Schweinepreise für 24./25. KW-2016
Zur ISN-Internet-Auktion am Di, 14.06.2016 wurden 3.605 Schweine angeboten. Der Durchschnittspreis betrug 1,62 €/kg (+3 ct/kg zur Vorauktion) in einer Spannbreite von 1,60 bis 1,635 €/kg. Der Überstand beträgt 0 %.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in Deutschland haben deutlich nachgelassen. In anderen Mitgliedstaaten der EU bewegen sie sich im Mittelfeld. Die Nachfrage im Inland liegt infolge des Grillwetters auf hohem Niveau. Die restlichen PLH-Auslagerungen im Monat Juni scheinen kaum zu stören. Der Drittlandexport nach China und Südkorea läuft flott. Im 1. Vierteljahr hat China 77 % mehr Schweinefleisch aus der EU bezogen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Voranmeldungen sind kleiner ausgefallen.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 24. KW unverändert beibehalten. Die Schlachtzahlen liegen 2,6 % unter Vorjahresniveau. Für die kommende 25. KW-2016 (20.-25.06) wird der Basispreis weiter um +2,7 ct/kg erhöht.
In Frankreich/Bretagne wurde die Notierung (13.06.) um +4,6 ct/kg heraufgesetzt.Die gemeldeten Schlachtzahlen für ganz Frankreich liegen mit 375.250 (Vorwoche 379.080 Vorvorwoche 381.732) Stück im Mittelfeld.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 24. KW +3 bis 5 ct/kg ausbezahlt. Die Schlachtzahlen liegen im Durchschnitt. Für die 25. KW sollen .um +5 bis +6. ct/kg gezahlt werden.
Belgien: Die Schweinepreise in der 24. KW wurden unverändert beibehalten.Aufgrund fehlender Akkreditierung fehlt der Absatz nach China.Die Notierungen der Schlachtunternehmen sollen für die 25. KW um +2 bis +3 ct/kg betragen.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der zurückliegenden Woche sind mit 964.009 (Vorwoche 967.786 Vorvorwoche 950.482) wieder deutlich unter der 1 Mio. Marke. Für die kommende Periode von Donnerstag 16.06. bis Mittwoch 22.Juni (24./25. KW-16) wurde der Vereinigungspreis auf 1,57 € je kg bzw. Indexpunkt angehoben. Die Spanne reicht von 1,55 bis 1,57 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche fallen mit 219.600 (Vorwoche 222.900 VorVorwoche 221.700) Stück nochmal knapper aus.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis wurde für die 23./24. KW unverändert beibehalten. Für die 24./25. KW wird der Preis um +4 ct/kg herausgesetzt.
Die Schweinepreise in Spanien wurden am Do, 16.06. um + 4,2 ct/kg erhöht.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 24. KW am Mo, 13.06 in Modena um + 0 ct/kg, am Di. in Reggio um +0 ct/kg und am Mi in Cremona um +0 ct/kg verändert. Die Schlachtzahlen liegen mit 40.447 (Vorwoche 36.975 Vorvorwoche 42.489) Stück unter Durchschnitt.
Ausblick: Zurückgehende Schlachtzahlen unterhalb der 1 Mio. Stück-Marke in mehrwöchiger Folge führen in der Grillsaison regelmäßig zu höheren Preisen. Das flotte Drittlandgeschäft in Richtung China treibt die Nachfrage zusätzlich an. Dabei sind nicht akkreditierte Schlachtunternehmen im Nachteil. Eine Auslagerung der restlichen PLH-Mengen spielt keine spürbare Rolle. Die Voranmeldungen deuten auf weitere niedrige Lebendangebote hin. Die Preissteigerungen der letzten Wochen sind nicht in allen Bereichen in den Fleischpreisen weitergegeben worden.
Die US-Terminkurse für Lean Hogs sind für Juni Lieferungen auf 1,60 € je kg gestiegen; die in den nächsten beiden Monaten soll die Marke von 1,70 €/kg erreicht werden. Der Inlandsverbrauch nimmt zu, die vierteljährlichen Endbestände gehen zurück. Der Export lässt zu wünschen übrig. Die aktuellen US-Schweinefleischvorräte liegen weiter unter Vorjahresniveau. Die jüngsten Schätzungen des USDA gehen von einer 2 %igen Erhöhung der US-Schweinefleischerzeugung im Durchschnitt des Jahres 2016 aus.
Die chinesischen Schweinepreise sind auf rd. 3,65 €/kg gestiegen. Der chinesische Staat schleust Vorratsbestände in den Markt, um die Verbraucherpreissteigerungen zu bremsen, allerdings mit wenig Erfolg. Die steigenden chinesischen Einfuhren stammen in zunehmenden Maß aus den Ländern der EU. Die übrigen Anbieter wie USA, Kanada und Brasilien haben Marktanteile verloren. Für das Jahr 2016 werden 1,5 Mio. t Schweinefleischimporte (Schlachtgewichtbasis) geschätzt. Hauptnutznießer soll die EU bleiben.
Die russischen Schweinepreise errechnen sich mit Hilfe des schwankenden Rubelkurses auf 2,13 €/kg. Für 2016 wird mit einem Produktionszuwachs von mehr als 5 % in Russland gerechnet; die Importe sollen nach USDA-Schätzungen wieder auf 300.000 t steigen. 2012 betrugen die Einfuhren noch über 1 Mio. t. Anziehende Rohölpreise und Rubelkurse haben die Kaufkraft in jüngster Zeit wieder leicht verbessert. Politische und sanitäre Gründe für die Importsperren sind in den Hintergrund getreten.
Brasilianische Schweine sind auf rd. 1,15 €/kg im Durchschnitt der Südwestregion gestiegen.Der schwankende Wechselkurs des REAL spielt eine Rolle mit. Die Exporte bringen nur noch wenig Mehrabsatz.
ZMP Live Expertenmeinung
Ein anhaltend niedriges Schlachtschweineangebot in der Grillsaison führt üblicherweise zu steigenden Preisen. Die zusätzliche Unterstützung durch flotte Drittlandverkäufe mit Schwerpunkt China lassen den fehlenden Russland-Export fast vergessen machen. Schlachtunternehmen ohne Zulassung für China-Ausfuhren tun sich schwer, im Wettbewerb mitzuhalten. PLH-Auslagerungsmengen machen sich kaum störend bemerkbar. Die zukünftigen Betriebsferien in den Verarbeitungsunternehmen bremsen den Absatz bestimmter Teilstücke. Auch die Urlaubszeit mit ihrer nachfragedämpfenden Wirkung rückt näher.