Schlachtschweinemarkt weiter auf Stabilisierungskurs
Deutschland: V-Preis 1,45 €/kg (Spanne 1,45 - 1,50 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 725.417 (Vorwoche 719.509) Die Schlachtgewichte lagen bei 99,3 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 99,5 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 303.000 (Vorwoche: 303.000)
Die ISN-Auktion am Di, 03.02.2026 erzielte im Schnitt einen Preis von 1,46 € in einer Spanne von 1,45 – 1,465 €/kg.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 05.02.2026 bis 11.02.2026auf 1,45 €/kg in einer Spanne von 1,45 – 1,50 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 6. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und liegen bei 1,33 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 6. KW 2026 um 22 ct gestiegen und liegen bei 1,43 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 6. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,36€/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 6. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,60 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 6. KW 2026 um 4 ct gefallen und liegen bei 1,90 €/kg.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 6. KW 2026 unverändert und liegt bei 1,34 €/kg.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,18 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,61 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Der Dollar hat in der letzten Woche gegenüber dem Euro wieder etwas Boden gut gemacht. Der US-Schweinemarkt zeigt sich Anfang Februar 2026 stabil mit leicht positiver Tendenz: Die Nachfrage ist robust, das Angebot ausgeglichen, und Schlachtungen verlaufen saisonüblich ohne größere Überhänge. Ferkelpreise steigen deutlich, was auf eine optimistische Stimmung bei Mästerbetrieben hindeutet, während die Terminmärkte nach einer Rally weiter freundlich notieren. Die Exporte bleiben stark, könnten aber durch neue Importzölle ab 2026 belastet werden. Regional ist der Mittlere Westen weiterhin das Zentrum der Produktion, sieht sich jedoch durch Tierschutzvorgaben wie Proposition 12 unter Anpassungsdruck. Analysten erwarten für 2026 verbesserte Erzeugermargen, warnen aber vor externen Risiken wie Wetterextremen, Währungsschwankungen und politischen Eingriffen.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,46 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche erneut um etwa 8 ct gefallen. Der brasilianische Schweinemarkt verzeichnete in der vergangenen Woche einen spürbaren Rücksetzer, vor allem durch ein Überangebot an Schlachtschweinen bei gleichzeitig saisonal schwacher Inlandsnachfrage nach den Feiertagen. Viele Verbraucher hielten sich im Januar aus finanziellen Gründen mit Fleischkäufen zurück, während die Produktion auf hohem Niveau blieb. Schlachtbetriebe reagierten mit Preissenkungen und verlagerten den Absatz teilweise ins Ausland, konnten das Ungleichgewicht aber nur begrenzt abfedern. Unterstützt wurde das hohe Angebot durch günstige Futterpreise, die 2025 zu einer rentableren Produktion führten und die Ausweitung begünstigten. Insgesamt spiegeln die aktuellen Marktkorrekturen eine kurzfristige Nachfrageschwäche wider, während die mittelfristigen Perspektiven für Produktion und Export weiterhin positiv bleiben.
China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,90 €/kg am Spotmarkt. Chinas Schweinemarkt verzeichnete in der letzten Januarwoche 2026 eine leichte Preisbewegung nach oben, nachdem viele Erzeuger aus Sorge vor weiterem Verfall vor dem Neujahrsfest vermehrt Tiere auf den Markt brachten. Die saisonale Nachfrage stieg zwar an, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück, unter anderem, weil viele Verbraucher ihre Einkäufe frühzeitig erledigten und der Fleischkonsum insgesamt moderat blieb. Gleichzeitig belastet ein hohes Angebot bei rückläufiger Auslastung der Schlachtbetriebe weiterhin den Markt. Die Regierung reagiert mit Eingriffen wie dem Abbau von Zuchtsauen und strategischen Reservemaßnahmen, um das Marktgleichgewicht schrittweise wiederherzustellen. Ob sich daraus im Frühjahr eine nachhaltige Stabilisierung ergibt, bleibt vorerst offen.
Fazit
Der deutsche Schlachtschweinemarkt zeigt sich weiter stabilisiert und zunehmend ausgeglichen. Das Angebot an schlachtreifen Tieren wird kontinuierlich abgebaut und fließt regional unterschiedlich aber insgesamt reibungsloser ab. Die Schlachtzahlen liegen über Vorjahr während die Schlachtgewichte weiter sinken was auf eine Entspannung am Lebendmarkt hinweist. Der Fleischmarkt bleibt saisonbedingt ruhig und gut versorgt ohne nennenswerte Impulse von der Verbraucherseite. Auch am Schlachtsauenmarkt reicht das Angebot zur Bedarfsdeckung aus und die Marktlage bleibt unverändert.
ZMP Live Expertenmeinung
Die aktuellen Marktdaten sprechen für eine Phase der Konsolidierung nach dem Überhang zum Jahreswechsel. Sinkende Schlachtgewichte und ein zügigerer Abfluss deuten auf eine schrittweise Normalisierung hin. Gleichzeitig begrenzen die ruhige Inlandsnachfrage und die weiterhin hohe Versorgungslage die Aufwärtsdynamik. Impulse könnten mittelfristig von einer Belebung des Fleischabsatzes oder einer weiteren Reduktion der Tierzahlen ausgehen. Kurzfristig ist jedoch mit einer Fortsetzung der stabilen Marktverhältnisse zu rechnen.