Schweinevermarktung bleibt anspruchsvoll bei stabilen Preisen auf niedrigem Niveau
Deutschland: V-Preis 1,45 €/kg (Spanne 1,45 - 1,45 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen wurden bislang noch nicht veröffentlicht(Vorwoche: 687.782) Die Schlachtgewichte wurden ebenfalls noch nicht veröffentlicht. In der Vorwoche lagen sie bei 99,9 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 310.700 (Vorwoche: 315.600)
Die ISN-Auktion am Di, 20.01.2026 verlief ohne Handel, da keine Einigung erzielt wurde.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 21.01.2026 bis 28.01.2026auf 1,45 €/kg in einer Spanne von 1,45 – 1,45 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 4. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und liegen bei 1,33 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 4. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,21 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 4. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,36€/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 4. KW 2026 um 1 ct gesunken und liegen bei 1,60 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 4. KW 2026 um 4 ct gefallen und liegen bei 1,96 €/kg.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 4. KW 2026 unverändert und liegt bei 1,34 €/kg.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,17 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,51 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen. Der US-Schweinemarkt war in der letzten Woche insgesamt stabil, getragen von einer weiterhin guten Inlandsnachfrage nach Schweinefleisch und einer hohen Kaufbereitschaft der Schlachtbetriebe. Das Angebot blieb ausreichend: Die Schlachtzahlen lagen leicht über Vorjahr und die Schlachtgewichte entsprachen dem Normalniveau, was auf eine geordnete Vermarktung ohne größere Überhänge hindeutet. Besonders auffällig war die starke Exportdynamik, wobei Mexiko klar der wichtigste Absatzmarkt bleibt und einen sehr großen Anteil der US-Schweinefleischexporte aufnimmt. Gleichzeitig gab es am Ferkelmarkt spürbare Nachfrageimpulse und festere Tendenzen, was als Signal für Zuversicht in der Mast gewertet werden kann. Als Risiko für die nächsten Wochen gelten mögliche handelspolitische Störungen (u. a. laufende Diskussionen/Prüfungen im Mexiko-Geschäft) sowie weiterhin bestehende Zölle in einzelnen Märkten, auch wenn die Stimmung aktuell eher optimistisch bleibt.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,65 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche um etwa 10 ct gefallen. Der brasilianische Schweinemarkt ist aktuell von einer saisonal schwächeren Inlandsnachfrage geprägt, weil viele Verbraucher zu Jahresbeginn durch zusätzliche Ausgaben (z. B. Steuern, Schulstart) finanziell belastet sind und zudem Sommerhitze den Fleischkonsum dämpft. Gleichzeitig bleibt das Angebot hoch, da die Produktion 2025 deutlich ausgeweitet wurde und weiterhin viele schlachtreife Tiere am Markt sind. Entlastung kommt vor allem über den Export, der sehr stark läuft und sich breiter aufgestellt hat, weil die Philippinen inzwischen wichtiger sind als China und weitere asiatische Märkte zulegen. Unterstützend wirken zudem eher günstige Futtermittelkosten, was die Wirtschaftlichkeit der Erzeugung verbessert. Insgesamt sehen Verbände und Analysten die Lage kurzfristig angespannt, aber mittel- bis langfristig weiterhin positiv, solange Exporte und Binnennachfrage stabil bleiben und keine Tiergesundheitsprobleme auftreten.
China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gefallen und liegen bei umgerechnet 1,88 €/kg am Spotmarkt. In der letzten Woche war der chinesische Schweinemarkt insgesamt eher verhalten, weil sich Angebot und Nachfrage nicht klar zugunsten steigender Notierungen verschoben haben. Auf der Angebotsseite gab es regional kurzfristige Engpässe durch Wetter und Logistik, gleichzeitig kamen aber auch immer wieder zusätzliche Mengen auf den Markt, was die Lage insgesamt ausreichend versorgt hielt. Die Nachfrage Richtung Frühlingsfest zieht saisonal zwar an, bleibt aber bislang schwächer als in typischen Jahren, sodass der Absatzimpuls noch nicht durchgängig trägt. Auffällig ist außerdem, dass sich regionale Unterschiede weiter angleichen und klassische Nord-Süd-Gefälle weniger verlässlich sind, wodurch lokale Schwankungen stärker ins Gewicht fallen. Staatliche Eingriffe über Reservemaßnahmen sowie Unsicherheiten im Außenhandel (inkl. seuchenbedingter Importthemen) bleiben wichtige Einflussfaktoren für die Marktstimmung.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt bleibt trotz umfangreichem Lebendangebot stabil, wobei der Abbau bestehender Überhänge schrittweise vorangeht. In den Auktionsmärkten blieben angebotene Partien erneut unverkauft. Der Ferkelmarkt zeigt sich ausgeglichen mit anhaltend stabilen Notierungen. In vielen Regionen Europas ist die Schlachtaktivität hoch, was den Überhang reduziert. Der Fleischmarkt bleibt jedoch von reichlicher Versorgung geprägt, Impulse auf der Nachfrageseite fehlen weitgehend. Geprägt wird die Nachrichtenlage zudem vom Mercosur-Abkommen. Ein starker Einfluss ist durch die begrenzten Einfuhrkontingente vorerst nicht zu erwarten. Zudem findet laut aktuellem Stand eine Überprüfung durch den EuGH statt, was eine Ratifizierung vorerst stoppt. Unklar ist, wie lange die Überprüfung dauern wird. Es kann sich jedoch um mehrere Monate, oder sogar Jahre handeln.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt bleibt stabil, während sich die Vermarktung lebender Tiere schrittweise entspannt. In der Ferkelaufzucht schreitet die Integration in das ITW-System weiter voran, wobei die angestrebte Nämlichkeit zunehmend erreicht wird. Damit verfestigt sich eine Vermarktungsstruktur, die stärker auf geschlossene Systeme und klar nachvollziehbare Lieferketten setzt. Für die kommenden Monate ist zu erwarten, dass dieser Trend die Bedeutung innerbetrieblicher Kooperationen und planbarer Absatzwege weiter erhöht und die Anforderungen an Transparenz und Herkunftssicherung im Schweinemarkt steigen werden. Im Exportgeschäft bleibt die Lage herausfordernd, da Angebotsdruck aus anderen EU-Ländern und Einschränkungen durch Tierseuchen die internationalen Absatzmöglichkeiten weiterhin begrenzen.