15.
10.25
Mehr Schlachtungen und zäher Handel prägen die Woche

Schweine News, 15.10.2025

Bullish
  • Überhänge bauen sich langsam ab
  • saisonal zunehmender Fleischverbrauch im Herbst
  • stabile bis leicht anziehende Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel
Bearish
  • Preisrückgang in EU-Nachbarländern, den USA und China
  • Export in Drittländer bleibt schwierig
  • geringe Impulse aus der Gastronomie

Deutschland: V-Preis 1,70 €/kg (Spanne 1,70 - 1,75 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 740.802 (Vorwoche: 635.693) und einem Schlachtgewicht von 98,8 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,4 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 285.800 (Vorwoche:  283.300)

Die ISN-Auktion am Di, 14.10.2025 lag bei einem Preis von 1,71 €/kg in einer Spanne von 1,705 – 1,705 €/kg).

Der V-Preis ist für die Zeit vom 16.10.2025 bis 22.10.2025auf 1,70 €/kg in einer Spanne von 1,70 – 1,75 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 42. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise und 10 ct gefallen und liegen nun bei 1,63 €/kg geblieben.

In Belgien gibt es in der 42. KW 2025 ein Minus von 11 ct. Der Preis liegt somit erneut bei 1,47 €/kg.

In den Niederlanden fallen die Notierungen in der 42. KW 2025 um 10 ct und liegen nun bei 1,58 €/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 42. KW um 5 ct auf 1,73 €/kg gesunken.

In Italien sind die Notierungen in der 42. KW 2025 um 5 ct auf 2,61 €/kg gefallen.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 42. KW 2025 um 6 ct gefallen und liegt mit 1,90 €/kg nun niedriger.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,76 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche um etwa 11 ct gefallen, da die Nachfrage schwächelte. Gleichzeitig war das Schlachtangebot höher, die Zahl der verarbeiteten Tiere übertraf die Vorjahreswerte und die Tiere wogen durchschnittlich mehr. Die Inlandsnachfrage, vor allem für Teilstücke wie Schinken und Lenden, zeigte sich rückläufig. Auf den Exportmärkten, insbesondere in China, blieb die Nachfrage verhalten, belastet durch Überproduktion und Handelshemmnisse.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,76 €/kg und haben in der letzten Woche leicht nachgegeben. Trotzdem zeigt sich der brasilianische Markt insgesamt stabil. In der letzten Woche dominierte der brasilianische Schweinemarkt vor allem Meldungen zu den neuen Rekordhöhen bei den Exportmengen. Brasilien meldete für September einen starken Anstieg der Schweinefleischexporte gegenüber dem Vorjahr. Die international gesteigerte Nachfrage hielt viele Produzenten am Markt, obwohl die Inlandsnachfrage durch schwächelnde Kaufkraft nur verhalten blieb.

China: die Preise in China haben in der letzten Woche deutlich nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,98 €/kg am Spotmarkt. Das ist ein Minus von 7 ct (der Wechselkurs ist nahezu unverändert). China steht weiterhin vor einem massiven Überangebot an Schweinen, weshalb die Regierung die großen Produzenten zur Bestandsreduzierung und zu niedrigeren Schlachtgewichten drängt. Die Behörden wollen damit den Markt stabilisieren und Verluste in der Branche eindämmen. Gleichzeitig bleibt die Inlandsnachfrage nach den Feiertagen der goldenen Woche überraschend. Im Außenhandel sorgt der Konflikt mit der EU für Spannungen: Peking hat hohe Anti-Dumping-Zölle auf europäisches Schweinefleisch verhängt. Dadurch dürften Importe aus Europa deutlich sinken, was den Markt entspannen sollte.

asp

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt bleibt nach dem kräftigen Dämpfer schwach, bei reichlichem Lebendangebot und zäher Nachfrage. EU weit steht die Notierung unter Druck, während in Deutschland zur Wochenmitte erste Stabilisierungstendenzen sichtbar sind und Schlachtungen ausgeweitet wurden, Überhänge werden langsam abgebaut. Der Fleischhandel bleibt anspruchsvoll, zeigt auf niedrigerem Niveau leichte Absatzverbesserungen. Der Ferkelmarkt ist von verhaltener Kaufbereitschaft und sinkenden Notierungen geprägt. Exportmöglichkeiten in Drittländer sind weiterhin eingeschränkt.

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ZMP Live Expertenmeinung

Kurzfristig spricht die Kombination aus erweitertem Schlachttempo und niedrigerem Niveau für eine vorsichtige Marktberuhigung, allerdings ohne klaren Impuls für eine breite Erholung. Entscheidend sind der weitere Abbau der Überhänge, die Entwicklung der Schlachtgewichte und eine Belebung im Handel sowie im Export. Der anhaltende Druck im Ferkelmarkt deutet auf vorsichtigere Belegung hin und begrenzt das Potenzial. Das Basisszenario ist vorerst eine seitwärts gerichtete t, während positive Überraschungen vor allem von Nachfrageimpulsen kommen müssten. Durch die Abgesenkten Notierungen in den relevanten Nachbarländern bleibt der Druck insgesamt aber dennoch bestehen. Auch der Preisverfall in den USA und in China sprechen derzeit für ein insgesamtes Überangebot.

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