Nicht veröffentlicht
Dieser Inhalt ist unveröffentlicht, klicken Sie auf den Bearbeiten Tab und setzen unterhalb im Formular den Haken bei "Veröffentlicht".
Der Schweinemarkt zeigt sich weiterhin unter Druck. Trotz begrenztem Angebot üben die Schlachtunternehmen verstärkt Preisdruck aus. Schlachttage wurden gekürzt – Tönnies etwa strich am Standort Sögel zwei komplette Tage. Die VEZG-Notierung fiel infolgedessen deutlich um 15 Cent auf 1,95 €/kg SG. Parallel dazu blieb die Internet Schweinebörse ohne Ergebnis, da die geforderten Mindestpreise nicht erzielt wurden. Auch in den Nachbarländern wurde der Druck auf die Erzeuger erhöht und führte zu sinkenden Notierungen in Belgien und den Niederlanden von bis zu 6 ct.
Auch am Fleischmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Nachfrage verläuft verhalten – sowohl im Inland als auch im Export. Der Ferienstart in mehreren Bundesländern dämpft das Konsumklima zusätzlich. Trotz dieser schwachen Absatzlage fließen schlachtreife Tiere ohne Stauungen kontinuierlich ab, was sich aktuell in sinkenden Schlachtgewichten widerspiegelt.
Am Schlachtsauenmarkt herrscht saisonbedingt wenig Bewegung. Die offizielle Notierung blieb unverändert bei 1,20 €/kg SG, allerdings liegt der Auszahlungspreis teils deutlich darunter, wie etwa bei Tönnies mit 0,95 €/kg. Die Nachfrage nach Verarbeitungsware ist gering, das Angebot wird entsprechend knapp gehalten.
Die Ferkelpreise gaben spürbar nach. In Deutschland fielen die Notierungen für 25-kg-Ferkel um 2,50 €. Auch aus den Niederlanden werden schwächere Preise gemeldet.
Auf politischer Ebene wurde die Frist zur Umsetzung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes auf März 2026 verschoben. Zudem wurde ein neuer Fall der Afrikanischen Schweinepest im Kreis Siegen-Wittgenstein bestätigt – ein Risiko, das den Markt weiterhin belastet.
ZMP Live Expertenmeinung
Die angespannte Lage am Schweinemarkt dürfte auch in den kommenden Wochen anhalten. Zwar bleibt das Lebendangebot begrenzt, doch der massive Druck seitens der Schlachtunternehmen, gepaart mit einer schleppenden Fleischnachfrage, spricht kurzfristig für weitere Preiskorrekturen. Die beginnenden Sommerferien und die anhaltend verhaltene Konsumstimmung dürften keine spürbaren Absatzimpulse bringen.
Mittelfristig könnten jedoch die hohen Temperaturen, das rückläufige Schlachtgewicht sowie die strukturell sinkende Zahl an schweinehaltenden Betrieben die Angebotssituation weiter verknappen. Sollte sich die Nachfrage im Verlauf des Sommers stabilisieren oder durch Exportimpulse anziehen, wäre eine Preisstabilisierung oder moderate Erholung denkbar.