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02.15
15:06

Vorschlag für eine PLH-Aktion wird vorbereitet

EU-Kommissar Hogan bereitet Vorschlag für eine PLH-Aktion Schweinefleisch vor

Eigentlich ist man sich in Expertenkreisen einig: eine staatlich finanzierte private Lagerbeihilfenaktion für Schweinefleisch ist kontraproduktiv. Die zurückliegenden  Erfahrungen mit diesem Instrument sind wenig überzeugend.

Für  besonders kritische Preissituationen auf dem Schweinefleischmarkt  sind europäische Beihilfezahlen für die private Einlagerung von Schweinefleisch vorgesehen. Dabei werden Teilstücke vom Schwein für eine Zeitspanne von 3 bis max. 6 Monate vom Markt ferngehalten, um auf diese Weise die Marktpreise zu stützen. Seit den 90er Jahren bis heute haben 6 solcher PLH-Aktionen  stattgefunden. 

Das Angebot ist freiwillig. Interessierte Marktteilnehmer geben die Teilstücke für eine festgesetzte Zeit in ein versiegeltes Privatlager und erhalten für den Aufwand einen Kostenausgleich. Lagerzeiten von 3 bis 6 Monaten erfordern solche Zuschnitte vom Schwein, die lagerfähig und lagerwürdig sind. Damit sind bereits  alle Frischfleischteilstücke ausgeschlossen.

Frischfleisch vom Schwein ist aber in hohem Maße wertbestimmend. Das klassische Beispiel dazu ist der Lachs mit einem Gewichtsanteil von 7 bis 8 kg, der im Frischfleischgeschäft zwischen 8 und 10 € je kg kostet. Damit erreicht allein dieses Teilstück einen Wertanteil, der über 50 bis 70 % am gesamten Schwein ausmacht. Auch Kotelettstränge mit Preisen zwischen 4 und 6 € /kg gehören zu den werttragenden Elementen vom Schwein. Die hohen Preise können aber nur im Frischgeschäft erzielt werden.

Für das Lagergeschäft eigen sich nur die weniger wertvollen Teilstücke wie Bauchspeck und andere fettreichen Abschnittsteile. Es liegt auf der Hand, dass der preisstützende Effekt einer Zwischenlagerung mit Niedrigpreisstücken aus dieser Sicht wenig erfolgversprechend ist.

Lagermengen und Lagerzeiten werden öffentlich bekannt gegeben. Marktteilnehmer wissen also gut darüber Bescheid, wann welche Mengen wieder in den Markt zurückfließen. Die Folge ist eine starke Zurückhaltung der eigenen Vorratswirtschaft. Damit wird ein preisstützender Effekt vermindert.

Die kurze Zeitspanne der Zwischenlagerung führt dazu, dass die eingelagerten Teilstücke gerade zum Zeitpunkt der Preiserholungsphase wieder in den Markt zurückgeschleust werden. Das gerade angestiegene Preisniveau wird damit wieder in Frage gestellt. Die Zeitdauer niedriger Preise verlängert sich  

In der Vergangenheit gab es Beihilfeaktionen um ein Preisniveau von 1,30 € je kg. Diese Preissituation scheint nach aktuellem Kenntnisstand überwunden zu sein. Von daher stellt sich die Frage, ob eine  PLH-Aktion jetzt noch zeitgemäß ist und eigentlich um mind. 1 Monat zu spät kommt. Auch die Perspektiven zurückgehender Schlachtzahlen, eine in der Vorbereitungsphase stehende  Grillsaison und  eurokursbedingt günstiger Exportmöglichkeiten sprechen dagegen, jetzt noch eine PLH-Aktion einzuleiten.

Möglicherweise handelt es auch nur um einen politischen Schachzug,  guten Willen gezeigt zu haben, nachdem man sich monatelange gesträubt hat.

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