17.
12.25
Weihnachtsgeschäft stützt Schweinemarkt trotz EU-weitem Druck

Schweine News, 17.12.2025

Bullish
  • Saisonale Hochphase bei Fleischverarbeitung und LEH führt zu starker Nachfrage
  • Rückgang der Schlachtgewichte signalisiert zügigere Vermarktung
  • Chinas Zollsenkung verbessert mittelfristig die Exportaussichten für die EU
Bearish
  • Zusätzlicher Wettbewerbsdruck durch spanische Exportmengen infolge ASP
  • Unsicherheit über Nachfrageentwicklung nach Weihnachten und zum Jahreswechsel
  • Starker Euro

Weihnachtsgeschäft stützt Schweinemarkt trotz EU-weitem Druck

Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,60 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 795.157 (Vorwoche: 783.010) Die Schlachtgewichte lagen bei 97,8 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,1 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 272.000 (Vorwoche:  273.400)

Die ISN-Auktion am Di, 17.12.2025 verlief ohne Handel, da die Handlungsaktivität rund um die Feiertage ausgesetzt ist.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 18.12.2025 bis 24.12.2025auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 51. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise um 5 ct gefallen und liegen bei 1,41 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 51. KW 2025 um 4 ct gefallen und liegen bei 1,36 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 51. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,40€/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 51. KW um 2 ct gefallen und liegen bei 1,65 €/kg.

In Italien sind die Notierungen in der 51. KW 2025 um 5 ct gefallen und liegen nun bei 2,15 €/kg geblieben.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 51. KW 2025 um 8 ct gefallen und liegt mit 1,39 €/kg nun niedriger.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,17 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,31 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben. Der US-Schweinemarkt war in der letzten Woche vor allem durch ein hohes Angebot geprägt, insbesondere im Mittleren Westen (u. a. Iowa und Minnesota), was sich in hohen Schlachtzahlen und steigenden Schlachtgewichten widerspiegelt. Die Schlachtbetriebe arbeiteten nahezu an der Kapazitätsgrenze und profitierten von der Marktlage, während die Erzeugerseite weiterhin unter Druck stand. Die Inlandsnachfrage zeigte sich saisonbedingt stabil, getragen vom Weihnachtsgeschäft mit Schinken und verarbeiteten Produkten. Auf der Exportseite blieb Mexiko der wichtigste und sehr aufnahmefähige Absatzmarkt, während China weiterhin schwach blieb und politisch-handelspolitische Unsicherheiten bestehen. Politisch standen vor allem Handelsfragen und Diskussionen um regulatorische Rahmenbedingungen (u. a. Tierhaltungsauflagen) im Fokus. Insgesamt zeigt sich der Markt kurzfristig gut versorgt, mit vorsichtig optimistischen Erwartungen für eine Stabilisierung im neuen Jahr.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,74 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. Der brasilianische Schweinemarkt zeigte sich in der letzten Woche insgesamt stabil und gut ausgeglichen. Das gestiegene Produktionsniveau konnte sowohl durch eine lebhafte Inlandsnachfrage im Vorfeld der Feiertage als auch durch weiterhin starke Exporte aufgenommen werden. Besonders positiv wirkte sich die breite Aufstellung der Exportmärkte aus, da Brasilien weniger abhängig von einzelnen Abnehmerländern ist. Die Futtermittelsituation blieb günstig, was die Rentabilität der Schweinehalter deutlich verbesserte und für eine positive Marktstimmung sorgte. Tiergesundheitlich blieb die Lage ruhig, da Brasilien weiterhin frei von Afrikanischer Schweinepest ist und vereinzelte regionale Seuchenfälle keinen Einfluss auf den nationalen Markt hatten. Insgesamt geht der Sektor mit vorsichtigem Optimismus in den Jahreswechsel.

China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,85 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt blieb in der letzten Woche klar von einem Überangebot geprägt, während die Nachfrage trotz saisonaler Impulse nur verhalten anzog. Die Produktion ist weiterhin hoch, da die Bestände nach früheren Ausweitungen nur langsam reduziert werden, was den Vermarktungsdruck insbesondere bei kleineren Betrieben erhöht. Staatliche Stellen versuchen gegenzusteuern, unter anderem durch Fleischankäufe für Reserven und durch Vorgaben zur Reduzierung der Zuchtsauenbestände, deren Wirkung sich aber erst zeitverzögert entfalten dürfte. Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest spielen aktuell lokal eine Rolle, sind jedoch landesweit unter Kontrolle und beeinflussen das Angebot nur begrenzt. Im Außenhandel sorgten gesenkte Zölle auf EU-Schweinefleisch und regionale Importbeschränkungen bei ASP-Fällen für etwas mehr Planungssicherheit, ohne den Binnenmarkt spürbar zu entlasten. Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig angespannt, mit anhaltendem Druck auf Erzeuger und nur begrenzten Aussichten auf eine schnelle Erholung.

asp

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich zum Jahresendspurt lebhaft bei gleichzeitig regional differenzierter Vermarktung. Das hohe Angebot trifft auf saisonal starke Nachfrage aus Schlachtung, Verarbeitung und Lebensmitteleinzelhandel. Die Schlachtzahlen steigen, die Schlachtgewichte sinken weiter. Der Ferkelmarkt bleibt ausgeglichen mit stabilen Preisen. Die deutsche Marktlage bleibt vorerst verhältnismäßig stabil, während der EU-Markt durch den ASP-Ausbruch in Spanien sowie Importdruck angespannt ist. China hat die Zölle zwar abgesenkt, dennoch liegen sie bei bis zu 20 % für die nächsten fünf Jahre, was den Markt nicht komplett entlastet.

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ZMP Live Expertenmeinung

Trotz festem Weihnachtsgeschäft bleibt die Lage angespannt. Die Entlastung durch gesunkene Zölle auf EU-Schweinefleischimporte nach China könnte mittelfristig exportseitig Impulse geben, wobei eine tatsächliche Wirkung vor dem chinesischen Neujahrsfest fraglich ist. Der Rückgang der Schlachtgewichte deutet auf eine zunehmende Abnahmebereitschaft hin. Gleichzeitig lasten erhöhte EU-weit angebotene Mengen aus Spanien auf dem Markt. Durch den ASP-Ausbruch ist der Preis erneut stark gefallen, was den Binnenmarkt in der EU stark belastet. Durch die sinkenden Notierungen in den Nachbarländern ist eine weitere Absenkung der hiesigen Preise nicht ausgeschlossen.

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