03.
12.25
ASP belastet Export - EU-Markt bleibt versorgt

Schweine News, 03.12.2025

Bullish
  • Saisonale Belebung der Fleischnachfrage insbesondere bei beliebten Teilstücken
  • Stetige Nachfrage der Schlachtunternehmen trotz hoher Verfügbarkeit
  • Hoffnung auf Weihnachtsgeschäft
Bearish
  • Exportrestriktionen infolge der ASP in Spanien
  • Nachfrageimpulse aus dem Weihnachtsgeschäft bislang unter Erwartungen
  • Starker Euro

Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,60 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen stehen noch aus(Vorwoche: 757.879) Die Schlachtgewichte stehen ebenfalls noch aus. In der Vorwoche lagen sie bei 98,6 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 277.400 (Vorwoche:  274.800)

Die ISN-Auktion am Di, 02.12.2025 erzielte einen Preis von 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 160 €/kg.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 04.12.2025 bis 10.12.2025auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 49. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert bei 1,53 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 49. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,40 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 49. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,46€/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 49. KW unverändert und liegen bei 1,68 €/kg.

In Italien sind die Notierungen in der 49. KW 2025 um 5 ct gefallen und liegen nun bei 2,25 €/kg geblieben.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 49. KW 2025 um 2 ct gefallen und liegt mit 1,72 €/kg nun niedriger.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,36 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche erneutgefallen. Die US-Schweinebranche blickt auf eine Woche mit saisonal hohem Angebot zurück. Während Feiertagseffekte die Schlachtaktivität kurzzeitig dämpften, blieb die Nachfrage der Verarbeiter und Exportmärkte jedoch robust. Besonders Mexiko trug erneut maßgeblich zur Absatzsicherung bei, während sich auch China nach Zollsenkungen wieder als Abnehmer zeigte. In den großen Schweinebundesstaaten wie Iowa und North Carolina standen neben wirtschaftlicher Stabilität auch politische Themen wie Umweltauflagen und Haltungsvorschriften im Fokus. Positive Gerichtsurteile und regulatorische Entlastungen stärken dort aktuell die Wettbewerbsfähigkeit der Erzeuger.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,82 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. Der brasilianische Schweinemarkt zeigt sich zum Jahresende stabil mit positiver Grundtendenz. Nach einer Phase kräftiger Preisanstiege im November hat sich das Marktgeschehen zuletzt beruhigt, wobei Angebot und Nachfrage gut ausbalanciert sind. Die Exporte bleiben eine tragende Säule der Branche: Insbesondere asiatische Länder wie die Philippinen, Japan und Vietnam steigerten ihre Importe deutlich und kompensierten rückläufige Käufe aus China. Auch neue Märkte wie Tansania oder Surinam wurden erschlossen, was Brasiliens Rolle als globaler Lieferant weiter stärkt. Mit Blick auf das Jahresende herrscht verhaltener Optimismus, getragen von starker Auslandsnachfrage, günstigen Rahmenbedingungen und saisonal steigender Inlandsnachfrage.

China: die Preise in China haben in der letzten Woche erneut nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,82 €/kg am Spotmarkt. Chinas Schweinemarkt steht aktuell unter starkem Druck: Ein Überangebot trifft auf zurückhaltende Nachfrage, wodurch die Branche in eine anhaltende Abwärtsspirale gerät. Trotz beginnender Wintersaison und traditioneller Vorratsproduktion bleibt der Konsum überraschend schwach. Viele Verbraucher greifen zu anderen Proteinquellen. Gleichzeitig führen hohe Schlachtgewichte und eine zögerliche Reduktion der Bestände zu vollen Märkten. Zwar greifen staatliche Stellen punktuell stützend ein, etwa durch Reserveankäufe oder Vorgaben zur Produktionsdrosselung, doch der strukturelle Angebotsüberhang bleibt bestehen. Durch den Ausbruch von ASP in Spanien könnte das Angebot des Gesamtmarktes sinken, denn China stoppt die Importe. Diese waren Aufgrund der Anti-Dumping-Zölle jedoch zuletzt ohnehin stark gesunken.

asp

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich stabil bei weiterhin hoher Nachfrage der Schlachtunternehmen. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen ist umfangreich, fließt regional jedoch unterschiedlich zügig ab. Die Fleischnachfrage zieht leicht an, bleibt aber hinter saisonalen Erwartungen zurück. Die Vermarktung von Ferkeln ist aufwändig, aber stabilisiert. Im europäischen Handel belastet die Afrikanische Schweinepest in Spanien das Exportgeschäft, während der EU-Markt insgesamt gut versorgt ist und weitgehend stabile Notierungen aufweist.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die Marktlage wirkt ausgeglichen, bleibt jedoch fragil. Positive Impulse im Fleischmarkt deuten auf saisonale Belebung hin, kommen aber ungewöhnlich spät. Die Entwicklung in Spanien könnte exportseitig noch für Unruhe sorgen. China stoppt aufgrund von ASP die Importe. Dies wird den Angebotsdruck innerhalb der EU erhöhen und trifft die hiesigen Erzeuger zu einer Unzeit, da die Preise auf einem niedrigen Niveau sind. Die stabile bis rückläufige Tendenz bei Futterkosten entlastet die Produktion leicht. Die weitere Entwicklung hängt stark vom Verlauf des Weihnachtsgeschäfts ab und dürfte regional differenziert verlaufen.

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