06.
09.13
Scharfer Preisrückgang bei Schweinen

Schweine-Cockpit, 06.09.2013

Bullish
  • auf mittlere Sicht bleibt das Lebendangebot weiter knapp
  • europaweit günstige Absatzaussichten
Bearish
  • vorübergehend zu stark steigendes Angebot an Lebendschweinen für die Nachfrage
  • hohes Preisniveau erreicht
  • Auffüllung der Margen des Zwischenhandels .
  • preisbedingt nachlassende Nachfrage

Schweinepreise  (Stand 06.09.2013)

Schon die  Internetbörse am Mi, 04. Sep. 2013 zeigte es deutlich an: Die hohen Anlieferungen an Schweinen in daer abgelaufenen Woche  führten zu einem Durchschnittspreis von 1,92 €/kg (- 6 ct/kg) in einer Spanne von 1,90 bis 1,925 €/kg. Für einen Überstand von 230 Schweinen bei einem Gesamtangebot von 2.100 Schweinen waren die zurückgesetzten Forderungen schon zu hoch. 

 Das Signal der Internetbörse wurde verstärkt an die Notierungskommission weitergegeben.

Für den Zeitraum von Freitag, dem 06.09.2013 bis Donnerstag, 12.09.2013 wurde der VEZG-AutoFOM-Preisfaktor von 1,85 EUR/Indexpunkt  (-0,08 EUR/kg SG) in einer Spanne 1,85 bis 1,88 EUR ermittelt.

Offensichtlich sind aus Furcht vor zukünftigen Preisrückgängen die Schlachtschweine-Anlieferungen überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Schlachtzahlen über 950.000 Stück je Woche sind bei derzeitigem Kursniveau ohne Preiseinbußen in Deutschland nicht unterzubringen. Der Drittlandabsatz aber bleibt  weiterhin auf Schmalspurniveau.

In Frankreich sind die gemeinsamen  Absatzförderungsaktionen der Schlacht- und Verarbeitungsbranche erfolgreich angelaufen, die Schweinepreise wurden nochmals heraufgesetzt, aber angesichts der Angebotsentwicklungen in Deutschland nur in eingeschränktem Umfange. In Spanien werden weiterhin schlachtreife Schweine nur bedarfsdeckend angeboten. In Belgien haben sich  Schlachtzahlen und Schlachtgewichte gefangen, die erwarteten Rekordpreise werden nicht erreicht. In Italien beginnt sich die Lage nach der Wiedereröffnung zweier Schlachtbetriebe wieder zu stabilisieren. Dänemark meldet geringfügig steigende Schweinbestände aufgrund der Quartalszählung mit Stand vom 1. Juni 2013

 Das Ende der Ferien- und Urlaubssaison und das anhaltend trockene und freundliche Wetter hat nicht für die notwendige Nachfrage gesorgt, um das steigende Angebot abfangen zu können. Verarbeitungsware wie Speckteile und Nebenartikeln werden zu knapp behaupteten Preisen abgesetzt, gelingt aber nicht in jedem Einzelfall.

Die gefallenen Auszahlungspreise für das Lebendangebot werden vorerst der Verarbeitungsmarge zugute zu kommen. Der Lebensmitteleinzelhandel wird beim Einkauf jedoch auf die gefallenen Einstandspreise hinweisen und geringe Bereitschaft für hohe Preisforderungen zeigen.

Die Tendenz steigender Preise scheint erst mal gebrochen zu sein. Dennoch bleiben die Preiserwartungen positiv gestimmt, weil das Lebendangebot zwar wöchentlich schwanken kann, aber im Durchschnitt deutlich hinter den Vorjahreswerten von über 1 Mio.  wöchentlicher Schlachtungen zurückbleibt.

Scharfer Preisrückgang bei Schweinen
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ZMP Live Expertenmeinung

Das panikartitig stark zugenommene Angebot an Schlachtschweinen in der ersten Septemberwoche setzte die Schlachtbranche  in Deutschland  unter Druck. In anderen europäischen Ländern verlief der Markt wesentlich glatter. Die Branche geht von einer vorübergehenden Konsolidierungsphase aus. Angesichts des erreichten hohen Preisniveaus wird der Markt auf der Nachfrageseite zunehmend sensibler. Inbesondere in den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben kann  die Marge erst mal wieder aufgefüllt werden. Die weitere Preisentwicklung wird von einem disziplinierten Angebotsverhalten und wesentlich auch von der Nachfrageentwicklung bestimmt.

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