Schlachtschweinemarkt stabilisiert sich nach Preisrutsch
Deutschland: V-Preis 1,60 €/kg (Spanne 1,60 - 1,60 €/kg)
Die wöchentlichen Schlachtzahlen stehen noch aus(Vorwoche: 756.163) Die Schlachtgewichte stehen ebenfalls noch aus. In der Vorwoche lagen sie bei 98,7 kg.
Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 274.800 (Vorwoche: 275.800)
Die ISN-Auktion am Di, 25.11.2025 erzielte einen Preis von 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 160 €/kg.
Der V-Preis ist für die Zeit vom 26.11.2025 bis 03.12.2025auf 1,60 €/kg in einer Spanne von 1,60 – 1,60 €/kg festgesetzt worden.
Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:
In Dänemark sind in der 48. KW 2025 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert bei 1,53 €/kg.
In Belgien sind die Preise in der 48. KW 2025 um 7 ct gefallen und liegen nun bei 1,40 €/kg.
In den Niederlanden sind die Notierungen in der 48. KW 2025 um 6 ct gefallenund liegen bei 1,46 €/kg.
In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 48. KW um 1 ct gefallen und liegen bei 1,68 €/kg.
In Italien sind die Notierungen in der 48. KW 2025 um 11 ct gefallen und liegen nun bei 2,30 €/kg geblieben.
In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 48. KW 2025 um 5 ct gefallen und liegt mit 1,74 €/kg nun niedriger.
USA: bei einem Dollarkurs von 1,16 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,39 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche erneutgefallen. Der US-Schweinemarkt zeigt sich aktuell angespannt: Ein reichliches Angebot an schweren Schlachtschweinen trifft auf eine nur mäßig aufnahmefähige Nachfrage. Während Exporte nach Mexiko stabil bleiben, belasten Handelshürden, insbesondere hohe Zölle nach China, die internationalen Absatzchancen. Die Stimmung unter Erzeugern ist gedrückt, da das übliche Feiertagsgeschäft bisher hinter den Erwartungen zurückbleibt. Marktteilnehmer hoffen auf eine saisonale Erholung im Frühjahr, doch schwächere Verbraucherlaune und steigende Futterkosten dämpfen die Aussichten. Insgesamt ist der Markt geprägt von Unsicherheit und der Suche nach neuer Balance.
Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,81 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche wechselkursbereinigt stabil geblieben. Der brasilianische Schweinemarkt zeigte zuletzt stabil mit leicht positiver Tendenz, unterstützt durch eine gute Inlandsnachfrage und stark laufende Exporte. Besonders die Philippinen, Mexiko und Japan traten als neue Hauptabnehmer hervor, während China an Bedeutung verlor. Gleichzeitig öffnete Tansania seinen Markt für brasilianisches Schweinefleisch, was ein weiterer Erfolg in der Exportoffensive des Landes ist. Trotz globaler Unsicherheiten bleibt der Sektor robust, mit politischer Unterstützung und günstigen Produktionsbedingungen im Rücken.
China: die Preise in China haben in der letzten Woche erneut nachgegeben und liegen bei umgerechnet 1,87 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt steht derzeit unter starkem Druck, da ein großes Überangebot auf eine schwache Nachfrage trifft. Trotz staatlicher Eingriffe wie dem Aufbau nationaler Reserven und der Aufforderung zur Reduktion von Zuchtsauen bleibt die Marktlage angespannt. Branchenexperten beobachten eine zunehmende Konsolidierung, da viele Betriebe ihre Produktion zurückfahren. Die Nachfrageentwicklung stagniert, was auf eine gesättigte Verbrauchslage und gedämpfte Kaufkraft hinweist. Insgesamt deutet sich eine Phase der Marktbereinigung an, in der Angebot und Nachfrage wieder näher zusammenfinden sollen.
Fazit
Der Schlachtschweinemarkt hat sich nach dem deutlichen Rückgang in der Vorwoche auf dem neuen Niveau stabilisiert. Das Angebot an schlachtreifen Tieren bleibt hoch, trifft jedoch auf eine stetige Nachfrage. Im Ferkelmarkt zeigt sich weiterhin ein deutlicher Preisdruck bei freien Partien, wobei sich erste Anzeichen einer Bodenbildung abzeichnen. Der Preis fiel diese Woche auf 40 € (25 kg / 200erGruppe). Die Vermarktung läuft regional unterschiedlich, jedoch überwiegend kontinuierlich. Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist für die Jahreszeit zu ruhig, weshalb Impulse vom Weihnachtsgeschäft erwartet werden.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Markt hat sich nach dem drastischen Preisverfall gefangen und zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Die strukturellen Probleme auf dem europäischen Fleischmarkt, insbesondere durch den Rückstau infolge fehlender Asienexporte, bleiben jedoch bestehen. Die Forderung der Branche nach politischen Maßnahmen zur Exportförderung unterstreicht die Abhängigkeit vom Drittlandabsatz. Ohne zusätzliche Nachfrageimpulse könnten sich Überhänge verstärken. Regional sinkende Tierbestände könnten mittelfristig zu Entlastung führen, kurzfristig bleibt das Umfeld jedoch angespannt. Die Absenkungen der Notierungen im EU-Ausland geben dennoch weiterhin Anlass zur Sorge.