14.
03.14
Ein kräftiger Schluck aus der Pulle: + 13 ct je kg für die kommende Woche

Schweine-Cockpit, 14.03.2014

Bullish
  • steigende Grillnachfrage im Inlandsabsatz
  • geringes Lebendangebot
  • Erwartung weiterer geringer Anlieferungen in der kommenden Woche
Bearish
  • Absatz von Speckteilen ein Problemfall
  • Russiches Importverbot bleibt preisdeckelnd

Schweinepreise  (Stand 14. März 2014)

Die ISN-Internetbörse am 12. März 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,62 €/kg

(+ 0,11 €/kg) bei einer Spannbreite von 1,58 bis 1,65 €/kg geführt. Sämtliche  2.855 angebotenen Schweine wurden verkauft. Diese Auktionsergebnisse lieferten ein richtungsweisendes Signal für die Freitagsnotierung.

Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:

Die russische Importsperre belastet zwar weiterhin das europäische Schweinepreisniveau. Allerdings sorgten ein geringes Lebendangebot und eine starke Nachfrage nach Grillartikeln angesichts des sonnigen Wetters für lebhaften Absatz in der abgelaufenen 11. KW.  Ausfuhrzunahmen nach China/Hongkong und Japan bringen zusätzlich kleine Entlastung.

In Russland führt der Bezug von Speckteilen aus den USA und Brasilien zu einer Stabilisierung der wieder angezogenen Schweinepreisen um die Größenordnung von 2,40 € /kg. Die US-Kurse steuern für die kommende Termine auf die 1,90 €/kg für Lean Hogs zu. In China machen die Niedrigpreise von 1,75 bis 1,81 €/kg den Schweinefarmen zu schaffen. Die staatliche Intervention hat bisher nur schwache Wirkungen erzielt.

Die Schlachtzahlen bedeutender EU-Erzeugungsgebiete fallen sehr moderat aus. In den einzelnen EU-Ländern ist die Marktlage jedoch recht unterschiedlich.

Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:

Dänemark: Dänische Schweine  wurden in der 11. KW nur wenig besser bezahlt. Die Schlachtzahlen bleiben weiter um  - 6,1 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 12. KW wird der Preis um 30 Öre bzw. rd. 4 ct/kg angehoben.

In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (10. März 2014) +1,0 ct/kg  bei verringerten  Auftrieb und beim Donnerstagmarkt (13. März 14) + 5  ct/kg mehr bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen haben in ganz Frankreich den geringsten Stand seit Beginn des Jahres 2014 erreicht.

Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 11. KW  zwischen + 1 ct/kg bis  + 3 ct/kg gezahlt. Die Preise für die 12. KW werden um +10 bis + 13 ct/kg erhöht

Belgien: Die Schlachtzahlen sind in der 11. KW um – 1,5 % geringer ausgefallen. Die belgischen Schlachtunternehmen haben in der 11. KW durchschnittlich +1 bis +2 ct /kg mehr bezahlt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 12. KW legen um +10 ct/kg zu.

Deutschland: Die Schlachtzahlen für Deutschland fallen weiterhin moderat aus und liegen bei der 1 Mio. Stück-Marke. Für die kommende Woche vom 14. bis 20. März 2014 (12. KW 2014) wurde der Vereinigungspreis auf  1,60  € je kg bzw. Indexpunkt (+ 13 ct/kg) in einer Spanne von 1,55 bis 1,60 €/kg von der Notierungskommission festgelegt. Die Ankündigungen für die Anlieferung in der kommenden Woche bleiben nochmals deutlich unter Durchschnittsniveau.

Ab dem 02. April 2014 erfolgt die Notierung zum V-Preis mittwochs ab 14. 00 Uhr

Der in  Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 11. KW 2014 blieb trotz anderer deutscher Vorgaben unverändert. Für die kommende 12. KW wird  der österreichische Basispreis um + 9 ct/kg ansteigen.

Die Schweinepreise in Spanien (13. März 2014) sind  unverändert geblieben.

In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 11. KW in Milano unverändert gelassen. Die Marktpreise in Modena (Di 04.03.) fielen um -0,9 ct/kg, in Reggio Emilia um -1,3 ct/kg. In Cremona (13.03.) stiegen die Kurse  + 5 ct/kg. Die gemeldeten Schlachtzahlen haben nochmals  um – 5,1 % abgenommen und sind die niedrigsten seit Jahresbeginn.

Der europäische Schweinefleischmarkt bleibt weiter unter dem Preisdruck der fehlenden Exportmöglichkeiten nach Russland. Der Absatz von Speckteilen wird ein zunehmendes Problem.

Spürbare Entlastung kommt von den europaweit moderaten Schlachtzahlen sowie der starken Nachfrage noch Grillartikeln infolge der sonnigen Wetterentwicklung.

Bemühungen um Verhandlungen mit der russischen Veterinärbehörde zwecks Auflockerung des Importverbotes gehen weiter, bislang ohne konkrete Ergebnisse. Die verschärften politischen Auseinandersetzungen um den Ukraine-Konflikt stehen jedoch einer schnellen Lösung entgegen.

Ein kräftiger Schluck aus der Pulle: + 13 ct je kg für die kommende Woche

Schweine-Aktualisieren,

Uppdate vom 19. 03.2014

Frankreich/Bretagne (Plerin) kleiner Montagsmarkt (17.03.14):   +1 ct/kg

Oberitalien (Montag, 17.03.14):  Milano +3,5 ct/kg;  Modena +3,2 ct/kg

                   (Dienstag 18.03.14):  Reggio Emilia +3,8 ct/kg

                     Mittwoch (19.03.14) Cremona  +3,3 ct/kg

ISN Internet-Auktion (Mi. 19.03.14) :  1,59 €/kg  (- 3  ct/kg)  mit Überstand

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ZMP Live Expertenmeinung

Ungewöhnliches Grillwetter im März bei kleinem Lebendangebot kompensiert zum Teil das russische Importverbot. Die Absatzprobleme mit Speckteilen werden mit dem flotten Verkaufsgeschäft im Grillwarensortiment verrechnet werden müssen. Auch für die kommende Woche ist das Lebendangebot nicht drängend.

Eine Lockerung des russischen Importverbotes ist angesichts der sich verschärfenden politischen Spannungen zwischen den europäischen Staaten und Russland nicht so schnell zu erwarten.

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