28.
01.26
Angebotsabbau schreitet langsam voran

Schweine News, 28.01.2026

Bullish
  • Rückgang der Schlachtgewichte deutet auf fortschreitenden Angebotsabbau hin
  • Leichte Belebung der Ferkelnachfrage
Bearish
  • Anhaltend hohes Schlachtschweineangebot bei regionalen Vermarktungsproblemen
  • Exporte durch Tierseuchensituation und Handelsbarrieren gehemmt
  • Euro erneut stärker

Deutschland: V-Preis 1,45 €/kg (Spanne 1,45 - 1,45 €/kg)

Die wöchentlichen Schlachtzahlen lagen bei 719.509 (Vorwoche: 699.551) Die Schlachtgewichte lagen bei 99,5 kg. In der Vorwoche lagen sie bei 99,8 kg.   

Die Voranmeldungen für die laufende Woche betragen 303.000 (Vorwoche:  310.700)

Die ISN-Auktion am Di, 27.01.2026 verlief ohne Handel, da keine Einigung erzielt wurde.

Der V-Preis ist für die Zeit vom 28.01.2026 bis 04.02.2026auf 1,45 €/kg in einer Spanne von 1,45 – 1,45 €/kg festgesetzt worden.

Markt- und Preisentwicklung in ausgewählten Konkurrenzländern:

In Dänemark sind in der 5. KW 2026 die vergleichbar gerechneten Preise unverändert und liegen bei 1,33 €/kg

In Belgien sind die Preise in der 5. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,21 €/kg.

In den Niederlanden sind die Notierungen in der 5. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,36€/kg.

In Frankreich/Bretagne sind die vergleichbaren Preise in der 5. KW 2026 unverändert und liegen bei 1,60 €/kg

In Italien sind die Notierungen in der 5. KW 2026 um 2 ct gefallen und liegen bei 1,94 €/kg

In Spanien ist der vergleichbare Preis in der 5. KW 2026 unverändert und liegt bei 1,34 €/kg.

USA: bei einem Dollarkurs von 1,20 $ = 1,00 € liegen die Erzeugerpreise derzeit bei etwa 1,56 €/kg und sind damit im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Der Dollar hat in der letzten Woche gegenüber dem Euro an Stärke eingebüßt. Der US-Schweinemarkt zeigte sich in der vergangenen Woche insgesamt fest bis leicht freundlich, getragen von einer soliden Inlandsnachfrage und einer weiterhin starken Exportnachfrage, insbesondere aus Mexiko. Am Kassamarkt wie auch am Terminmarkt tendierten die Preise stabil bis leicht aufwärts, ohne größere Ausschläge, was auf ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage hindeutet. Die Schlachtzahlen blieben saisonüblich, während niedrige Kühlhausbestände das verfügbare Angebot begrenzten und dem Markt zusätzliche Unterstützung gaben. Entlastend wirkten zudem moderate Futterkosten sowie ein schwächerer US-Dollar, der die Wettbewerbsfähigkeit von US-Schweinefleisch auf dem Weltmarkt verbesserte. Insgesamt präsentierte sich der Markt ruhig, gut aufgenommen und mit einem insgesamt positiven Grundton für die kommenden Wochen.

Brasilien: Die aktuellen Erzeugerpreise liegen bei umgerechnet 1,54 €/kg und sind im Vergleich zur Vorwoche erneut um etwa 11 ct gefallen. In der vergangenen Woche ist der brasilianische Schweinemarkt deutlich unter Druck geraten, nachdem sich Angebot und Nachfrage kurzfristig auseinanderentwickelt haben. Ausschlaggebend war vor allem eine spürbar schwächere Nachfrage seitens der Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe, die ihre Abnahmen nach den Feiertagen reduziert haben. Gleichzeitig kamen mehr schlachtreife Tiere auf den Markt, was den Verkaufsdruck zusätzlich erhöht hat. Der Binnenmarkt zeigte sich zurückhaltend, da Schweinefleisch im Wettbewerb mit Rind- und Geflügelfleisch an Attraktivität verlor. Exporte wirkten zwar stabilisierend, konnten den kurzfristigen Nachfrageeinbruch im Inland jedoch nicht vollständig ausgleichen. Insgesamt handelt es sich um eine typische saisonale Korrektur nach zuvor festen Marktphasen.

China: die Preise in China sind in der letzten Woche leicht gefallen und liegen bei umgerechnet 1,81 €/kg am Spotmarkt. Der chinesische Schweinemarkt hat in der vergangenen Woche spürbar nachgegeben, vor allem aufgrund eines hohen Lebendangebots bei gleichzeitig schleppender Nachfrage nach dem Neujahrsfest. In mehreren Provinzen, darunter Sichuan und Henan, sanken die Preise für Mastschweine, während die Schlachtunternehmen ihre Einkaufsmengen reduzierten. Händler berichten von einem vorsichtigen Marktumfeld, in dem viele Bauern aus Sorge vor weiteren Verlusten vermehrt verkaufen. Auch die staatlichen Reservenkäufe reichten nicht aus, um dem Markt entscheidend Stabilität zu verleihen. Gleichzeitig belastet der Nachhall früherer Schweinepestfälle weiterhin das Vertrauen der Produzenten. Insgesamt zeigt sich der Markt schwach gestimmt, mit anhaltendem Druck auf die Erzeugerpreise und einer unklaren kurzfristigen Perspektive.

asp

Fazit
Die Lage am Schlachtschweinemarkt beginnt sich zu entspannen. Die Vermarktung verläuft regional zunehmend reibungslos und Überhänge nehmen langsam ab. Die Nachfrage trifft auf ein weitgehend ausgeglichenes Angebot. Schlachtzahlen steigen weiter, bei sinkendem Durchschnittsgewicht. Der Ferkelmarkt zeigt Anzeichen einer leichten Belebung. Im Fleischhandel bleibt die Lage saisonbedingt ruhig mit weitgehend stabilen Preisen für Teilstücke. Insgesamt wirkt der Markt stabil bei verhaltenem Handelsvolumen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die fortschreitende Reduzierung der Überhänge deutet auf eine Stabilisierung der Marktverhältnisse hin. Gleichwohl bleibt das Schlachtschweineangebot vielerorts umfangreich. Die europäische Angebotslage wird weiterhin durch spanische Exportverschiebungen belastet. Entspannungssignale bei Ferkeln und Schlachtgewichten sowie ein stabiler Fleischmarkt stützen die Hoffnung auf eine festere Tendenz in den kommenden Wochen. Der Markt bleibt jedoch empfindlich gegenüber regionalen Ungleichgewichten und exportbedingten Nachfrageverlagerungen.

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