehr Fleischvorräte

Die jüngste Bestandsaufnahme der Fleischvorräte in den amerikanischen Kühlhäusern hat eine weitere Steigerung ergeben. Allein für die Hauptfleischarten von Rind, Schwein, Hähnchen und Puten wurden  über 1 Mio. t  Vorräte  ermittelt. Gegenüber dem Vormonat hat eine Steigerung von rd. 3 % stattgefunden. Im Vergleich zum Vorjahrestermin liegen die Bestände um rd. 20 % höher. Der Juli-Bestand überschreitet deutlich die obere Linie der Spannbreite der  Zeitspanne von 2010 bis 2014.

Den größten Anteil mit rd. einem Drittel an den Vorräten nimmt das Hähnchenfleisch ein. An zweiter Stelle rangiert Schweinefleisch mit mehr als 25 %. Auf Rind- und Putenfleisch entfallen jeweils rd. 20 % der Bestände.

Die wesentlichen Gründe für das hohe Niveau sind die gestiegene Erzeugung an Schweine- und Geflügelfleisch sowie das Problem der währungsbedingten Exportschwierigkeiten. Im Geflügelsektor hat die Vogelgrippe für zusätzliche Probleme gesorgt, weil potenzielle Einfuhrländer aus Sorge vor der Einschleppung der Seuche ihre Grenzen dicht gemacht haben. Obwohl Hähnchen von der Epidemie fast kaum betroffen waren, sondern im Wesentlichen Legehennen und Puten geht die Nachfrage nach Geflügelfleisch ohne weitere Differenzierung zurück.

Nach der PEDv-Seuche in den Jahren 2013/14  bei den Schweinen hat eine nachfolgende enorme Ausdehnung der US-Schweinefleischerzeugung den Inlandsverbrauch und die Exportmöglichkeiten überfordert. Der Vorratsaufbau in den Frühjahrsmonaten für die Bedarfsdeckung in der Grillsaison ist überdurchschnittlich groß ausgefallen. Üblicherweise werden die Bestände zum Herbst/Winter wieder reduziert werden. Das hohe Ausgangsniveau in diesem Jahr läßt Zweifel daran aufkommen, dass der Bestandsrückgang ausreichend groß ausfällt.

Eine fortgesetzt laufende US-Fleischerzeugung auf hohem Niveau und die ungewöhnlich hohen Fleischvorräte drücken auf die Preise. US-Schweinepreise werden für den Monat September 2015 zwischen 1,30 bis 1,40 € kg gehandelt. Für die späteren Termine sind weitere Kursrückgänge zu erkennen.  Die bisher hohen US-Rindfleischpreise von über 5 € je kg zeigen ebenfalls Schwächetendenzen. Der starke Dollarkurs macht US-Fleischexporte wenig wettbewerbsfähig. Die Folge ist, dass die Einstandspreise weiter nachgeben müssen.

Die EU und USA sind weltweit die beiden größten Exporteure von Schweinefleisch mit einem Handelsanteil von jeweils rd. 30 %. Ein niedriges US-Schweinefleischpreisniveau begrenzt im Wettbewerb auch die Möglichkeiten der EU,  in den kommenden Monaten dringend notwendige höhere Schweinepreise durch verstärkten Export zu erlösen.

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