Preisrutsch vor Weihnachten erschüttert Erzeuger
Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,70 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 756.163 (Vorwoche: 712.625) Die Schlachtgewichte lagen bei 98,7. In der Vorwoche lagen sie bei 98,7 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 275.800 (Vorwoche: 278.600)
Die ISN-Auktion am Di, 18.11.2025 verlief ohne Einigung beim Handel.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 20.11.2025 bis 26.11.2025auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,70 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 47. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise um 10 ct gefallen und liegen nun bei 1,53 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 47. KW 2025 um 1 ct gefallen und liegen nun bei 1,47 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 47. KW 2025 um 6 ct gefallenund liegen bei 1,52 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 47. KW um 1 ct gefallen und liegen bei 1,69 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 47. KW 2025 unverändert bei 2,41 €/kg geblieben.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 47. KW 2025 um 1 ct gefallen und liegt mit 1,79 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,15 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,43 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche erneutgefallen. Der US-Schweinemarkt zeigt sich im November 2025 angespannt: Die Schlachtzahlen steigen, und auch die Tiere sind schwerer als zuvor, was das Angebot deutlich erhöht. Gleichzeitig sind die Preise spürbar gefallen, was vielen Betrieben Sorge bereitet. Trotz allem bleibt die Nachfrage im Inland und besonders aus Mexiko stabil. Günstige Futterkosten sorgen weiterhin für Entlastung in der Produktion und halten viele Betriebe über der Gewinnschwelle. Die Branche blickt mit vorsichtigem Optimismus auf das Weihnachtsgeschäft, hofft auf stabile Exporte und eine Trendwende im neuen Jahr.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,83 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. Trotz gestiegener Produktionsmengen wird das Angebot sowohl vom Inlandsmarkt als auch vom Export gut aufgenommen. Die Nachfrage im Binnenmarkt zieht saisonal an, unterstützt durch Feiertage, Bonuszahlungen und hohe Preise bei Rind- und Geflügelfleisch. Regional gibt es Unterschiede, wobei insbesondere unabhängige Erzeuger vom festen Markt profitieren. Der Außenhandel bleibt eine zentrale Stütze, mit Rekordausfuhren und wachsendem Absatz in Märkten wie Mexiko, Japan und den Philippinen. Analysten bewerten die Lage verhalten optimistisch und sehen weiteres Potenzial für eine stabile Entwicklung bis zum Jahresende.
China: die Preise in China haben in der letzten Woche erneut nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,89 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt steht derzeit unter starkem Druck: Ein hohes Angebot trifft auf verhaltene Nachfrage, was zu Verlusten bei den Erzeugern führt. Infolge stagnierender Absatzmengen und zurückhaltender Aufstockungen bei Ferkeln zeigen sich auch die Züchter zunehmend vorsichtig. Trotz saisonaler Impulse durch kühlere Temperaturen und Vorratskäufe bleibt der Konsum bislang unter den Erwartungen. Die Regierung reagiert mit gezielten Maßnahmen wie Lageraufkäufen, Subventionen und Produktionslenkung, um eine Marktstabilisierung zu erreichen
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt ist zum Wochenabschluss deutlich unter Druck geraten. Nachdem sich das Marktgeschehen zunächst regional unterschiedlich entwickelte, sorgte ein unerwartet starker Preisrückgang um zehn Cent für erhebliche Unruhe. Die Nachfrage bleibt hinter den Erwartungen zurück, das Lebendangebot ist umfangreich. Schlachtunternehmen begründen ihre Zurückhaltung mit der angespannten Lage am europäischen Fleischmarkt. Mehrere Auktionen verliefen ohne Verkäufe. Die Ferkelpreise bleiben stabil, doch auch hier zeigt sich eine schleppende Vermarktung freier Partien.
ZMP Live Expertenmeinung
Der deutliche Preisrückgang kurz vor dem Weihnachtsgeschäft stellt einen Bruch mit üblichen Marktmustern dar und signalisiert eine erhebliche Verunsicherung in der Branche. Der europäische Schweinemarkt leidet unter Exportbarrieren und zunehmendem Wettbewerbsdruck, wodurch deutsche Anbieter verstärkt unter Zugzwang geraten. Trotz saisonal wachsender Nachfrage fehlt es an Impulsen zur Entlastung. Auch europaweit setzten sich die fallenden Notierungen nach einer kurzen Erholung in den letzten Wochen weiter fort.