Schweinepreise für 5./6. KW.-2016
Zur ISN-Internet-Auktion am Di, 02.02.2016 wurden 2.384 Schweine angeboten. Der Durchschnittspreis betrug 1,35 €/kg (0 ct/kg zur Vorauktion) in einer Spannbreite von 1,325 bis 1,365 €/kg. Der Überstand betrug 15,5 %.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen sind wieder gestiegen. In Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien ist das Lebendangebot gestiegen. Die Schlachtgewichte sind vergleichsweise hoch. Für die Karnevalswochen sind die Schlachtmengen zu groß, um Preisbesserungen durchsetzen zu können. Das grundlegende Problem der Fleischvermarktung eines Überschussgebietes bleibt jedoch der unzureichende Drittlandexport.
Die PLH-Aktion hat 90.000 t Schweinefleisch vom Markt genommen. Davon kommen 60.000 t nach 3 Monate wieder zurück; 22.000 t nach 5 Monaten. Die Aktion kostet rd. 27 Mio. €. Größte Teilnehmer sind Deutschland mit 29 % und Spanien mit 21 %.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 05. KW unverändert beibehalten. Die Schlachtzahlen erreichen knapp das Vorjahresniveau. Für die kommende 06. KW-2016 (08.02 bis 13.02.) wird der Basispreis weiterhin unverändert bleiben.
In Frankreich/Bretagne wurde die Notierung (01.02.) um 0,2 ct/kg angehoben.Die gemeldeten Schlachtzahlen für ganz Frankreich liegen mit 382.672 (Vorwoche 384.892 Vorvorwoche 408.648) Stück im oberen Durchschnittsbereich.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 5. KW von - 2 bis -3 ct/kg weniger ausbezahlt. Die Schlachtzahlen liegen im Mittelfeld. Für die 06. KW sollen -2 bis -3 ct/kg gezahlt werden.
Belgien: Die Schweinepreise in der 05. KW wurden um -2 ct/kg gesenkt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen sollen für die 06. KW um weiter 2 ct/kg weniger betragen.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der zurückliegenden Woche sind auf 1.029.163 (Vorwoche 980.000 Vorvorwoche 1.033.364) gestiegen. Für die kommende Periode von Donnerstag 04.02. bis Mittwoch 10. Febr. (05./06. KW-16) wurde der Vereinigungspreis auf 1,31 € je kg bzw. Indexpunkt unverändert beibehalten. Die Spanne reicht von 1,31 bis 1,31 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche fallen mit 229.600 (Vorwoche 236.300 VorVorwoche 237.100) Stück geringfügig kleiner aus.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis wurde für die 04./05. KW unverändert beibehalten. Für 05./06. KW wird der Preis ebenfalls unverändert beibehalten.
Die Schweinepreise in Spanien wurden am Do, 04. Febr. um 1,1 ct/kg erhöht.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 5. KW am Mo, 01.02. in Modena um - 2 ct/kg, am Di. in Reggio um – 2 ct/kg und am Mi in Cremona um -2 ct/kg gesenkt. Die Schlachtzahlen sind auf 41.988 (Vorwoche 40.058) Stück in der Vorwoche gestiegen.
Ausblick: Das Fleischabsatzgeschäft verläuft der Jahreszeit entsprechend träge. Die Karnevalszeit trägt erfahrungsgemäß nicht zu einer Nachfragesteigerung bei. Die Voranmeldungen lassen erwarten, dass die Schlachtzahlen wieder über die 1 Mio. Stück-Marke steigen. Die beendete PLH-Aktion hat für eine kleine Preisbesserung ausgereicht, mehr aber auch nicht. Die Viehzählungsergebnisse in der EU deuten auf eine Angebotsentlastung im 1. Halbjahr 2016 um unwesentliche 0,2 % hin.
Die US-Terminkurse für Lean Hogs haben für den Febr.-16-Termin mit 1,30 € je kg an Fahrt aufgenommen; die späteren Termine sollen bis zum Juni 2016 auf über 1,60 €/kg steigen. Die Exporte sind angesichts des starken Dollarkurses noch vergleichsweise günstig, aber dennoch nicht zufriedenstellend. Die Schweinefleischvorräte bleiben nach dem jüngsten US-Kühlhausbericht für die aktuelle Saison überdurchschnittlich groß, auch wenn die Mengen saisonüblich etwas nachgegeben haben. Die US-Prognosen für 2016 gehen von einer Wachstumsrate von +1,4 % im Schweinefleischsektor aus.
Die chinesischen Schweinepreise sind auf umgerechnet rd. 3,37 €/kg gestiegen. Das chinesische Neujahrsfest wird Anfang Febr. gefeiert. Die jüngsten Einschätzungen sprechen von einer Erholung der chinesischen Schweinefleischerzeugung um +0,4 %. Die chinesischen Einfuhren stammen in zunehmenden Maß aus den Ländern der EU. Die übrigen Anbieter wie USA, Kanada und Brasilien werden zunehmend verdrängt. Für das ganze Jahr 2015 werden auf 1,9 Mio. t Schweinefleischimporte geschätzt. Auch für 2016 sollen die chinesischen Importe steigen, auch wenn das Wirtschaftswachstum zu wünschen übrig lässt.
Die russischen Schweinepreise errechnen sich mit Hilfe des schwachen Rubelkurses auf 1,46 €/kg auf einem für russische Verhältnisse niedrigem Niveau. Für 2016 wird mit einem Produktionszuwachs von 5,7 % in Russland gerechnet; die Importe sollen dann unter 200.000 t zurückgehen. 2012 betrugen die Einfuhren noch über 1 Mio. t. Halbierte Rohölpreise und Rubelkurse haben die Kaufkraft erheblich vermindert. Politische Gründe für die Importsperren treten in den Hintergrund.
Brasilianische Schweine bewegen sich bei der 1,10 €/kg-Marke in der Südwestregion.Steigende Erzeugung wird durch steigenden Inlandsverbrauch weitgehend aufgefangen. Die Ausfuhren bleiben fast unverändert.
ZMP Live Expertenmeinung
Das hohe Schlachtangebot trifft auf eine schwache Nachfrage in der Karnevalszeit. Das Drittlandgeschäft bleibt unzureichend. Die Preise haben vorerst keinen Spielraum nach oben.