ASP in Spanien sorgt für anhaltenden Preisdruck in Europa
Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,60 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 781.138 (Vorwoche: 777.296) Die Schlachtgewichte lagen bei 98,1 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,4 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 273.400 (Vorwoche: 277.400)
Die ISN-Auktion am Di, 09.12.2025 verlief ohne Handel.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 11.12.2025 bis 17.12.2025auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 50. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise um 7 ct gefallen und liegen bei 1,46 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 50. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,40 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 50. KW 2025 um 6 ct gefallen und liegen bei 1,40€/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 50. KW um 1 ct gefallen und liegen bei 1,61 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 50. KW 2025 um 5 ct gefallen und liegen nun bei 2,20 €/kg geblieben.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 50. KW 2025 um 12 ct gefallen und liegt mit 1,47 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,35 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben. Der US-Schweinemarkt zeigte sich in der vergangenen Woche von einem hohen Schlachtaufkommen geprägt, das durch schwerere Tiere und eine deutliche Nachholschlachtung nach dem Feiertag zusätzlich verstärkt wurde. Auf der Nachfrageseite blieb der Impuls hingegen verhalten: Der Großhandelsmarkt fand keine klare Richtung, und die erwartete Belebung durch das Feiertagsgeschäft fiel bislang moderat aus. Die Exportströme blieben stabil, angeführt von Mexiko und Japan, während China zwar wieder etwas aktiver wurde, aber weiterhin keine dominante Rolle spielt. In der Produktion sorgten ein Wintereinbruch im Mittleren Westen und erste Transportverzögerungen zwar für zusätzliche Aufmerksamkeit, führten jedoch zu keinen größeren Störungen. Insgesamt präsentierte sich der Markt als gut versorgt, wetterbedingt leicht angespannt, aber ohne klare Impulse, die den fundamentalen Angebotsüberhang kurzfristig verändern könnten.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,76 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. Angebot und Nachfrage hielten sich die Waage, sodass weder Überhänge noch Engpässe auftraten. Gleichzeitig boomt der Export: In der ersten Dezemberwoche stiegen die Ausfuhren deutlich an, vor allem durch höhere Nachfrage aus Asien und neue Märkte wie die Philippinen. Im Inland bleibt der Konsum hoch, gestützt durch die stabile Wirtschaftslage und wettbewerbsfähige Fleischpreise. Verbände und Analysten sehen die Branche insgesamt gut aufgestellt. Mit niedrigeren Futterkosten, verlässlicher Tiergesundheit und Potenzial für weiteres Wachstum sieht die Lage solide aus. Trotz einzelner Herausforderungen, wie regionaler Wetterereignisse oder Seuchenausbrüche, blieb der Markt zuletzt bemerkenswert ruhig und robust.
China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,84 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt steckt weiterhin tief in der Krise: Ein strukturelles Überangebot trifft auf verhaltene Nachfrage, was den Preisdruck auf Erzeuger erhöht und viele in die Verlustzone drängt. Obwohl staatliche Stellen bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet haben, etwa durch gezielten Abbau der Zuchtsauenbestände und Einlagerungen in Fleischreserven, bleibt der Markt mit Schlachttieren übersättigt. Zugleich dämpfen hohe Lagerbestände an Tiefkühlware und ausbleibende saisonale Impulse die Erwartungen an einen baldigen Aufschwung. Die Hoffnung vieler Marktteilnehmer ruht nun auf einer Konsumbelebung rund um das chinesische Neujahrsfest, doch Analysten warnen vor einem möglichen zweiten Tiefpunkt im Schweinezyklus, bevor sich mittelfristig eine Trendwende abzeichnet.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt präsentiert sich in der Vorweihnachtswoche weitgehend ausgeglichen bei regional unterschiedlichen Vermarktungsbedingungen. Die Nachfrage der Schlachtunternehmen ist rege und wird durch die belebte Inlandsnachfrage gestützt. Am Ferkelmarkt zeigt sich eine stabile Tendenz mit weitgehend unveränderten Preisen. Die Schlachtzahlen ziehen weiter leicht an, das durchschnittliche Schlachtgewicht geht erneut zurück. Auf dem europäischen Markt belasten spanische Fleischmengen infolge der ASP-Situation zunehmend den Wettbewerb.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Entwicklungen in Spanien rücken zunehmend in den Fokus der Marktteilnehmer. Der ASP-Ausbruch bei Wildschweinen in Katalonien hat zu massiven Exportsperren geführt und zwingt spanische Schlachtunternehmen zu aggressiven Preisstrategien. Diese drängen vermehrt günstiges Schweinefleisch auf den EU-Markt und verschärfen den Wettbewerb deutlich. Besonders betroffen sind Exportmärkte, in denen Spanien Marktanteile verliert, was Chancen für Mitbewerber eröffnet. Zugleich wachsen Befürchtungen, dass die Marktbelastung durch spanisches Fleisch in den kommenden Wochen zunimmt und sich dämpfend auf die Preisstimmung in ganz Europa auswirken könnte. In Deutschland stützt die saisonal anziehende Inlandsnachfrage das Marktgeschehen, während sich Schlachtungen und Logistik auf die bevorstehenden Feiertage einstellen.