02.
02.16
15:24

Woher stammen die Schweinefleischimporte Chinas?

Chinas Schweinefleischimporte stammen in wachsendem Umfange aus EU-Ländern

Rund 1,4 Mio. t Schweinefleisch hat China im Durchschnitt der letzten Jahre eingeführt. Für 2015 und 2016 wird mit weiter wachsenden Importmengen gerechnet, weil die chinesische Eigenversorgung zurzeit einen Erzeugungseinbruch durchläuft.

Noch im Jahre 2011 kamen mehr als 50 % der Einfuhren aus Nordamerika mit dem Übergewicht USA.  5 Jahre später liefern die USA nur noch 300.000 t, während  die Kanadier ihren Anteil halten konnten.

Die Gründe für den US-Rückgang sind vielfältig. China weist Schweinefleisch, das mit dem Wachstumsförderer Ractopamin  erzeugt wird ab. Das Mittel ist jedoch in den USA erlaubt. Im Jahre 2013/14 erlebten die USA eine PEDv-Epidemie mit einer massiven Kürzung des verfügbaren Schweinefleisches zu Exportzwecken. Außerdem legten die chinesischen Veterinärbehörden strenge Maßstäbe an, damit die Seuche nicht nach China eingeschleppt wird. Allerdings stammt das tödliche Virus ursprünglich aus China. Insbesondere für das Jahr 2015 gilt das Exporthemmnis eines zu starken Dollarkurses, der die US-Ausfuhren nicht mehr konkurrenzfähig machte.

Im gleichen Umfange wie die USA aus dem chinesischen Importmarkt verdrängt wurden haben sich bedeutende EU-Mitgliedstaaten  einen wachsenden Handelsanteil gesichert. Dabei waren die international schon immer exportorientierten Dänen schon von Anfang an dabei, konnten aber Marktanteil nicht nennenswert vergrößern.

Umso stärker weitete Deutschland seine Schweinfleischausfuhren nach China aus. Innerhalb der letzten 5 Jahre wurden die deutschen Exporte von 50.000 auf 350.000 t versiebenfacht.  Dabei stand der Druck des Importstopps Russlands dahinter. Auch die niedrigen Schweinepreise in Verbindung mit dem schwachen Eurokurs haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Allerdings bestehen die Lieferungen zur Hälfte aus  Nebenprodukten der Schlachtung und aus weniger wertvollen gefrorenen Teilstücken vom Schwein.

Der zweitgrößte EU-Schweinefleischerzeuger Spanien mit einem Selbstversorgungsgrad von 130 % hat seine Exporte in dieser Zeit verdreifacht.  Viele kleinere EU-Länder wie Holland England, Irland und Belgien haben sich insbesondere in den letzten beiden Jahren mit steigenden Mengen an den China-Importen beteiligt.  Mit zusammen 250.000 t  sind die Mengen größer als die USA zuletzt geliefert hat.

Die Perspektiven für das Jahr 2016 sind für die EU weiter vielversprechend. China hat einen wachsenden Einfuhrbedarf,  die EU sucht nach Ersatzausfuhren für  den Exportausfall nach Russland, die EU-Schweinepreise sind in Verbindung mit einem anhaltend niedrigen Eurokurs  konkurrenzfähig. Außerdem erfahren die Produkte in China eine hohe Wertschätzung aufgrund des hohen Hygienestandards.

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich