07.
03.14
Schweinepreise mit leichter Erholungstendenz dank moderater Schlachtzahlen

Schweine-Cockpit, 07.03.2014

Bullish
  • moderate Schlachtzahlen
  • kleine Belebung der Nachfrage in begrenzten Teilmärkten
Bearish
  • Russische Importsperre belastet

Schweinepreise  (Stand 07. März 2014)

Die ISN-Internetbörse am 05. März 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,51 €/kg

(+ 0,01 €/kg) bei einer Spannbreite von 1,49 bis 1,53 €/kg geführt. Sämtliche  2.750 angebotenen Schweine wurden verkauft.

Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:

Die russische Importsperre drückt schwer auf das europäische Schweinepreisniveau. In den polnischen Sperrbezirken an der Grenze zu Weißrussland geht fast nichts mehr. Staatliche Aufkaufaktionen in den Sperrbezirken bezahlen Polen und Brüssel je zur Hälfte. Allerdings macht der Absatz der geschlachteten Mengen Probleme. Eine Ausfuhr kommt nicht in Betracht. Im Inland verweigern sich etliche Händler, die Ware aufzunehmen.

In Russland ist Verarbeitungsware in Form von Speckteilen knapp geworden. Aufträge in Richtung USA und Brasilien führen zu ersten Lieferungen ab Mitte März. Russische Schweinepreise sind schlagartig wieder auf 2,40 € je kg gestiegen. Noch stärker sind die US-Kurse auf umgerechnete 1,90 €/kg für Lean Hogs angezogen. In China dagegen sind die Erzeugerpreise in einigen Provinzen in den Keller auf unter 1,70 gerutscht. Chinesische Durchschnittspreise liegen bei 2,30 €/kg. Staatliche Aufkaufaktionen sollen den weiteren chinesischen Preisverfall bremsen.

Die Schlachtzahlen bedeutender EU-Erzeugungsgebiete fallen sehr moderat aus. In den einzelnen EU-Ländern ist die Marktlage jedoch recht unterschiedlich. Nach den Karnevalstagen kommt wieder mehr Bewegung in den Markt. Nach wie vor herrscht Marktdruck aus benachbarten Überschussgebieten.

Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:

Dänemark: Die Schweinepreise wurden in der 10. KW unverändert belassen. Die Schlachtzahlen bleiben weiter um  - 6,1 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 11. KW wird der Preis ebenfalls unverändert gelassen.

In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (03. März 2014) - 0,9 ct/kg bei gestiegenem Auftrieb und beim Donnerstagmarkt (6. März 14) - 0,1 ct/kg bezahlt. Die Schlachtzahlen haben in ganz Frankreich um -1,6 % gegenüber der Vorwoche abgenommen.

Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 10. KW  zwischen teilweise -1 ct/kg, teilweise -5 ct/kg gezahlt. Die Preise für die 11. KW sind um +2 bis +3 ct/kg angehoben worden

Belgien: Die Schlachtzahlen sind in der 10. KW um – 1,5 % geringer ausgefallen. Die belgischen Schlachtunternehmen haben in der 10. KW durchschnittlich – 2 ct /kg weniger bezahlt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 11. KW reichen von unverändert bis + 3 ct/kg

Deutschland: Die Schlachtzahlen für Deutschland fallen weiterhin moderat aus und liegen deutlich unter der 1 Mio. Stück-Marke. Für die kommende Woche vom 07. bis 13. März 2014 (11. KW 2014) wurde der Vereinigungspreis auf  1,47  € je kg bzw. Indexpunkt (+ 2 ct/kg) in einer Spanne von 1,45 bis 1,53 €/kg von der Notierungskommission festgelegt.  Die Ankündigungen für die Anlieferung in der kommenden Woche bleiben  unter Durchschnittsniveau.

(VEZG-Ankündigung: Ab April 2014 soll statt freitags am Mittwoch notiert werden.)

Der in  Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 10. KW 2014 blieb trotz anderer deutscher Vorgaben unverändert. Für die kommende 11. KW bleibt der österreichische Basispreis unverändert

Die Schweinepreise in Spanien (06. März 2014) sind  unverändert geblieben.

In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 10. KW in Milano und Mantua unverändert gelassen. Die Marktpreise in Modena (Di 04.03.) fielen um -1,1 ct/kg, in Reggio Emilia um -1,0 ct/kg und in Cremona (06.03.) um - 4 ct/kg. Die gemeldeten Schlachtzahlen haben um - 6,4 % gegnüber Vorwoche abgenommen.

Der europäische Schweinefleischmarkt bleibt weiter unter dem starken Preisdruck der fehlenden Exportmöglichkeiten nach Russland. Begrenzte Hoffnungen werden auf eine Wiederbelebung des Inlandsgeschäftes mit der zunehmenden Orientierung auf Grillware gesetzt. Kleine Exportmengen nach Polen schaffen ein wenig Luft. Spürbare Entlastung kommt von den europaweit moderaten Schlachtzahlen.

Bemühungen um Verhandlungen mit der russischen Veterinärbehörde zwecks Auflockerung des Importverbotes sind vorhanden, haben aber bisher noch keine konkreten Ergebnisse geliefert. Möglicherweise verbessern die gestiegenen russischen Schweinepreise und die teuer gewordenen US-Importe die Bereitschaft zu erfolgreicheren Verhandlungen.

Schweinepreise mit leichter Erholungstendenz dank moderater Schlachtzahlen

Schweine-Aktualisieren,

Update vom 12. 03. 2014

Oberitalien: Montagsmärkte (10.03.14)  Milano  unverändert;  Modena  -0,9 ct/kg

                    Dienstagsmarkt  (11.03.14) Reggio Emilia -1,3 ct/kg

Frankreich Montagsmarkt (10.03.14) Plerin +0,1 ct/kg bei geringerem Angebot

Belgien: Schlachthäuser von +1 bis +2 ct/kg

Niederlande: Schlachthäuser von +1 bis +3  ct/kg

ISN-Internetbörse Mittwoch 12.03.2014:  1,62 /kg  ( +11 ct/kg)  Spanne 1,58 bis 1,65 €kg;  kein Überstand

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ZMP Live Expertenmeinung

Trotz leichter Preiserholung belastet die russische Importsperre den europäischen Markt ganz erheblich. Auch eine geringfügige Belebung des Binnenmarktgeschäftes entwickelt nur begrenzte Wirksamkeit. Die anhaltend niedrigen Schlachtzahlen in vielen Erzeugungsgebieten verhindern ein größeres Preisdebakel.

Stark gestiegene russische Inlandspreise sowie explosionsartig gestiegene Schweinekurse in den USA könnte die russische Verhandlungsbereitschaft fördern, über kurz oder lang die Importsperre zu lockern.

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