07.
02.14
Niedrige Schweinepreise unter dem Druck des russischen Importverbots

Schweine-Cockpit, 07.02.2014

Bullish
  • Moderates Lebendangebot unter der Mio Stück-Marke
Bearish
  • Russischer Importstopp
  • fehlender Absatz bei den weniger wertvollen Teilstücken
  • ruhige Inlandsnachfrage

Schweinepreise  (Stand 07. Febr. 2014)

Die ISN-Internetbörse am 05. Febr. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,54 €/kg (= -0,13 €/kg) bei einer Spannbreite von 1,535 bis 1,55 €/kg geführt. Dabei fällt ins Gewicht, dass bei 2.725 angebotenen Schweinen ein Überstand von 425 Tieren auftrat.

Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:

Die Marktlage wird überschattet durch die generelle Importsperre Russlands für Schweine aus der ganzen EU-28 als Folge der Bestätigung von 2 mit der ASP infizierten Wildschweinen in Litauen. Die Maßnahme ist zwar grundsätzlich mit den WTO-Regeln in Übereinstimmung zu bringen, wäre aber bei guten Willen nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip zu handhaben gewesen. Ein Vorschlag der EU zur Regionalisierung wurde mit der Begründung nicht akzeptiert, dass es zu wenige Kenntnisse über die epidemiologische Situation des Wildschweinebestands in der EU gebe. Pikanterweise werden die jüngsten Schweinepestfälle  in Russland selbst mit nur sehr kleinräumigen Sperrbezirken versehen. Der grossflächige Handelsverkehr bleibt ungestört.  Kompromissvorschläge von der EU-Seite wurden bisher strikt abgelehnt.

In Russland selbst sind in der Zeit vom 14. bis 17. Jan. 2014 insgesamt 5 neue Fälle mit ASP festgestellt worden.

Die Schweinepreise in Russland sind in den letzten Monaten auf einen Tiefstand angekommen.  Jüngste Erholungstendenzen sind noch recht bescheiden.

Das Lebendangebot in den bedeutenden EU-Erzeugungsländern ist im Durchschnitt knapp bedarfsdeckend. In Deutschland liegen die Schlachtzahlen deutlich unter der 1 Mio. Stück-Marke. Andererseits wird auf den schwachen Absatz beim Fleischverkauf hingewiesen. Insbesondere der fehlende Absatz von Speckteilen nach Russland macht zu schaffen. Und die Nachbarländer drücken auf den deutschen Markt.  

Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:

Dänemark: Nach einer 5-wöchigen Phase unveränderter Schweinepreise lässt Dänemark die Schweinepreise auch in der 7. KW unverändert stehen. Die Schlachtzahlen sind geringer geworden und bleiben rd. 6 % hinter den Vorjahreswerten zurück.

In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (03. Febr.2014)   -1,1 ct/kg bei geringem Auftrieb und am Donnerstagmarkt (06. Febr.14) - 4 ct/kg bei einem leicht verringerten Angebot bezahlt. Der Markt verläuft seit Wochen in engen Bandbreiten.

Die niederländischen Schlachtunternehmen haben noch nicht alle Notierungsvorgaben für die 7. KW veröffentlicht; die bisherige Spannbreite reicht von unverändert über  -3 bis - 7 ct/kg.

Belgien: Die angemeldeten Schlachttiere sind gegenüber der Vorwoche trotz beachtlicher Unterschiede zwischen den Schlachtunternehmen im Durchschnitt fast unverändert geblieben. Die belgischen Schlachtunternehmen haben in der 6. KW durchschnittlich - 3 ct /kg weniger bezahlt. Die Preise für die 7. KW werden überwiegend mit - 3 ct/kg veröffentlicht..

Deutschland: Für die kommende Woche vom 08. bis 13. Febr.2014 (7. KW 2014) wurde der Vereinigungspreis auf  1,52  € je kg bzw. Indexpunkt (minus 7 cent) in einer Spanne von 1,52 bis 1,54 €/kg Spanne von der Notierungskommission festgelegt. Hoffentlich halten sich die Unternehmen diesmal dran. Andere Meinungen von Kursen unterhalb von 1,50 €/kg haben sich bislang nicht durchgesetzt

Der in  Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 6. KW 2014 orientierte  sich an der deutschen Notierungsvorgabe mit unverändert. Für die kommende 7. KW wird die  Notierung um - 7 ct/kg heruntergesetzt.

Die Schweinepreise in Spanien (06. Febr.-14) sind nur um -0,1 ct/kg gefallen.

In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise um  -3 bis -4,5 ct /kg auf den unterschiedlichen Marktstandorten zur Wochenmitte (6. KW) hinweg bezahlt. Der Marktpreise  in Milano (Montag)  und Mantua (Donnerstag) blieben unverändert.

Angebot und Nachfrage in den bedeutenden europäischen Erzeugungsgebieten sind fast ausgeglichen. Das eher knapp ausfallende Lebendangebot kommt zur rechten Zeit und nimmt ein wenig Druck aus dem Markt.

Man wird wohl davon ausgehen müssen, dass  die Russland-Importsperre länger anhält. Ein Wiederansteigen der russischen Schweinepreise in Richtung 2,50 €/kg könnte ein Auslöser zur Aufhebung der Importsperre werden, abr davon ist man noch weit entfernt, wenngleich die jüngsten russischen Notierungen sich wieder um einige cent/kg oberhalb der 2 €/ kg Marke beleben.

. Möglicherweise könnte die Winterolympiade ein Vehikel sein?!

Zurzeit machen sich US-Amerikaner Hoffnung auf die Wiederaufnahme von Exporten in Richtung Russland, nachdem sie seit über einem Jahr den russischen Markt nicht mehr beliefern durften.

Niedrige Schweinepreise unter dem Druck des russischen Importverbots

Schweine-Aktualisieren,

Update vom 13. 02.2014

Frankreich/Bretagne: kleiner Montagsmarkt:  - 1,6 ct/kg trotz verringerten Auftriebs

Oberitalien: Montagsmärkte 10.02.2014 in Milano  - 5,5 ct/kg,  in Modena  -5,6 ct/kg

                    Dienstagsmarkt 11.02.2014 in Reggio Emilia :   -6 ct/kg

Belgien:  von - 3 ct/kg bis - 7 ct/kg je nach Schlachtunternehmen

ISN-Internetauktion am 12. 02.2014:  Durchschnittspreis 1,54 €kg unverändert (Spannbreite 1,525 bis 1,555 €kg). Bei 2.881 angebotenen Schweinen blieb ein Überstand von 1.366 Stück

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ZMP Live Expertenmeinung

Die russische Importsperre verhindert einen sonst möglich gewesenen höheren  Schweinepreis, weil die Schlachtzahlen deutlich unter den Werten der zurückliegenden  Monate liegen. Kompromisslösungen stoßen zurzeit auf hartnäckigen Widerstand bei Russlands Veterinärbehörden. Die russischen Schweinepreise liegen auf einem seit Jahren nicht gekannten Tiefstand. Importe sind in dieser Situation nicht sehr willkommen.

Die russische Verhaltensweise befindet sich jedoch in einem  Widerspruch.  Schweinepestfälle im eigenen Land werden mit lokal begrenzten Mini-Sperrgebieten versehen, während man für ausländische Fälle in Randzonen großräumige Sperrungen für richtig erachtet.

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