17.
09.25
Exportdruck und Preisschwäche belasten Schweinemarkt

Schweine News, 17.09.2025

Bullish
  • Rückgang der Lebendimporte von Schlachtschweinen und Ferkeln aus dem Ausland
  • Feste Lieferbeziehungen sichern Absatz
  • Ende der Feriensaison
Bearish
  • Verunsicherung durch chinesische Anti-Dumpingzölle
  • Ankündigung von Tönnies den Schlachtsauenpreis zu senken
  • Starker Euro

Deutschland: V-Preis 1,85 €/kg (Spanne 1,85 - 1,90 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 741.350 (Vorwoche: 743.394). Die Schlachtgewichte liegen bei 98,1 kg (Vorwoche: 97,9 kg).   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 271.700 (Vorwoche:  262.200)

Die ISN-Auktion am Di, 16.09.2025 verlief ohne Handel.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 18.09.2025 bis 24.09.2025auf 1,85 €/kg in einer Spanne von 1,85 – 1,90 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 38. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise um 7 ct gefallen und liegen bei 1,83 €/kg.

In Belgien gibt es in der 38. KW 2025 ein Minus von 4 ct. Der Preis fällt somit auf 1,71 €/kg.

In den Niederlanden fallen die Notierungen in der 38. KW 2025 um 6 ct und liegen bei 1,83 €/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 38. KW um 6 ct auf 1,85 €/kg gesunken.

In Italien sind die Notierungen in der 38. KW 2025 um 3 ct auf 2,64 €/kg gestiegen.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 38. KW 2025 um 4 ct gefallen und liegt mit 2,08 €/kg nun niedriger.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,18 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,98 €/kg. Der Handel läuft derzeit weitgehend stabil. Der Markt erwartet derzeit eine Absenkung der Zinsen in den USA, was den Dollar abschwächt und die Exportchancen erhöht. Die Schlachtzahlen sind im Wochenrückblick gestiegen und die Preise für Teilstücke mussten zuletzt Verluste hinnehmen. Trotzdem zeichnet sich bisher aufgrund des schwachen Dollars ein stabiles Bild.

Brasilien: Im September 2025 hat Brasilien seine Schweinefleischexporte deutlich gesteigert: In den ersten beiden Septemberwochen wurden bereits über 63.000 Tonnen ausgeführt, rund 24 % mehr als im Vorjahr. Die Inlandsnachfrage blieb stabil, die Preise für Schlachtschweine und Fleisch erreichten den höchsten Stand seit Ende 2024, unterstützt durch starke Ausfuhren und günstigere Futterkosten. Politisch prägend war eine neue Biosicherheitsverordnung in Santa Catarina, die strengere Schutzmaßnahmen gegen Tierseuchen vorschreibt. Zudem eröffnen die chinesischen Zölle auf EU-Schwein Brasilien neue Chancen als Lieferant auf dem Weltmarkt. Die aktuellen Erzeugerpreise liegen stabil bei umgerechnet 1,89 €/kg.

China: die Preise in China liegen aktuell bei umgerechnet 2,07 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche erneut gefallen. China hat große Schweineproduzenten zu Gesprächen geladen, um durch Bestandskürzungen das Überangebot zu verringern und die stark gefallenen Schweinepreise zu stabilisieren. Hintergrund sind Preisrückgänge von rund 25 % bei Schweinen allein in diesem Jahr. Gleichzeitig wurden Anti-Dumping-Zölle von bis zu 62,4 % auf EU-Schweinefleischexporte verhängt, die vor allem Innereien betreffen. Für europäische Erzeuger bedeutet das sinkende Erlöse und die Gefahr von Produktionskürzungen trotz einer gerade beginnenden Erholung.

asp

Fazit
Die Marktlage am Schlachtschweinemarkt hat sich deutlich eingetrübt. Der Fleischabsatz bleibt impulsarm, während der europäische Markt durch chinesische Anti-Dumpingzölle zusätzlich belastet wird. Große Schlachtunternehmen erhöhen den Druck auf die Erzeugerseite, was zu einer spürbaren Marktverunsicherung führt. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen ist saisonal steigend, lässt sich aber bislang stetig vermarkten. Im Ferkelmarkt trifft ein wachsendes Angebot auf nachlassende Nachfrage, die Notierungen sind rückläufig.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die Kombination aus anhaltender Nachfrageschwäche im Fleischmarkt und außenwirtschaftlichen Belastungen durch die chinesischen Zölle setzt den deutschen Schweinemarkt zunehmend unter Druck. Während ein begrenztes Lebendangebot noch stabilisierend wirkt, könnten rückläufige Exportmöglichkeiten sowie sinkende Ferkelpreise die Perspektiven belasten. Positiv wirkt der Rückgang der Schlachtschweineimporte, der ab dem vierten Quartal entlastend wirken dürfte. Entscheidend wird sein, ob sich die EU-Fleischexporte in alternative Märkte lenken lassen.

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