01.
04.26
Schweinemarkt vor Ostern ohne klare Impulse

Schweine News, 01.04.2026

Bullish
  • Deutlich steigende Drittlandsexporte aus Deutschland
  • Lebhafte Nachfrage am Ferkelmarkt bei stabilen Preisen
  • Saisonale Nachfrageimpulse durch Ostern und Grillgeschäft möglich
Bearish
  • enttäuschendes Ostergeschäft
  • begrenzte Preisdurchsetzung im Fleischhandel
  • Hohes Angebot am Sauenmarkt inklusive zusätzlicher Importware

Schweinemarkt vor Ostern ohne klare Impulse

Deutschland: V-Preis 1,70 €/kg (Spanne 1,70 - 1,75 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen wurden noch nicht veröffentlicht(Vorwoche 748.796) Die Schlachtgewichte stehen ebenfalls noch aus. In der Vorwoche lagen sie bei 98,5 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 256.800 (Vorwoche:  263.300)

Die ISN-Auktion am Di, 31.03.2026 erzielte im Schnitt einen Preis von 1,73 € in einer Spanne von 1,73 – 1,73 €/kg.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 01.04.2026 bis 08.04.2026 auf 1,70 €/kg in einer Spanne von 1,70 – 1,75 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 14. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise gleich geblieben und liegen bei 1,34 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 14. KW 2026 gleich geblieben und liegen bei 1,73 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 14. KW 2026 ebenfalls gleich geblieben und liegen bei 1,50 €/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 14. KW 2026 auch gleich geblieben und liegen bei 1,60 €/kg

In Italien sind die Notierungen in der 14. KW im Vergleich zu Vorwoche um 5 ct gestiegen und liegen bei 1,92 €/kg.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 14. KW 2026 um 3 ct gestiegen und liegen bei 1,68 €/kg.

USA: Bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,72 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche um 4 ct gesunken. Der US-Schweinemarkt zeigte in der letzten Woche eine leicht schwächere Tendenz auf Erzeugerebene, während sich die Fleischpreise insgesamt seitwärts entwickelten und innerhalb der Woche deutlich schwankten. Gleichzeitig blieb das Angebot hoch, da die Schlachtzahlen weiter auf einem erhöhten Niveau lagen und damit für ausreichend Ware im Markt sorgten. Auf der Nachfrageseite stützten vor allem saisonale Impulse aus dem Lebensmitteleinzelhandel, insbesondere rund um das Ostergeschäft, die Vermarktung bestimmter Teilstücke wie Schinken. Im Außenhandel blieb die Exportnachfrage solide mit positiven Impulsen aus wichtigen Absatzmärkten, während steigende Futterkosten zunehmend Druck auf die Produktionsmargen ausüben. Insgesamt ergibt sich ein Marktbild aus stabiler Nachfrage, hohem Angebot und wachsender Kostenbelastung, wodurch kurzfristig eher eine volatile Seitwärtsentwicklung zu erwarten ist.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,41 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche um 7 ct gesunken. Der brasilianische Schweinemarkt stand in der vergangenen Woche klar unter Druck, da ein hohes Angebot auf eine schwache Inlandsnachfrage traf und die Preise in nahezu allen wichtigen Regionen deutlich nachgaben. Hintergrund ist vor allem die weiterhin sehr hohe Produktionsbasis, die bereits 2025 Rekordniveaus erreicht hat und auch 2026 für eine überdurchschnittliche Verfügbarkeit sorgt. Gleichzeitig bleibt der Export ein stabilisierender Faktor, da die Ausfuhren weiterhin auf solidem Niveau laufen und einen Teil des Angebots aufnehmen, auch wenn keine ganz aktuellen Wochenzahlen vorliegen. Impulse kamen zudem von der Marktstruktur. Der Start einer großen neuen Schlachtanlage sowie logistische Störungen im Hafen von Santos könnten kurzfristig die Marktströme beeinflussen. Insgesamt bleibt das Marktumfeld kurzfristig angespannt, mit leichter Hoffnung auf eine Nachfragesteigerung nach der Fastenzeit und mögliche Entlastung durch saisonale Effekte.

China: Die Preise in China sind in der letzten Woche um 5 ct gefallen und liegen bei umgerechnet 1,61 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt stand in der letzten Woche klar unter Druck, da ein anhaltend hohes Angebot auf eine saisonal schwache Nachfrage nach dem Frühlingsfest traf und die Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter nachgaben. Gleichzeitig stiegen die Kosten für wichtige Futtermittel leicht an, was die wirtschaftliche Lage vieler Produzenten zusätzlich verschärfte und den Margendruck erhöhte. Die Regierung reagiert zunehmend aktiv auf diese Entwicklung: In mehreren Regionen wurde die höchste Warnstufe für Preisverfall erreicht, was bereits erste staatliche Reservekäufe und mögliche Eingriffe in die Produktionssteuerung auslöste. Parallel sorgen Tierseuchenmeldungen wie Maul- und Klauenseuche regional für zusätzliche Unsicherheit, insbesondere mit Blick auf Transport und Marktlogistik. Insgesamt zeigt sich der Markt kurzfristig schwach, wird jedoch zunehmend durch politische Maßnahmen stabilisiert, während strukturelle Anpassungen auf der Angebotsseite wahrscheinlicher werden.

asp

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich in der Karwoche insgesamt ausgeglichen mit stabiler Vermarktung trotz eingeschränkter Schlachttage. Das Angebot passt weitgehend zur Nachfrage, jedoch bleibt der Fleischmarkt schwach und liefert kaum Impulse. Das Ostergeschäft enttäuscht bislang und auch im Export fehlen klare Belebungen. Der Sauenmarkt steht stärker unter Druck durch hohes Angebot und zusätzliche Mengen aus dem Ausland. Am Ferkelmarkt bleibt die Nachfrage lebhaft, nach vorherigen Anstiegen stabilisieren sich die Preise auf hohem Niveau. Insgesamt prägt eine ruhige und abwartende Marktphase das Geschehen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuelle Marktlage ist typisch für die Feiertagsphase mit kurzfristig eingeschränkter Dynamik und Fokus auf Disposition. Entscheidender bleibt die schwache Entwicklung am Fleischmarkt, die eine nachhaltige Aufwärtsbewegung begrenzt. Positiv wirkt die stabile Nachfrage nach Ferkeln sowie die wieder anziehenden Drittlandsexporte. Mittelfristig könnten sinkende Produktionsmengen in der EU unterstützend wirken, während strukturelle Anpassungen und Kostendruck bestehen bleiben. Eine klare Trendwende setzt jedoch eine spürbare Belebung der Fleischnachfrage voraus.

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