07.
04.16
Schweinepreise unverändert

Schweine Cockpit, 07.04.2016

Bullish
  • anziehende Drittlandsnachfrage
  • Erwartungen an eine herannahende Grillsaison
Bearish
  • Exportvolumen immer noch zu klein
  • schwaches Nachostergeschäft
  • Bevorstehende PLH-Auslagerung
  • Hohe Voranmeldezahlen

Schlachtschweinemarkt Deutschland

2016         

14./15. KW

Do bis Mi

13./14.KW

Do bis Mi

12./13. KW

Do bis Mi

11./12 KW

Do bis Mi

10./11. KW

Do bis Mi

9./10. KW

Do bis Mi

8./9. KW

Do bis Mi

7./8. KW

Do bis Mi

6./7. KW

Do bis Mi

 V.-Preis (€   /kg)

1,28

1,28

1,31

1,33

1,29

1,24

1,24

1,31

1,31

Voranmeldungen (Stück)

238.636

246.137

233.777

236.600

231.343

226.897

239.300

234.800

233.700

ISN-Internetauktion (Di    -  Fr) 08.04.   05.04. 01.04. 29.03. Keine Auktion 22.03. 18.03 15.03. 11.03. 08.03. 04.03. 01.03. 26,02. 23.02. 19.02. 16.02. 12.02 09.02.
Durchschnittspreis (€/kg)

1,34 

1,32

1,32

1,34

-

1,35

1,37

1,38

1,37

1,33

1,30

1,29

1,27

1,30

1,31

1,36

1,36

1,36

Überstand in %

 0

21,2 %

27%

39,3 %

-

69,7 %

34,5 %

26 %

20 %

27,7 %

0

10,4 %

-

75,3 %

10,1%

14 %

-

3,5 %

2016

13. KW

12. KW (Ostern)

11. KW (Ostern)

10. KW

9. KW

8. KW

7. KW

6. KW

5. KW

Schlachtzahlen (Stück)

915.584

897.559

1.024.323

978.966

990.052

987.343

988.854

995.567

Schweinepreise für 14./15. KW-2016

Zur  ISN-Internet-Auktion am Di, 05.04.2016 wurden 2.260 Schweine angeboten. Der Durchschnittspreis betrug 1,32 €/kg (0 ct/kg zur Vorauktion) in einer Spannbreite von 1,31 bis 1,34 €/kg. Der Überstand betrug 21,2 % !

Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:

Die Schlachtzahlen sind in Deutschland, Frankreich und Italien kleiner als erwartet ausgefallen, teilweise auch feiertagsbedingt.  Die nachösterliche Nachfrageschwäche im Inland ist vorerst geblieben. Der Drittlandexport in den südostasiatischen Raum hat zugelegt. Die überdurchschnittlichen Voranmeldungen sind nur teilweise in entsprechende Schlachtzahlen umgesetzt worden.

Die PLH-Aktion aus Jan.-16 tritt im April-16 in die Auslagerungsphase ein. Bis Mitte des Monats werden im 1. Schub 30.000 t wieder ausgelagert. In der 2. Monatshälfte werden weitere 2 Chargen zu je 15.000 t in den Markt zurückgeschleust.  Deutschland ist mit rd. 25.000 t dabei. Möglicherweise dient ein Teil der Mengen zum Frische-Austausch für die Bevorratung der Grillsaison. Eine 2. PLH-Aktion ist mit breiter Übereinstimmung in der EU abgelehnt worden.

Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:

Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 14. KW  unverändert beibehalten. Die Schlachtzahlen  erreichen das Vorjahresniveau. Für die kommende 15. KW-2016  (11.04. bis 15.04.) wird der Basispreis weiter unverändert beibehalten.

In Frankreich/Bretagne wurde die Notierung  (07.04.) unverändert beibehalten.Die gemeldeten Schlachtzahlen für ganz Frankreich liegen mit 293.455 (Vorwoche 378.616 Vorvorwoche 386.316) Stück außer der Reihe.

Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 14. KW  von -1  bis -2  ct/kg weniger ausbezahlt. Die Schlachtzahlen liegen im Mittelfeld. Für die 15. KW sollen unverändert gezahlt werden.

Belgien: Die Schweinepreise in der 14. KW  wurden zwischen -1 bis -2  ct/kg niedriger angesetzt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen sollen für die 15. KW  unverändert betragen.

Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der zurückliegenden Woche sind auf 915.584 (Vorwoche 897.559 Vorvorwoche 1.024.323  ) feiertagsbedingt zurückgegangen. Für die kommende Periode von Donnerstag 07.04. bis Mittwoch 13. April (14./15. KW-16) wurde der Vereinigungspreis auf 1,28  € je kg bzw. Indexpunkt unverändert beibehalten. Die Spanne reicht von 1,28 bis 1,28 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche fallen mit 238.636 (Vorwoche 246.137 VorVorwoche 233.777) Stück zwar durchschnittlich aus, aber in jüngster Zeit ist kein verläßlicher Rückschluß auf die tatsächlichen Schlachtzahlen zu ziehen.

Der in  Österreich geltende Mastschweine-Basispreis wurde für die 13./14. KW  unverändert beibehalten.  Für die 14./15. KW wird der Preis um – 3 ct/kg gesenkt. Es bestand Nachholbedarf.

Die Schweinepreise in Spanien wurden am Do, 07.04. um -0,5 ct/kg gesenkt.

In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 14. KW  am Di, 05.04. in Modena um -1 ct/kg, am Di. in Reggio um -1,0 ct/kg und am Mi in Cremona um -1,0 ct/kg gesenkt. Die Schlachtzahlen sind mit 34.825 (Vorwoche 43.964 Vorvorwoche 43.964 43.503) Stück nicht vergleichbar mit den Vorwochen.

Ausblick:  Das Fleischabsatzgeschäft hat nur kurzfristig von den Osterfeiertagen profitieren können. In der Nachosterwoche wurde das Preisniveau nicht gehalten. Die hohen Voranmeldungen haben zwar nicht zu den hohen Schlachtzahlen geführt. Die bevorstehenden PLH-Auslagerungsaktionen trüben die weiteren Preisaussichten im April. Hoffnungen werden auf weitere Absatzsteigerungen im Drittlandgeschäft gesetzt.  Eine weitere PLH-Aktion haben die EU-Mitgliedstaaten abgelehnt.

Die US-Terminkurse für Lean Hogs sind für April Lieferungen auf  1,30 € je kg gefallen, teilweise auch wechselkursbedingt; die späteren Termine sollen bis zum Juni 2016 auf knapp 1,60 €/kg hoch gehen. Die Exporte sind angesichts des starken Dollarkurses noch vergleichsweise günstig, bleiben aber hinter den Vorjahreswerten zurück. Die aktuellen Schweinefleischvorräte liegen unter Vorjahresniveau. Die US-Viehzählungen gehen von leichten Bestandserhöhungen aus.

Die chinesischen Schweinepreise bleiben vorerst auf  umgerechnet rd. 3,36 €/kg. Die steigenden chinesischen Einfuhren  stammen in zunehmenden Maß aus den Ländern der EU. Die übrigen Anbieter wie USA, Kanada und Brasilien werden verdrängt. Für das ganze Jahr 2015 werden 1,9 Mio. t Schweinefleischimporte geschätzt. Im Jahr 2016 sollen nach Hochrechnungen die chinesischen Importe aus der EU um weitere 23 % steigen.

Die russischen Schweinepreise errechnen sich mit Hilfe des schwankenden, aber schwachen Rubelkurses auf 1,72 €/kg auf einem für russische Verhältnisse niedrigem Niveau. Für 2016 wird mit einem Produktionszuwachs von mehr als 5 % in Russland gerechnet; die Importe sollen dann unter  200.000 t zurückgehen. 2012 betrugen die Einfuhren noch über 1 Mio. t. Halbierte Rohölpreise und Rubelkurse haben die Kaufkraft  erheblich vermindert. Politische und sanitäre Gründe für die Importsperren treten in den Hintergrund.

Brasilianische Schweine bewegen sich bei der 1,08 €/kg-Marke im Durchschnitt der Südwestregion.Der schwankende Wechselkurs des REAL führt jedoch zu ständig neuen Werten. Steigende Erzeugung wird durch steigenden Inlandsverbrauch weitgehend aufgefangen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Niedrige Schlachtzahlen aufgrund von Feiertagen lassen noch keinen endgültigen Schluss darüber zu, ob und inwieweit das Lebendangebot auch in den kommenden Wochen niedrig bleiben wird. Die Aussichten werden dagegen von der PLH-Auslagerung von rd 60.000 t Schweinefleisch im Restmonat April geprägt. Möglicherweise wird eine Teilmenge  durch Frischeaustausch zur Bevorratung für die Grillsaison aufgefangen. Die Aussichten auf steigende Schweinepreise sind begrenzt.

ZMP Markttrends
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