Deutschland: V-Preis 2,33 €/kg (Spanne 2,33 – 2,38 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen sind mit 640.257 Schweinen (Vorwoche 756.382) feiertagsbedingt geringer ausgefallen, die Schlachtgewichte sind mit 97,4 kg gleich geblieben
Die Voranmeldungen bleiben mit 245.650 Schweinen (Vorwoche 243.500) weiter unter dem Durchschnitt früherer Jahre.
Auf der ISN-Auktion am Di, 09.Mai. 2023 wurde ein Durchschnittspreis von 2,45 €/kg bzw. -5 ct/kg zur Vorauktion in einer Spanne von 2,45 bis 2,45 €/kg erzielt.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 11.05.2023 bis 17.05.2023 auf 2,33 €/kg in einer Spanne von 2,33 bis 2,38 €/kg beibehalten worden;
ASP: Mit Stand vom 05. Mai. 2023 sind 5.317 ASP infizierte Wildschweine in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg amtlich bestätigt worden. Seit Jahresbeginn 2023 sind in den ersten 3 Monaten 482 Fälle gemeldet worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark wurden die Preise in der 19. KW 2023 wiederholt vergleichbar gerechnete 2,04 €/kg unverändert beibehalten.
In Belgien sind die Preise in der 19. KW 2023 mit 2,21 €/kg seit mehreren Wochen unverändert beibehalten worden. Das Lebendangebot ist zwar begrenzt, aber der Fleischabsatz bremst.
In den Niederlanden sind die Preise in der 19. KW 2023 mit vergleichbar gerechneten 2,22 €/kg zum wiederholten Male unverändert geblieben.
In Frankreich/Bretagne wurden die Preise mit 2,18 €/kg um weitere 4 ct/kg niedriger angesetzt. Feiertagsbedingt sind die Schlachtzahlen sehr niedrig ausgefallen.
In Italien sind die Notierungen in der 19. KW 2023 um weitere 3 ct/kg zurückgesetzt worden. Die Fleischnachfrage bleibt aufgrund der gestiegenen Verbraucherpreise zurückhaltend.
In Spanien sind die Preise in der 19. KW 2023 bei vergleichbaren 2,64 €/kg zum wiederholten Male unverändert geblieben. Die Schlachtkapazitäten sind zwar nicht ausgelastet, aber das hohe Preisniveau bremst die Absatzmöglichkeiten im In- und Ausland.
In den USA/IOWA sind die Preise nach kurzer Preiserholung wieder auf umgerechnete 1,50 €/kg zurückgefallen. Wechselnde Covid-bedingte Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten führen zu schwankender Lebendnachfrage. Die Kühlhausvorräte bleiben hoch. Die Preise für Teilstücke zeigen begrenztes Potenzial nach oben. Die Börsennotierungen für den Aug.-23 sind auf enttäuschende 1,73 €/kg zurückgefallen. Für das 3. Quartal 2023 werden Produktionskürzungen erwartet.
Brasilien: Die Erzeugerpreise haben sich im Durchschnitt bei schwächeren REAL auf 1,56 €/kg wieder erholt. Die Preisspanne zwischen verbrauchernahen und marktfernen Regionen werden größer. Das Exportgeschäft mit den asiatischen Ländern ist eine wesentliche Preisstütze.
China: Die Preise haben sich Anfang Mai 2023 mit umgerechnet 2,59 €/kg wieder gefangen. Die Fleischnachfrage bleibt jedoch saisonüblich schwach. Erst für Sep.23 werden wieder Kurse an der Dalian Börse von umgerechnet 3,0 €/kg gehandelt. Trotz gestiegener Eigenerzeugung sollen die Importe wieder leicht zulegen.
Fazit: Trotz knappen Lebendangebots, niedriger Kühlhausvorräte und unausgelasteter Kapazitäten halten sich die Preise aufgrund begrenzter Fleischnachfrage auf dem erreichten Niveau. Die niedrigen Reserven sind für die kommende Grillsaison zu knapp, um den üblichen Mehrbedarf in der Grillsaison zu decken. Es besteht durchaus Preisspielraum nach oben, aber er läßt in Abhängigkeit vom Grillwetter auf sich warten.
ZMP Live Expertenmeinung
Von der ungewöhnlich knappen Angebotsseite her zeigen alle Anzeichen auf demnächst steigende Preise. Allerdings ist die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zurzeit noch ausgeprägt stark, so dass sich höhere Wiederverkaufspreise vorerst nicht durchsetzen lassen. Der Versorgungsengpass muss also noch ein wenig größer werden.