24.
12.25
Schweinemarkt zwischen Weihnachtsgeschäft und Jahreswechsel

Schweine News, 24.12.2025

Bullish
  • Stabilere Erwartungen im europäischen Umfeld nach Beruhigung internationaler Handelsströme
  • Spürbar gesunkene Schlachtgewichte entlasten den Markt
  • Chinas Zollsenkung verbessert mittelfristig die Exportaussichten für die EU
Bearish
  • Reichliche Versorgungslage in den kommenden Wochen
  • Wachsender Tierbestand erhöht den Angebotsdruck
  • Starker Euro

Schweinemarkt zwischen Weihnachtsgeschäft und Jahreswechsel

Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,60 €/kg)

Die ISN-Auktion am Di, 23.12.2025 verlief ohne Handel, da die Handlungsaktivität rund um die Feiertage ausgesetzt ist.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 18.12.2025 bis 07.01.2025 auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 52. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert  und liegen bei 1,41 €/kg.

In Belgien sind die Preise in der 52. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,36 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 52. KW 2025 unverändert und liegen bei 1,40€/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 52. KW unverändert und liegen bei 1,65 €/kg.

In Italien sind die Notierungen in der 52. KW 2025 um 5 ct gefallen und liegen nun bei 2,10 €/kg geblieben.

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 52. KW 2025 unverändert und liegen  bei1,39 €/kg.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,18 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,30 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben. In der Woche vor Weihnachten blieb die Schlachtaktivität in den USA hoch, mit leicht gestiegenen Schlachtgewichten. Die Feiertage führten zu einer saisonüblich soliden Nachfrage, insbesondere nach Schinken, während die Schweinefleischlagerbestände auf einem historischen Tiefstand lagen. Die Exportlage zeigte ein gemischtes Bild: Während die tatsächlichen Ausfuhren hoch waren, gingen neue Bestellungen spürbar zurück; Mexiko blieb wichtigster Abnehmer. In China blieb die Nachfrage weiterhin gedämpft, unter anderem wegen bestehender Strafzölle. Politisch rückte eine Antidumping-Untersuchung Mexikos gegen US-Schweinefleischimporte sowie ein vom USDA gemeldeter leichter Anstieg des Schweinebestands in den Fokus.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,73 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. In der Woche vor Weihnachten war der brasilianische Schweinemarkt von einer stabilen Marktlage mit ausgeglichenem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage geprägt. Die Inlandsnachfrage zog saisonbedingt an, insbesondere für traditionelle Festtagsprodukte wie Schinken und Lende. Gleichzeitig blieb das Angebot begrenzt, wodurch sich ein ruhiger Marktverlauf ohne Überhänge einstellte. Im Export zeigte sich nach einem Rekordjahr ein deutlicher Rückgang im November, was jedoch vor dem Hintergrund starker Jahreswerte wenig besorgniserregend war. Internationale Entwicklungen, insbesondere ein ASP-Ausbruch in Spanien, verschoben globale Marktanteile zugunsten Brasiliens und stärkten die Perspektiven für den Außenhandel.

China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gesunken und liegen bei umgerechnet 1,83 €/kg am Spotmarkt. In der Woche vor Weihnachten blieb der Schweinemarkt in China trotz eines leichten saisonalen Impulses weiter überversorgt. Die Nachfrage entwickelte sich schwächer als erwartet, da das Winterverbrauchspeak verspätet einsetzte und das chinesische Neujahrsfest noch fern liegt. Viele Erzeuger stallen frühzeitig aus, teils aus finanziellen Gründen oder wegen Krankheitsfällen in den Beständen. Staatliche Eingriffe wie Bestandsreduktionen und Fleischankäufe sollen den Markt stabilisieren, zeigen aber bisher nur begrenzte Wirkung. Der Markt dürfte frühestens vor dem Frühlingsfest 2026 wieder ins Gleichgewicht finden.

asp

Fazit
Der Schlachtschweinemarkt befindet sich zum Jahresende im Feiertagsmodus mit stark eingeschränkten Schlachtmöglichkeiten. In den Wochen vor Weihnachten sorgten hohe Schlachtzahlen für eine zügige Vermarktung bei regional unterschiedlichen Bedingungen. Die Schlachtgewichte sind spürbar gesunken. Die Nachfrage am Fleischmarkt hat sich nach einem eher enttäuschenden Weihnachtsgeschäft beruhigt. Der Ferkelmarkt zeigt sich ausgeglichen, freie Partien lassen sich jedoch teils schwieriger platzieren. Insgesamt ist die Versorgungslage in den kommenden Wochen als reichlich einzustufen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuelle Marktlage ist klar von saisonalen Effekten geprägt. Die eingeschränkten Schlachttage stabilisieren den Markt kurzfristig, ohne neue Impulse zu setzen. Strukturell bleibt der fortschreitende Rückgang der Betriebe bei gleichzeitig leicht steigenden Tierzahlen ein zentrales Thema. Der Anstieg der Sauenbestände deutet auf vorsichtige Zuversicht in der Ferkelerzeugung hin, birgt jedoch mittelfristig Angebotsrisiken. Im Hinblick auf den Rückgang der Bestände in den Nachbarländern ist ein ausreichendes Angebot auf dem deutschen Markt jedoch essentiell für den Fortbestand vieler Betriebe. Auf der Nachfrageseite fehlen aktuell klare Treiber, sodass zunächst eine abwartende Marktphase wahrscheinlich ist.

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