Deutschland: V-Preis 1,45 €/kg (Spanne 1,45 - 1,60 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen wurden bislang noch nicht veröffentlicht(Vorwoche: 795.157) Die Schlachtgewichte wurden ebenfalls noch nicht veröffentlicht. In der Vorwoche lagen sie bei 98,1 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 321.000 (Vorwoche: 272.000)
Die ISN-Auktion am Di, 06.01.2026 verlief ohne Handel, da die Handlungsaktivität rund um die Feiertage ausgesetzt ist.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 08.01.2026 bis 14.01.2026auf 1,45 €/kg in einer Spanne von 1,45 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 2. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise um 5 ct gefallen und liegen bei 1,33 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 2. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,36 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 2. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,40€/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 2. KW 2026 um 2 ct gefallen und liegen bei 1,65 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 2. KW 2026 unverändert und liegen bei 2,10 €/kg geblieben.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 2. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,39 €/kg.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,17 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,25 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorweihnachtszeit leicht gefallen. Der US-Schweinemarkt war rund um Weihnachten und den Jahreswechsel von einem reichlichen Angebot geprägt, da Schlachtzahlen und Produktionsmengen insgesamt mindestens auf Vorjahresniveau lagen und die Zuchtsauenbestände zwar leicht rückläufig, die Ferkelzahlen aber weiterhin hoch waren. Feiertagsbedingt kam es zwar kurzfristig zu geringeren Schlachtumfängen, diese wurden jedoch unmittelbar nach den Festtagen wieder aufgeholt. Die Inlandsnachfrage zeigte sich saisonüblich stabil, mit guter Abnahme im Einzelhandel und in der Verarbeitung zum Weihnachtsgeschäft, insgesamt jedoch ohne spürbare Wachstumsimpulse. Der Pro-Kopf-Verbrauch entwickelte sich eher seitwärts bis leicht rückläufig, was den Markt nicht zusätzlich entlastete. Eine zentrale Stütze des Marktes waren die Exporte, insbesondere die sehr starke Nachfrage aus Mexiko sowie stabile Ausfuhren nach Japan und Südkorea, während China eine untergeordnete Rolle spielte. Regional setzte sich der Trend fort, dass die Schweineproduktion im Mittleren Westen leicht ausgeweitet wurde, während sie in südöstlichen Bundesstaaten wie North Carolina weiter zurückging.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,78 €/kg und sind im Vergleich zur Vorweihnachtszeit wechselkursbereinigt stabil geblieben. Der brasilianische Schweinemarkt zeigte sich zum Jahresende rund um Weihnachten und den Jahreswechsel insgesamt sehr robust und gut ausbalanciert. Die Produktion lag 2025 auf Rekordniveau, wobei das zusätzliche Angebot sowohl durch eine lebhafte Inlandsnachfrage als auch durch stark wachsende Exporte aufgenommen wurde. Besonders das Weihnachtsgeschäft sorgte für eine saisonal hohe Nachfrage im Einzelhandel und in der Verarbeitung, während sich der Markt nach den Feiertagen planmäßig beruhigte. Die Exporte erreichten neue Höchststände, getragen vor allem von einer stark gestiegenen Nachfrage aus den Philippinen, Japan und weiteren asiatischen sowie lateinamerikanischen Märkten, während China insgesamt an Bedeutung verlor.
China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,91 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt war rund um Weihnachten und den Jahreswechsel von einem insgesamt ruhigen, aber strukturell angespannten Marktgeschehen geprägt. Trotz saisonal üblicher Nachfrageimpulse blieb der Konsum verhalten, da das Endjahresgeschäft schwächer ausfiel und alternative Proteinquellen Marktanteile gewannen. Gleichzeitig war das Angebot hoch, bedingt durch große Schweinebestände, hohe Schlachtgewichte und eine weiterhin ausgeweitete Produktion, sodass saisonale Nachfrageeffekte schnell aufgefangen wurden. Regionale Unterschiede spielten eine Rolle: Während im Norden kurzfristig eine leichte Belebung zu beobachten war, flaute die Nachfrage im Süden nach dem Abschluss des traditionellen Pökelgeschäfts deutlich ab. Die Importmengen gingen weiter zurück, da der Binnenmarkt gut versorgt war und Auslandsware an Bedeutung verlor. Staatliche Maßnahmen wie Reserveankäufe und der politisch forcierte Abbau von Zuchtsauen unterstreichen, dass Marktstabilisierung und Angebotsanpassung derzeit zentrale Themen im chinesischen Schweinesektor sind.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt startet mit spürbarem Preisdruck ins neue Jahr. Feiertagsbedingte Überhänge belasten den Markt, die Nachfrage im Fleischhandel bleibt verhalten. Insbesondere der Absatz in der EU leidet unter zusätzlicher Konkurrenz durch günstige Importware infolge des ASP-Ausbruchs in Spanien und schwacher Drittlandexporte. Die Sauenvermarktung verläuft schleppend, Impulse aus der Industrie fehlen. Der Ferkelmarkt zeigt sich weitgehend stabil, die Preise verharren auf Vorwochenniveau. Der Futtermittelmarkt bleibt zum Jahresauftakt ruhig ohne nennenswerte Preisbewegungen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Marktlage wird derzeit von einem Zusammentreffen ungünstiger Faktoren bestimmt. Die saisonal schwache Nachfrage trifft auf zusätzliche Angebotsmengen aus dem EU-Binnenmarkt, was den Druck auf Preise erhöht. Gleichzeitig verschärfen außenwirtschaftliche Einflüsse wie Strafzölle und Tierseuchen die Wettbewerbssituation. Positiv ist die abnehmende ASP-Fallzahl im Inland, was mittelfristig für mehr Planungssicherheit sorgt. Perspektivisch bietet das rückläufige EU-Angebot Chancen für Preiserholungen, sofern Überhänge zügig abgebaut werden und der Export an Dynamik gewinnt. Wann eine Erholung allerdings einsetzt, ist momentan nur schwer einzuschätzen und der aktuelle Preissturz zeigt erneut die schwierige Lage auf. Hoffnung liegt derzeit auf einem Regionalisierungsabkommen, wie auch Spanien eins mit China geschlossen hat. Dies könnte den Markt entlasten.