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07.14
17:50

Zwei tödliche Schweineseuchen - bleibt die EU verschont?

Hartnäckige AFP in Russland und angrenzenden Gebieten - PEDv in Nordamerika

Weltweit wird der Schweinefleischmarkt von 2 bedeutenden Seuchen in Atem gehalten. Die von Russland in die EU hineinreichende afrikanische Schweinepest und das tödliche Durchfallvirus bei Saugferkeln in Nordamerika.  Die EU steht in Gefahr, von beiden Seuchen betroffen zu werden..

Die afrikanische Schweinepest hat sich seit dem Jahre 2007 in Russland in den Wildschweinebeständen festgesetzt und greift immer wieder auf Hausschweine in den Hinterhofhaltungen und gelegentlich auf  Großhaltungen über.  Die frühere Befallshäufigkeit in den südlichen Distrikten hat sich mehrere 100 km nach Norden verlagert. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen Truppenverlagerungen und dem neuen Seuchengebiet besteht.

Das Seuchengebiet auf russischer Seite erstreckt sich westlich von Moskau bis an die polnisch-baltischen Grenzen. Es gibt keine Meldungen aus Weißrussland an die Internationale Tiergesundheitsorganisation mit Sitz in Deutschland. Dennoch wird man aufgrund der Lage davon ausgehen müssen, dass in Weißrussland Infektionen stattgefunden haben müssen.

Seit Ende Jan 2014 sind AFP-Funde bei Wildschweinen an der polnisch –russischen und den baltisch-russischen Grenze auf der EU-Seite wiederholt festgestellt worden. Offensichtlich besteht ein enger Zusammenhang mit dem Wildschweinwechsel in diesem Grenzgebiet. Die Fälle wurden zum Anlass genommen, den EU-Schweinefleischimport nach Russland zu sperren. Die Folge sind erhebliche Preisverwerfungen in der EU und in Russland mit weitreichenden Wirkungen auf den internationalen Schweinefleischhandel.

Im größten Exportgebiet der Welt den USA hat sich ein Durchfallvirus chinesischer Herkunft seit gut einem Jahr mit seuchenhafter Auswirkung breit gemacht. Bei Saugferkel mit unzureichendem Immunschutz endet die Seuche tödlich. Schätzungen gehen von einer Ausfallquote bis zu 15 % aus. Der Seuchenzug hat seinen Höhepunkt in den kalten Wintermonaten Jan bis März 2015 erreicht. Die jüngsten Zahlen im Juli sind aber immer noch mit knapp 100 neuen Fällen in einer Woche erschreckend hoch. Ein erhofftes Abklingen auf Werte unter 50 Fälle je Woche - wie in der Anfangsphase - ist noch nicht absehbar.

Mit 6-monatiger Verzögerung wirkt sich die Seuche mit fehlenden Schlachtschweinen aus. Zwar wurden zum Teilausgleich die Schlachtgewichte um 5 kg erhöht, aber die jüngsten Zahlen zeigen, dass aufgrund der fehlenden Fleischmengen schon leichtere Tiere wieder vorgezogen  werden.  

Die Schweinepreise in den USA sind für die Monate Juli bis in den September 2014 auf Rekordhöhen gestiegen.  In den restlichen Monaten sollen sich die Kurse wieder stabilisieren. Inwieweit ein normales Niveau erreicht wird, bleibt vorerst offen. Kritisch ist die Frage nach der Winterzeit, wenn die Hygienemaßnahmen nur begrenzte Wirkung zeigen. Ist dann wieder mit einem erneuten Anstieg der Infektionen zu rechnen?

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