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04.14
18:13

Weniger PEDv-Fälle in USA - Schwerste Folgen stehen noch bevor

PEDv-Fälle in den USA nehmen zwar ab, bleiben aber auf hohem Niveau

Die wöchentlich festgestellten Fälle der tödlichen Durchfallerkrankung bei Saugferkeln  (PEDv) in den USA zeigen nach Monaten eine rückläufige Entwicklung eingeschlagen. Allerdings hatte man nach der kalten Jahreszeit mit deutlich größeren Abnahmeraten gerechnet.  Eine Ursache der epidemieartig sich ausbreitenden Erkrankung wird in der begrenzten Effizienz der Hygienemaßnahmen an den Transportfahrzeugen bei Frosttemperaturen  gesehen.

Die US-Bundesbehörden haben ein Programm aufgelegt, das die Ausbreitungsfaktoren genauer erfassen will. Die Einzelheiten sind noch nicht präzise benannt worden. Erfolge einer solchen Aktion wird man jedoch erst mit 6-monatiger Verspätung am Markt erleben. Bis dahin wird der US-Schweinefleischmarkt mit der Seuche leben  müssen.

Dabei stehen die schlimmsten Auswirkungen erst bevor. Wenn man die 6-monatige Verzögerung zugrunde legt, dann sind die aktuellen Schlachtausfallzahlen in einer Höhe von 5 bis 6 % auf den Vorjahreszeitraum zurück zu datieren:  Anfang November 2013  mit wöchentlich registrierten Fällen von 70 bis 80 Betrieben. Allerdings bleibt offen, inwieweit zu Beginn der Epidemie bei begrenzter Aufmerksamkeit und unvollkommenen Kenntnisstandes alle Fälle erfasst wurden.

Nach November begann eine weitere Ausdehnungswelle bis in den Jan-2014 hinein mit Zahlen, die auf 150 Betriebe je Woche anstiegen. Der bisherige Höhepunkt mit einer Verdoppelung auf über 300 Betrieben trat in den Monaten Febr/März 2014 ein.

Demzufolge werden die Schlachtzahlen in den USA bis in den August 2014 mit zunehmender Geschwindigkeit abnehmen. Zwar wird eine Erleichterung dadurch eintreten, dass die Schlachtgewichte höher ausfallen werden, aber das kann nur eine Teilkompensation sein. Voraussichtlich werden auch die Einfuhren aus Kanada wieder stärker zulegen, um einen weiteren Teilausgleich zu bewerkstelligen. Auch der schon eingesetzte Vorratsaufbau könnte Milderung bringen. Allerdings darf man sich davon nicht allzu viel versprechen, denn die Schlachtzahlen sind bereits jetzt schon knapp.

Die Sommermonate bilden den Verbrauchshöhepunkt im Laufe eines Jahres, weil die Barbecue-Saison regelmäßig zu einem vermehrten Fleischkonsum führt. Verschärft wird die Angebotslage durch das knapp verfügbare Rindfleisch in diesem Jahr. Dagegen könnte das erhöhte Geflügelfleischaufkommen zu einer gewissen Dämpfung der knappen Versorgungslage beitragen.

In jedem Fall bleiben die US-Schweinekurse auf hohem Niveau, auch wenn die Börsenkurse in der der ersten Panikreaktion weit über das Ziel hinausgeschossen waren. Eine sich ausweitende Differenz zwischen verringerten Angebot und steigender Nachfragepotenzial in beachtlicher Größe steht jedenfalls erst noch bevor.

Heute stellt sich zunehmend die Frage, ob und inwieweit die eingeleiteten Maßnahmen greifen, um eine weitere Eindämmung der Seuchenausbreitung wirksam zu bekämpfen. Allerdings gibt es darauf noch keine klare Antwort. Die Hoffnung besteht, dass mit wärmeren Temperaturen die wöchentlichen Seuchenfälle abnehmen könnten. Eine Gewähr übernimmt jedoch keiner.

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