Schwacher Fleischmarkt belastet Schweinepreise
Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,70 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen stehen noch aus (Vorwoche 739.363) Die Schlachtgewichte stehen ebenfalls noch aus. In der Vorwoche lagen sie bei 98,4 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 268.300 (Vorwoche: 256.300)
Die ISN-Auktion am Di, 05.05.2026 blieb ohne Ergebnis.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 07.05.2026 bis 13.05.2026 auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,70 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 19. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und liegen bei 1,37 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 19. KW 2026 gleich geblieben und liegen bei 1,73 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 19. KW 2026 ebenfalls gleich geblieben und liegen bei 1,50 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 19. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,61 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 19. KW im Vergleich zur Vorwoche unverändert und liegen bei 1,98 €/kg.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 19. KW 2026 unverändert und liegt bei 1,68 €/kg.
USA: Bei einem Dollarkurs von 1,18 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,79 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche währungsbereinigt leicht gestiegen. Der US-Schweinemarkt zeigte sich in der vergangenen Woche insgesamt stabil bis leicht fester, wobei vor allem die weiterhin robuste Inlandsnachfrage den Markt stützte. Die Schlachtzahlen blieben hoch, gleichzeitig berichten mehrere Marktbeobachter von einem saisonal enger werdenden Angebot an marktreifen Schweinen in einigen wichtigen Produktionsregionen des Mittleren Westens. Aus den USA kamen zudem positive Signale aus dem Exportgeschäft, insbesondere mit Blick auf Asien und Mexiko, wodurch die Vermarktungssituation der Schlachtunternehmen verbessert wurde. Die Fleischverarbeiter meldeten weiterhin gute Nachfrage nach Schweinefleisch im Grillgeschäft, was saisonal typisch für den Übergang in die Sommermonate ist. Gleichzeitig beobachten Analysten eine gewisse Zurückhaltung bei den Erzeugern hinsichtlich Bestandsausweitungen, da die Margen trotz der verbesserten Stimmung weiterhin unter Druck stehen.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,19 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert. D Der brasilianische Schweinemarkt zeigte sich in der vergangenen Woche überwiegend stabil. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen gilt aktuell als ausgeglichener, wodurch sich der Markt nach den stärkeren Schwankungen der vergangenen Monate beruhigt hat. Die Inlandsnachfrage blieb solide, während die Schlachtunternehmen weiterhin mit hoher Auslastung arbeiten. Exportseitig bleibt Brasilien sehr wettbewerbsfähig. Besonders die starke Nachfrage aus Asien unterstützt den Markt und sorgt für eine insgesamt positive Stimmung im Sektor. Marktbeobachter berichten zudem, dass die brasilianischen Exporteure weiterhin von der guten internationalen Positionierung profitieren. Auf Produzentenseite stehen vor allem die Futterkosten im Fokus, da die Entwicklung bei Mais und Soja die Margen beeinflusst. Insgesamt bleibt die Markteinschätzung vorsichtig freundlich, gestützt durch stabile Exporte und eine ausgeglichene Versorgungslage.
China: Die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,89 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt zeigte in der vergangenen Woche weiterhin ein insgesamt hohes Angebot, während die Nachfrage eher verhalten blieb. Viele Schlachtunternehmen berichten von ausreichenden bis hohen Lebendvieh-Anlieferungen, insbesondere aus den großen Produktionsregionen Zentral- und Südchinas. Gleichzeitig halten sich viele Mäster mit Verkäufen zurück, da sie auf eine mögliche Marktbelebung im Mai hoffen. Auf regionaler Ebene wird aus mehreren Provinzen von schwankenden Schlachtgewichten berichtet, was auf unterschiedliche Vermarktungsstrategien und weiterhin hohe Bestände hinweist. Die staatlichen Stellen beobachten den Markt weiter aufmerksam und betonen die Bedeutung einer stabilen Produktion sowie der Kontrolle von Tierseuchen. Besonders die Biosicherheitsmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest bleiben ein zentrales Thema in vielen lokalen Medien. Die Nachfrage im Einzelhandel und in der Gastronomie entwickelt sich bislang nur moderat, obwohl sich der Reise- und Konsumverkehr nach den Feiertagen wieder normalisiert hat. Marktbeobachter erwarten kurzfristig eher eine Seitwärtsbewegung, da Angebot und Nachfrage aktuell relativ ausgeglichen erscheinen. Gleichzeitig bleibt die Stimmung unter chinesischen Produzenten vorsichtig, da hohe Produktionskosten und unsichere Konsumaussichten weiterhin Druck auf den Markt ausüben.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt geriet im Wochenverlauf deutlich unter Druck. Nach zunächst ausgeglichener Versorgungslage verschärften große Schlachtunternehmen den Druck auf die Erzeugerseite und verwiesen auf schwache Fleischgeschäfte sowie umfangreiche Warenverfügbarkeit. Trotz saisonal rückläufig erwarteter Lebendangebote setzte sich am Ende eine spürbare Preisabsenkung durch. Der Fleischmarkt blieb insgesamt lustlos, auch wenn das Grillwetter einzelne Nachfrageimpulse brachte. Der Ferkelmarkt zeigte sich dagegen weiterhin stabil und ausgeglichen. Gleichzeitig steigen die Belastungen durch höhere Futtermittelkosten und schwache Margen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die aktuelle Marktentwicklung zeigt die hohe Unsicherheit innerhalb der europäischen Schweinefleischkette. Kurzfristig dominieren schwache Fleischgeschäfte und die starke Verhandlungsposition der Schlachtunternehmen. Gleichzeitig sprechen die erwartbar sinkenden Lebendangebote in den kommenden Wochen gegen einen nachhaltigen Preisrückgang. Entscheidend wird nun, ob sich die saisonalen Nachfrageimpulse im Mai und Juni verstärken. Der stabile Ferkelmarkt deutet darauf hin, dass Mäster mittelfristig weiter auf eine Marktbelebung setzen. Die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe bleibt jedoch angespannt, da Kosten und Erlöse zunehmend auseinanderlaufen.