Schweinemarkt bleibt stabil auf niedrigem Niveau
Deutschland: V-Preis 1,70 €/kg (Spanne 1,70 - 1,70 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 676.423 (Vorwoche: 758.530) Die Schlachtgewichte lagen bei 98,6. In der Vorwoche lagen sie bei 98,7 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 278.600 (Vorwoche: 280.300)
Die ISN-Auktion am Di, 04.11.2025 verlief ohne Einigung beim Handel.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 06.11.2025 bis 12.11.2025auf 1,70 €/kg in einer Spanne von 1,70 – 1,70 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 45. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und ist bei 1,63 €/kg geblieben.
In Belgien gibt es in der 45. KW 2025 keine Veränderung. Somit liegt der Preis nach wie vor bei 1,48 €/kg.
In den Niederlanden bleiben die Notierungen in der 45. KW 2025 unverändertund liegen bei 1,58 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 45. KW um 2 ct gefallen und liegen nun bei 1,70 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 45. KW 2025 um 5 ct auf 2,46 €/kg gefallen.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 45. KW 2025 um 2 ct gefallen und liegt mit 1,81 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,15 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,63€/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche um etwa 4 ct gefallen. In der ersten Novemberwoche stand der US-Schweinemarkt ganz im Zeichen des saisonalen Überangebots. Hohe Schlachtzahlen und steigende Tiergewichte drückten große Mengen Schweinefleisch in den Markt. Gleichzeitig blieb die Nachfrage zwar stabil, aber ohne neue Impulse aus dem Inland noch vom Export. Auch am Terminmarkt dominierten Zurückhaltung und leichte Verluste. Ein Lichtblick kam aus China: Die angekündigte Zollsenkung auf US-Schweinefleisch könnte mittelfristig die Ausfuhren ankurbeln. Kurzfristig jedoch bleibt der Markt geprägt von Unsicherheit, was an der verzögerten USDA-Berichterstattung durch den jüngsten Government Shutdown liegt. Analysten sehen wenig Spielraum für Preisaufschwung, solange das Angebot hoch bleibt und klare Nachfragesignale fehlen.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,80 €/kg und haben ihr Niveau der Vorwoche erneut gehalten. Brasiliens Schweinemarkt zeigte sich Anfang November 2025 stabil, die Versorgung war ausgeglichen, Engpässe traten keine auf. Im Export verzeichnete Brasilien neue Rekorde: Im September gingen über 150.000 Tonnen Schweinefleisch ins Ausland, vor allem in die Philippinen, nach Japan und Mexiko. Auch im Oktober blieb die Ausfuhr hoch, das Jahresziel könnte übertroffen werden. Die Branche spricht von einem der erfolgreichsten Jahre überhaupt. Politisch setzte die Regierung ihren Kurs fort, neue Märkte zu erschließen, zuletzt mit einem Abkommen mit Suriname. Gespräche mit weiteren Ländern Lateinamerikas laufen. Die Nachfrage im Inland dürfte in den kommenden Wochen wegen Feiertagen und Bonuszahlungen steigen, was ein zusätzlicher Impuls für ein ohnehin starkes Schlussquartal werden könnte.
China: die Preise in China haben in der letzten Woche erneut nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,93 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt bleibt auch in der ersten Novemberwoche unter Druck. Ein saisonal bedingter Zwischenanstieg zum Monatswechsel verpuffte schnell, die Erzeugerpreise rutschten wieder ab. Während der Fleischverbrauch langsam anzieht, überwiegt das strukturelle Überangebot. Hohe Schlachtgewichte und stabile Bestände sorgen für vollen Markt. Besonders kleinere Mäster geraten zunehmend in wirtschaftliche Schieflage, während große Zuchtunternehmen von niedrigeren Futterkosten und Effizienzvorteilen profitieren. Die Regierung versucht mit Reservekäufen und Produktionslenkung gegenzusteuern, bislang jedoch mit begrenztem Effekt. Marktteilnehmer hoffen nun auf stärkere Impulse aus dem saisonalen Verbrauch und eine Rückführung der Bestände.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich nach den Feiertagsunterbrechungen stabil bei ausgeglichener Marktlage. Das Angebot fließt stetig ab und trifft auf eine kontinuierliche Nachfrage. Die Importe von Ferkeln und Schlachtschweinen nach Deutschland sind deutlich rückläufig. Am Ferkelmarkt zeigt sich ein konstantes Preisniveau bei ausreichendem Angebot. Der europäische Markt ist flächendeckend gut versorgt, die Notierungen tendieren seitwärts oder leicht schwächer. Die weiterhin sinkenden Preise in den anderen wichtigen Erzeugerländern der EU drücken weiterhin auch auf die deutschen Markpreise.
ZMP Live Expertenmeinung
Die strukturellen Umbrüche in der deutschen Schlachtbranche schreiten weiter voran. Standortschließungen und Kapazitätsverlagerungen wie von Perleberg nach Weißenfels führen regional zu längeren Transportwegen und verringertem Wettbewerb. Gleichzeitig stabilisiert sich der Markt durch gesteuerte Schlachtplanung der Großunternehmen. Exportseitig zeigen sich erste Impulse, etwa durch Südkorea. Der europäische Markt bleibt jedoch herausfordernd. Die Nachricht, dass China nun die Zölle auf US-Schweinefleisch wieder absenken oder aussetzen würde, kommt zwar den amerikanischen Farmern zugute, bedeutet aber, dass der ohnehin überversorgte chinesische Markt kein Bedarf an europäischem Schweinefleisch hat.