Schlachtschweinemarkt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau
Deutschland: V-Preis 1,45 €/kg (Spanne 1,45 - 1,45 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen wurden bislang noch nicht veröffentlicht(Vorwoche: 477.726) Die Schlachtgewichte wurden ebenfalls noch nicht veröffentlicht. In der Vorwoche lagen sie bei 99,5 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 315.600 (Vorwoche: 321.000)
Die ISN-Auktion am Di, 13.01.2026 verlief ohne Handel, da die Handlungsaktivität rund um die Feiertage ausgesetzt ist.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 15.01.2026 bis 21.01.2026auf 1,45 €/kg in einer Spanne von 1,45 – 1,45 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 3. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preiseunverändert und liegen bei 1,33 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 3. KW 2026 um 17 ct gefallen und liegen bei 1,21 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 3. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,36€/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 3. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,61 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 3. KW 2026 um 10 ct gefallen und liegen bei 2,00 €/kg.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 3. KW 2026 um 5 ct gefallen und liegt bei 1,34 €/kg.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,17 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,32 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen.Der US-Schweinemarkt ist mit einem weiterhin hohen Angebot ins neue Jahr gestartet, die Schlachtzahlen liegen wieder auf normalem Niveau und die Bestände sind leicht höher als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Zuchtsauenherde eher knapp, während die Produktivität (Ferkel je Wurf) weiter steigt, sodass die Produktion insgesamt nur moderat wächst. Die Inlandsnachfrage wirkt stabil, aber der Markt ist aktuell nicht von akutem Beschaffungsdruck der Schlachtunternehmen geprägt. Im Export bleibt Mexiko der wichtigste Absatzmarkt, während China deutlich weniger Ware abnimmt; zuletzt gab es wieder gute Bestellungen aus Japan. Ein Unsicherheitsfaktor sind neue Importzölle in Mexiko, die US-Lieferungen belasten könnten.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,76 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche leicht gefallen. Der brasilianische Schweinemarkt ist zum Jahreswechsel insgesamt stabil, getragen von einer weiterhin soliden Inlandsnachfrage und sehr starken Exporten. Saisonbedingt ist die Inlandsnachfrage zu Jahresbeginn eher ruhiger, da nach den Feiertagen weniger konsumiert wird und hohe Temperaturen den Frischfleischabsatz bremsen. Gleichzeitig bleiben die Rahmenbedingungen für die Erzeugung vergleichsweise günstig, vor allem wegen guter Getreideversorgung und stabiler Futterkosten. Insgesamt bewerten Verbände und Marktbeobachter die Lage positiv und erwarten für 2026 weiteres moderates Wachstum bei Produktion, Verbrauch und Export.
China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,95 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt ist aktuell weiterhin von einem hohen Angebot geprägt, weil die Bestände (inkl. Zuchtsauen) trotz angekündigter Reduktionen noch auf einem relativ hohen Niveau liegen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage eher verhalten, da die Konsumimpulse nach dem Jahreswechsel schwächer sind. Viele Betriebe haben ihre Vermarktung im Januar zurückgenommen, nachdem zum Jahresende überdurchschnittlich viel geschlachtet wurde, wodurch das Marktangebot kurzfristig etwas knapper wirkt. Tierseuchen (v. a. Afrikanische Schweinepest) bleiben ein wichtiges Risiko und führen regional zu vorgezogenen Verkäufen sowie Bestandsverlusten. Außenhandelspolitisch versucht China, den Binnenmarkt stärker zu schützen, u. a. durch Maßnahmen gegen Importe (z. B. Zölle auf EU-Ware). Insgesamt ist die Lage aktuelle auf einem niedrig stabilen Niveau, nach einem schwierigen Jahr, mit vorsichtigem Ausblick, dass sich das Marktgleichgewicht im weiteren Jahresverlauf verbessern könnte.
Fazit
Das Lebendangebot bleibt weiterhin umfangreich und sorgt in Verbindung mit regional unterschiedlich verlaufendem Abbau der Überhänge für eine angespannte Vermarktungslage. Die Nachfrage seitens der Schlachtunternehmen bleibt verhalten, was sich auch in der fortgesetzt hohen Versorgung des Fleischmarktes widerspiegelt. Die Preisnotierung für Schlachtschweine behauptet sich trotz des schwachen Umfelds auf dem zuletzt deutlich gesenkten Niveau. Auch am Ferkelmarkt setzt sich der Druck fort, regional ist die Vermarktung freier Partien nur schwer möglich. Die Teilstückpreise stehen unter Druck und ein Teil der Ware wandert ins Kühlhaus. Die Schlachtgewichte sind zuletzt erneut angestiegen, was den Angebotsdruck weiter erhöht. Ferkelnotierungen wurden in mehreren Regionen spürbar zurückgenommen, was auf eine weiter eingetrübte Stimmung hinweist.
ZMP Live Expertenmeinung
Die seitwärts tendierende Notierung zeigt, dass der Markt aktuell eine Bodenbildung sucht, allerdings fehlen Impulse für eine echte Erholung. Die schleppende Inlandsnachfrage und der Preisdruck am Fleischmarkt bleiben belastend. Positive Impulse sind bisher nicht in Sicht, da auch im EU-Handel ein verstärkter Preisdruck herrscht. Ohne strukturelle Marktbereinigung bleibt die Lage angespannt mit begrenztem Spielraum nach oben. Die Situation auf dem Drittlandsexportmarkt bleibt aufgrund von ASP eingeschränkt, was die Exportperspektiven zusätzlich belastet. Eine Verbesserung der Lage wird frühestens mit einer spürbaren Reduktion des Lebendangebots zu erwarten sein, oder durch ein Regionalisierungsabkommen mit China.