04.
03.26
Frühjahrsimpulse stützen den europäischen Schlachtschweinemarkt

Schweine News, 04.03.2026

Bullish
  • Knappes Angebot an schlachtreifen Schweinen in mehreren Regionen
  • Sehr lebhafte Nachfrage am Ferkelmarkt bei gleichzeitig begrenztem Angebot
  • Saisonale Nachfrageimpulse im Fleischhandel
Bearish
  • Schlachtunternehmen melden Schwierigkeiten bei der Weitergabe
  • Verhaltener Absatz im Sauenfleischbereich
  • Schwierigkeiten die höheren Preise im Fleischverkauf umzusetzen

Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,55 - 1,65 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 738.430(Vorwoche 730.204) und einem Schlachtgewicht von 98,5 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,6 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 260.400 (Vorwoche:  262.300)

Die ISN-Auktion am Di, 03.03.2026 erzielte im Schnitt einen Preis von 1,64 € in einer Spanne von 1,63 – 1,68 €/kg.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 04.03.2026 bis 11.03.2026 auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,55 – 1,65 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 10. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise gleich geblieben und liegen bei 1,28 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 10. KW 2026 um 6 ct gestiegen und liegen bei 1,58 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 10. KW 2026 um 4 ct gestiegen und liegen bei 1,54 €/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 10. KW 2026 gleich geblieben und liegen bei 1,59 €/kg

Zu den Preisen in Italien gibt es in der 10. KW 2026 noch keine Angaben. 

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 10. KW 2026 um 6 ct gestiegen und liegen bei 1,46 €/kg.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,73 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Der US-Schweinemarkt zeigte in der vergangenen Woche eine insgesamt feste Tendenz, gestützt durch eine stabile Nachfrage sowohl im Inland als auch im Exportgeschäft. Gleichzeitig blieb das Angebot hoch, da die Schlachtzahlen leicht zunahmen und die Produktion auf einem weiterhin hohen Niveau lag. Die Nachfrage nach US-Schweinefleisch wurde zusätzlich durch solide Exportverkäufe unterstützt, insbesondere in wichtige Absatzmärkte wie Mexiko und Japan. Auf Kostenseite stehen die Produzenten jedoch unter wachsendem Druck durch steigende Futtermittel, und Logistikkosten. Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig stabil bis freundlich, wobei die weitere Entwicklung stark von Exportnachfrage, Produktionsdynamik und möglichen Tiergesundheitsrisiken abhängen dürfte.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,47 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben. Nach einem schwachen Februar mit gedämpfter Inlandsnachfrage und relativ hohem Angebot zeigte der brasilianische Schweinemarkt in der letzten Woche erste Anzeichen einer Stabilisierung. In mehreren wichtigen Produktionsregionen kam es zu einer deutlichen Erholung der Notierungen für Schlachtschweine, was auf eine technische Gegenbewegung nach den vorherigen Preisrückgängen hindeutet. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf eine leichte Belebung der Nachfrage sowie auf Eindeckungen von Schlachtbetrieben und Verarbeitern nach den niedrigen Februar-Niveaus zurück. Gleichzeitig bleibt das Angebot strukturell hoch, da die Produktion weiterhin auf einem erhöhten Niveau liegt. Unterstützend für den Sektor wirken weiterhin robuste Exportströme und eine zunehmende Diversifizierung der Absatzmärkte, während sich mit dem Fortschritt der Sojaernte und der Aussaat der zweiten Maisernte mittelfristig eine Entspannung auf der Futtermittelseite abzeichnet.

China: Die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gefallen und liegen bei umgerechnet 1,85 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt zeigte in der vergangenen Woche eine klar rückläufige Preisentwicklung im Großhandel, was auf ein zunehmendes Angebot bei gleichzeitig moderater Nachfrage hindeutet. Nationale Marktbeobachtungen zeigen, dass die Schweinefleischpreise über mehrere Tage hinweg kontinuierlich nachgaben und damit eine kurzfristige Abwärtsphase bestätigten. Gleichzeitig berichten lokale Marktanalysen, etwa aus Beijing, von deutlich steigenden Handelsmengen, was darauf hindeutet, dass nach der Wiederaufnahme normaler Marktaktivitäten mehr Ware in den Markt gelangte. Diese Kombination aus höherem Angebotsdruck und lebhaftem Handel führte kurzfristig zu sinkenden Großhandelspreisen. Insgesamt deutet die Marktlage der letzten Woche darauf hin, dass sich der chinesische Schweinefleischmarkt aktuell in einer Phase erhöhter Vermarktung und kurzfristiger Preisentspannung befindet.

ASP

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich in dieser Woche insgesamt freundlich. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen bleibt vielerorts knapp und kann die rege Nachfrage der Schlachtunternehmen häufig nicht vollständig decken. Gleichzeitig sorgen Monatsanfang und frühlingshafte Temperaturen für eine etwas lebhaftere Nachfrage im Fleischhandel, auch wenn die Vermarktung höherer Einkaufspreise weiterhin anspruchsvoll bleibt. Die Schlachtzahlen liegen über dem Vorjahr, während die Schlachtgewichte leicht sinken. Am Ferkelmarkt steht einem knappen Angebot eine lebhafte Nachfrage gegenüber, wodurch sich Ferkelpartien zügig vermarkten lassen und steigende Preise erwartet werden.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuelle Marktsituation deutet auf eine stabile bis feste Entwicklung im weiteren Frühjahrsverlauf hin. Das begrenzte Lebendangebot bildet eine wichtige Stütze für den Markt, während gleichzeitig saisonale Nachfrageimpulse aus dem Fleischhandel einsetzen. Entscheidend bleibt jedoch, ob die Schlachtunternehmen höhere Einkaufspreise nachhaltig im Fleischverkauf durchsetzen können. Zusätzliche Nachfrage aus dem Export könnte den Markt unterstützen, sofern Lagerbestände in Drittstaaten weiter abgebaut werden. Risiken bestehen vor allem in einer weiterhin nur moderaten Dynamik im Fleischgeschäft und möglichen Kostensteigerungen auf der Energie und Betriebsmittelseite.

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