Deutschland: V-Preis 1,70 €/kg (Spanne 1,70 - 1,77 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 635.693 (Vorwoche:747.229) und einem Schlachtgewicht von 98,4 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,2 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 283.300 (Vorwoche: 278.600)
Die ISN-Auktion am Di, 07.10.2025 lieferte kein Ergebnis.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 09.10.2025 bis 15.10.2025auf 1,70 €/kg in einer Spanne von 1,70 – 1,77 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 41. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert bei 1,73 €/kg geblieben.
In Belgien gibt es in der 41. KW 2025 keine Veränderung. Der Preis liegt somit erneut bei 1,58 €/kg.
In den Niederlanden bleiben die Notierungen in der 41. KW 2025 um bei 1,68 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 41. KW um 2 ct auf 1,78 €/kg gesunken.
In Italien sind die Notierungen in der 41. KW 2025 um 2 ct auf 2,66 €/kg gefallen.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 41. KW 2025 um 4 ct gefallen und liegt mit 1,96 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,87 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche um etwa 5 ct gefallen. In der vergangenen Woche zeigte sich der US-Schweinemarkt insgesamt etwas schwächer. Bei den Teilstücken standen vor allem Bauch und Nacken im Fokus: Beide verloren spürbar an Wert. Die Schlachtzahlen lagen über dem Niveau der Vorwoche und auch leicht über dem Vorjahr, was auf ein anhaltend hohes Angebot hinweist und den Markt entsprechend unter Druck setzte. Trotz deutlich höherer Zölle blieben die US-Schweinefleischexporte nach China im Juli mengenmäßig stabil, lagen aber im Gesamtzeitraum Januar bis Juli wegen früherer Zollerhöhungen klar unter dem Vorjahr.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,80 €/kg und haben in der letzten Woche leicht nachgegeben. Trotzdem zeigt sich der brasilianische Markt insgesamt stabil. Die Exporte erreichten im September ein Rekordvolumen, getrieben durch starke Nachfrage aus Asien (v.a. Philippinen), während China weniger abnahm. Niedrigere Futterkosten und ein ausgeglichenes Angebot stützten die Margen der Produzenten deutlich. Im Inland sorgt der Monatsbeginn für eine Belebung der Nachfrage, während das wirtschaftliche Umfeld (v.a. hohe Zinsen) Investitionen weiter bremst.
China: die Preise in China liegen aktuell bei umgerechnet 2,05 €/kg am Spotmarkt und verhalten sich derzeit stabil. In den vergangenen Tagen rund um Chinas „Goldene Woche“ kam es zunächst zu lokalen Preisaufschlägen, da Schlachthöfe und Händler vor dem Feiertagsbeginn zusätzliche Mengen einkauften. Viele Marktteilnehmer erwarteten dadurch eine kurzfristige Belebung der Nachfrage. Diese blieb jedoch weitgehend aus. Das hohe Angebot und schwerere Tiere trafen auf eine nur kurzzeitig erhöhte, insgesamt aber schwache Inlandsnachfrage. Nach dem Feiertag fiel die Nachfrage wieder rasch zurück, sodass der Markt trotz der Feiertagseffekte deutlich überversorgt blieb.
Fazit
Am Schlachtschweinemarkt trifft ein umfangreiches Lebendangebot auf eine verhaltene Nachfrage der Schlachtbetriebe. Der Feiertagsausfall am 3. Oktober führte zu Vermarktungsrückständen, die nun auf einen überversorgten Markt treffen. Die Fleischvermarktung bleibt zäh, Exportaktivitäten sind durch Strafzölle zusätzlich belastet. Auch am Ferkelmarkt zeigt sich ein ruhiger Verlauf mit schwacher Nachfrage, insbesondere bei freien Partien. Trotz regional stabiler EU-Notierungen nahm der Markt in Deutschland eine deutlich schwächere Tendenz auf.
ZMP Live Expertenmeinung
Der deutliche Preisverfall in dieser Woche ist Folge eines hohen Lebendangebots bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. Schlachtunternehmen nutzten den Feiertagsrückstau und die angespannte Marktlage, um massiv Druck auszuüben. Die Erzeugerseite konnte dem kaum entgegentreten. Wie es weitergeht, hängt maßgeblich von einer zügigen Räumung der Überhänge und möglichen Impulsen im Fleischgeschäft ab. Eine weitere Schwächephase ist nicht ausgeschlossen, eine Stabilisierung aber bei rückläufigem Angebot möglich, da der aktuelle Preisverfall auch als überraschend stark wahrgenommen wird.