Stark gefallene Schweinepreise für 38./39. KW (Do, 18. bis Mi,25.Sep.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 16. Sep. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,54 €/kg (- 12 ct/kg) bei einer Spannbreite von 1,50 bis 1,55 €/kg geführt. Von den 3.255 angebotenen Schweinen wurden 85,8 % (!) nicht verkauft. Das Ergebnis ist ein starkes Signal für die V-Notierung gewesen.
Die zweite Internetversteigerung am Fr, 19. Sept. 2014 liefert einen Durchschnittspreis von 1,53 €/ kg (-1ct/kg) bei einer Spannbreite von 1,525 bis 1,535. Von 1.605 angebotenen Schweinen wurden 33 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in ganz Europa nehmen signifikant zu. Das steigende Fleischangebot überfordert die Absatzmöglichkeiten. Auslaufende Grillsaison, Ende der Ferien-/Urlaubszeit und das russische Einfuhrverbot haben per Saldo zu keinem ausreichend steigenden Absatzgeschäft beigetragen.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 38. KW unverändert gelassen. Die Schlachtzahlen sind zwar wieder gestiegen, bleiben weiter mit - 2,8 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 39. KW (22. bis 27.Sept.) wird der Basispreis um rd. – 3 ct/kg gesenkt.
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (15.09.) – 1 ct/kg trotz kleiner Angebotsmengen gezahlt. Beim Donnerstagmarkt 18. Sept. 14) wurden - 4,7 ct/kg bei steigendem Angebot bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich liegen im obersten Segment.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 38. KW von -4 bis - 6 ct/kg gezahlt. Die Schlachtzahlen liegen über dem Durchschnitt der letzten Wochen. Die Preise für die 39. KW sollen -10 bis -12 ct/kg bezahlt werden
Belgien: Die Schweinepreise in der 38. KW wurden bei gestiegenen Angebotsmengen um - 5 ct/kg zurückgesetzt. Die Schlachtzahlen liege wieder über Durchschnittsniveau. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 38. KW liegen bei - 8 ct/kg.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche fielen mit rd. 1.024.015 (Vorwoche 1.011.393 Vorvorwoche 989.429 Stück) zum wiederholten Male stärker aus. Für die kommende Periode von Donnerstag 18. bis Mittwoch 25.Sep. (38./39. KW) wurde der Vereinigungspreis auf 1,50 € je kg bzw. Indexpunkt um - 10 ct/kg gedrückt. Die Spanne reicht von 1,50 bis 1,55 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 256.804 (Vorwoche 246.400) Stück auf höchstem Niveau seit Monaten
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 37./38. KW wurde um- 5 ct/kg gesenkt. Die Notierung für die kommende 38./39. KW wurde in Anlehnung an die deutsche Vorgabe um -10 ct/kg gesenkt
Die Schweinepreise in Spanien (18.Sept. 2014) sind um - 5,8 ct/kg zurückgesetzt worden
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 38. KW am Montag (15.09..), in Modena um – 2 bis - 4 ct/kg gesenkt. Am Dienstag (16.09.) wurde in Reggio Emilia – 1,6 bis - 2 ct/kg notiert. Die gemeldeten Schlachtzahlen liegen wieder deutlich über 40.000, sind für den Verkauf zu groß. Insbesondere die schweren Klassen oberhalb von 120 kg haben noch Absatzprobleme.
Die Vorankündigungen steigender Lebendangebote überfordern bei stetig gestiegenen Schlachtzahlen zurzeit die Absatzmöglichkeit im In- und Ausland.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs haben sich nach einem rapiden Preisrückgang im August jetzt Anfang September wieder knapp an die 1,75 €/kg Marke heranbewegt. Die in den nächsten Monaten fallenden Schweinepreise werden durch fallende Futterkosten so gut wie abgedeckt. Dennoch bleibt angesichts der PEDv das Investitionsverhalten sehr zurückhaltend.
Die Wirtschaftlichkeit der chinesischen Schweinefleischerzeugung verbessert sich infolge steigender Schweinepreise und fallender Futterkosten. Chinas Sauenbestände seit dem Frühjahr sind um rd. 9 % gefallen. Die chinesischen Preise notieren zwischen 2,40 bis 2,50 € je kg.
Die steigende Importnachfrage Südkoreas und der Philippinen sind eine Chance für EU-Ausfuhren. Im 1. Halbjahr lagen die EU-Ausfuhren bei einer Zunahme von 85 bis 78 % bzw. jeweils + 40.000 t.
Russische Schweinepreise stehen wieder auf dem Niveau von 3,30 €/kg SG. Bemühungen den Importausfall an Fleisch zu decken, sind nur sehr begrenzt von Erfolg gekrönt. Die russische Fleischindustrie sitzt in der Zwickmühle zwischen gestiegenen Einstandspreisen und politisch gewollt niedrigen Verbraucherpreisen. Ein Aufbau der russischen Schweinefleischerzeugung kann jedoch nur im Gleichschritt auf allen Vermarktungsstufen funktionieren.
Brasilianische Schweinepreise haben aufgrund der Russland-Nachfrage 1,80 €/kg überschritten. Bei fallenden Futterkosten erwarten die Brasilianer ein dickes Geschäft im Schweinebereich, zumindest so lange wie die russische Importsperre für die EU und Nordamerika gilt.
ZMP Live Expertenmeinung
Die zum 3. Quartal üblicherweise steigenden Schlachtzahlen überfordern den Inlandsverbrauch. Für diese Angebotsmengen ist ein voll funktionstüchtiger Drittlandsabsatz nötig. Die russische Importsperre macht sich jetzt um so deutlicher bemerkbar.
Die überdurchschnittlich hohen Voranmeldungen an Schweinen der an der V-Notierung beteiligten Erzeugergemeinschaften lassen auch für die kommende Woche keine nennenswerte Besserung erahnen.