18.
02.26
Europäische Impulse geben dem Schweinemarkt Halt

Schweine News, 18.02.2026

Bullish
  • Zunehmend ausgeglichenes Verhältnis bei den Schlachtschweinen
  • Rückläufige Schlachtgewichte
  • Belebung am Ferkelmarkt mit anziehender Nachfrage im In und Ausland
Bearish
  • Hohe Gefrierhausbestände und verhaltener Inlandsabsatz
  • Weiterhin angespannte ASP Lage mit latentem Exportrisiko

Deutschland: V-Preis 1,50 €/kg (Spanne 1,50 - 1,55 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 739.316(Vorwoche 734.368) und einem Schlachtgewicht von 98,9 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 99,0 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 266.100 (Vorwoche:  286.900)

Die ISN-Auktion am Di, 17.02.2026 erzielte im Schnitt einen Preis von 1,52 € in einer Spanne von 1,50 – 1,53 €/kg.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 18.02.2026 bis 25.02.2026auf 1,50 €/kg in einer Spanne von 1,50 – 1,55 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 8. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise gleichgeblieben und liegen bei 1,28 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 8. KW 2026 um 4 ct gestiegen und liegen bei 1,47 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 8. KW 2026 um 5 ct gestiegen und liegen bei 1,42 €/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 8. KW 2026 gleichgeblieben und liegen bei 1,59 €/kg

In Italien sind die Notierungen in der 8. KW 2026 um 4 ct gefallen und liegen bei 1,83 €/kg

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 8. KW 2026 um 2 ct gestiegen und liegen bei 1,36 €/kg.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,18 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,65 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Der US-Schweinemarkt zeigte in der vergangenen Woche insgesamt ein eher verhaltenes bis stärkeres Grundtonbild, nachdem die Impulse von der Produktseite im Wochenverlauf etwas nachließen. Die Schlachtzahlen bewegten sich auf einem saisonal üblichen Niveau, ohne Anzeichen einer deutlichen Angebotsausweitung, sodass die Produktion weitgehend stabil lief. Auf der Nachfrageseite fehlten klare neue Impulse aus dem Inlands oder Exportgeschäft, was die Handelsaktivität insgesamt begrenzte. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die fundamentalen Rahmenbedingungen jedoch kaum verändert, größere strukturelle Verschiebungen blieben aus. Insgesamt befindet sich der Markt damit kurzfristig in einer Phase der Seitwärtsbewegung mit leicht defensiver Tendenz.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,46 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche leichtgefallen. Der brasilianische Schweinemarkt zeigte sich in der vergangenen Woche überwiegend stabil, wobei die Erzeugerpreise in den wichtigsten Bundesstaaten seitwärts tendierten und lediglich in Santa Catarina leichte Abschläge verzeichneten. Auf der Angebotsseite lieferte die jüngste IBGE-Veröffentlichung zu den Schlachtzahlen des vierten Quartals 2025 ein wichtiges Signal: Zwar lag das Niveau über dem Vorjahr, gegenüber dem Vorquartal war jedoch ein saisonaler Rückgang zu beobachten, ein Hinweis auf eine etwas ruhigere Versorgungslage zum Jahresstart. Gleichzeitig gerieten die Margen der Erzeuger unter Druck, da insbesondere die Maispreise im Wochenvergleich anzogen, während Soja und Sojaschrot stabil bis leicht fester notierten. Im Außenhandel deutet die Teilmeldung für die erste Februarwoche auf weiterhin rege Exportaktivitäten hin, auch wenn detaillierte Partnerlanddaten für den laufenden Monat noch ausstehen. Flankiert wurde das Marktgeschehen von intensiven Diskussionen zur weiteren Bekämpfung der Klassischen Schweinepest sowie von wetterbedingten Risiken im Süden des Landes, die mittelbar Einfluss auf Ernte, Futterverfügbarkeit und Logistik nehmen könnten.

China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gestiegen und liegen bei umgerechnet 1,88 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt präsentiert sich aktuell insgesamt gut versorgt, mit einer stabilen Produktionsbasis und weiterhin hohen Beständen in den Betrieben. Die jüngsten offiziellen Daten zeigen, dass sowohl der Schweine als auch der Zuchtsauenbestand auf einem Niveau liegen, das aus Sicht der Behörden als ausreichend für eine kontinuierliche Versorgung gilt, was auf eine strukturell entspannte Angebotslage hindeutet. Gleichzeitig verlaufen Schlachtaktivitäten und Warenströme saisonal geprägt: Nach dem intensiven Vorfeld des Frühlingsfests normalisieren sich Verarbeitung, Bevorratung und Handelsdynamik wieder. Regional bestehen weiterhin Unterschiede in Vermarktungskanälen und Logistik, unter anderem beeinflusst durch Witterungsbedingungen und Transportflüsse zwischen Nord- und Südchina. Insgesamt dominiert damit eine Phase der Marktstabilisierung, in der kurzfristige Impulse eher aus saisonaler Nachfrage und logistischen Faktoren entstehen als aus strukturellen Engpässen.

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich im Wochenverlauf insgesamt stabilisiert. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen lässt sich überwiegend zügig platzieren, das Kaufinteresse hat leicht zugenommen. Die Schlachtzahlen liegen weiterhin über Vorjahr, bei gleichzeitig rückläufigen Gewichten. Am Fleischmarkt bleibt die Nachfrage saisonbedingt verhalten, ein Teil der Produktion wird eingelagert. Im europäischen Umfeld zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab. Der Ferkelmarkt entwickelt sich freundlicher, während der Sauenmarkt bei ruhigem Fleischhandel ausgeglichen tendiert.

asp
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ZMP Live Expertenmeinung

Expertenmeinung
Die aktuelle Marktlage wirkt insgesamt etwas gefestigter, ohne dass bereits von einer klaren Trendwende gesprochen werden kann. Die verbesserten Vermarktungsmöglichkeiten am Lebendmarkt stehen einem weiterhin ruhigen Fleischgeschäft gegenüber. Entscheidend wird sein, ob sich die Nachfrage im In und Ausland nachhaltig belebt. Positive Signale aus Teilen Europas und aus dem Drittlandexport können unterstützend wirken. Gleichzeitig bleiben Risiken durch hohe Lagerbestände und die angespannte ASP Lage bestehen. Kurzfristig erscheint eine stabile Entwicklung wahrscheinlicher als größere Ausschläge.

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