EU-Markt kämpft mit Überschuss – Chinaeffekt spürbar
Deutschland: V-Preis 1,70 €/kg (Spanne 1,70 - 1,70 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen liegen bei 751.250 (Vorwoche: 740.802) und einem Schlachtgewicht von 98,8 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 98,8 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 287.900 (Vorwoche: 285.800)
Die ISN-Auktion am Di, 21.10.2025 verlief ohne Einigung beim Handel.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 22.10.2025 bis 29.10.2025auf 1,70 €/kg in einer Spanne von 1,70 – 1,70 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 43. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und ist bei 1,63 €/kg geblieben.
In Belgien gibt es in der 43. KW 2025 keine Veränderungen. Der Preis liegt somit erneut bei 1,47 €/kg.
In den Niederlanden bleiben die Notierungen in der 43. KW 2025 unverändertund liegen bei 1,58 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 43. KW um 1 ct auf 1,72 €/kg gesunken.
In Italien sind die Notierungen in der 43. KW 2025 um 5 ct auf 2,56 €/kg gefallen.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 43. KW 2025 um 4 ct gefallen und liegt mit 1,86 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,70 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche um etwa 6 ct gefallen, da die Nachfrage erneut schwächelte. In der Woche vom 15. bis 21. Oktober standen die US-Schweinepreise klar unter Druck. Sowohl am Kassamarkt als auch an der Börse gaben die Notierungen spürbar nach, ausgelöst durch ein saisonal höheres Schlachtaufkommen und eine nachlassende Inlandsnachfrage nach dem Sommer. Gleichzeitig blieben die Ferkelpreise weitgehend stabil, während der Großhandelswert für Schweinefleisch leicht sank. Insgesamt deutet die Entwicklung auf ein kurzfristig schwächeres Marktumfeld hin, auch wenn das Gesamtangebot im Vergleich zum Vorjahr weiter etwas knapper bleibt.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,80 €/kg und haben in der letzten Woche wieder nach oben korrigiert. Der brasilianische Schweinemarkt zeigt derzeit stabile Verhältnisse: Dank stark sinkender Futtermittelkosten und einer robusten Nachfrage im Exportsegment erleben die Produzenten wieder Luft zum Durchatmen. Während die heimische Nachfrage noch verhalten bleibt, sorgt die gestiegene Ausfuhr in Länder wie die Philippinen und Japan für Entlastung und Perspektive. Die brasilianischen Betriebe profitieren zudem von einer Währungssituation, die das Fleisch international preislich attraktiver macht.
China: die Preise in China haben in der letzten Woche erneut nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,97 €/kg am Spotmarkt. Die Schweinepreise sind somit auf ein neues Tief gefallen, weil das Angebot weiter steigt und die Nachfrage stagniert. Die Regierung hat große Produzenten erneut aufgefordert, ihre Produktion herunterzufahren und Zuchtbestände zu reduzieren, um den Druck im Markt zu verringern. Zeitgleich haben Importzölle auf Schweinefleisch aus der EU zu Handelsverschiebungen geführt und die Wettbewerbsbedingungen verändert. Branchenriesen investieren weiter in Effizienz und Wachstum, während viele kleinere Betriebe unter den niedrigen Preisen leiden und Marktteilnehmer von einer Phase der Bereinigung sprechen.
Fazit
Der deutsche Schlachtschweinemarkt zeigt sich in dieser Woche stabil bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage. Die Vermarktung läuft kontinuierlich, einzelne Partien erfordern jedoch mehr Aufwand beim Verkauf. Die Schlachtzahlen ziehen leicht an, bleiben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Ferkelmärkte sind weiterhin von Zurückhaltung geprägt, das Angebot übersteigt die ruhige Nachfrage deutlich. Am Fleischmarkt herrscht ein Angebotsüberhang, insbesondere durch zusätzliche EU-Ware infolge der chinesischen Strafzölle. Die Preise für Futtermittel sind weitgehend konstant bis leicht rückläufig.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt bewegt sich in einem Spannungsfeld aus stabilem Preisniveau und strukturellen Unsicherheiten. Die anhaltende Exportproblematik verschärft den Wettbewerbsdruck innerhalb der EU, insbesondere durch Überschussmengen. Angekündigte Bonus-Systeme im Schlachtbereich zeigen Bemühungen zur Qualitätslenkung, könnten aber finanziell zu Lasten der Erzeuger gehen. Eine nachhaltige Entlastung könnte erst eintreten, wenn das Lebendangebot spürbar zurückgeht und neue Absatzmärkte erschlossen werden. Durch die abgesenkten Notierungen in Spanien und auch den großen Überschuss in China sind vorerst keine Entlastungen zu erwarten.