21.
03.14
Fehlende Aussichten auf Grillwetter drückt Schweinepreise wieder nach unten

Schweine-Cockpit, 21.03.2014

Bullish
  • Vergleichsweise niedriges Lebendangebot
Bearish
  • weiterhin fehlender Absatz nach Russland
  • kaum spürbare Alternativen im Exportgeschäft
  • ungünstiges Grillwetter absehbar - verhaltene Aufträge zum Nachfüllen der Kühltheken
  • Verarbeitungsware staut sich

Deutsche Schweinepreise für kommende Woche niedriger – in DK leicht steigend.

Die ISN-Internetbörse am 19. März 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,59 €/kg (- 0,03 €/kg) bei einer Spannbreite von 1,58 bis 1,60 €/kg geführt. Von 2.580 angebotenen Schweinen wurden 460 nicht verkauft.

Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:

Die russische Importsperre belastet weiterhin das europäische Schweinepreisniveau. Nach dem erstaunlichen Preisanstieg von + 0,13 ct/kg in der Vorwoche haben Hauspreise von 1,55 € je kg und Rückgänge bei der ISN-Börse  in der laufenden Woche als Vorboten für eine Korrektur in der kommenden Woche gesorgt.

Die Schlachtzahlen bedeutender EU-Erzeugungsgebiete fallen sehr moderat aus. In den einzelnen EU-Ländern ist die Marktlage jedoch recht unterschiedlich.

Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:

Dänemark: Dänische Schweine  wurden in der 12. KW um rd. 4 ct /kg höher bezahlt. Die Schlachtzahlen bleiben zwar weiter um  - 4,6 % hinter den Vorjahreswerten zurück, lagen jedoch um 0,9 % höher als in der Vorwoche. Für die kommende 13. KW wird der Preis um 20 Öre bzw. rd. 2,6 ct/kg angehoben.

In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (17. März 2014) +1,0 ct/kg  bei deutlich verringerten  Auftrieb und beim Donnerstagmarkt (20. März 14) + 5  ct/kg mehr bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen haben in ganz Frankreich den geringsten Stand seit Beginn des Jahres 2014 erreicht, jedoch gegenüber der Vorwoche wieder um 0,8 % leicht zugenommen.

Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 12. KW  zwischen + 12 ct/kg bis  + 13 ct/kg gezahlt. Die Preise für die 13. KW sind um der deutschen Vorgabe mit -5 ct/kg gefolgt

Belgien: Die Schlachtzahlen sind in der 12. KW um – 2,1 % wiederholt geringer ausgefallen. Die belgischen Schlachtunternehmen haben in der 12. KW durchschnittlich +10 ct /kg mehr bezahlt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 13. KW wurden um -3 ct/kg reduziert

Deutschland: Die Schlachtzahlen für Deutschland fallen weiterhin moderat aus und lagen in der Vorwoche bei rd. 960.578 Stück  Für die kommende Woche vom 21. bis 27. März 2014 (13. KW 2014) wurde der Vereinigungspreis auf  1,55  € je kg bzw. Indexpunkt (- 5 ct/kg) in einer Spanne von 1,55 bis 1,57 €/kg von der Notierungskommission festgelegt. Die Ankündigungen für die Anlieferung in der kommenden Woche bleiben knapp unter  Durchschnittsniveau.

Ab dem 02. April 2014 erfolgt die Notierung zum V-Preis mittwochs ab 14. 00 Uhr

Der in  Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 12. KW 2014 blieb mit + 9 ct/kg hinter dem deutschen Preisanstieg zurück.  Für die kommende 13. KW wird  der österreichische Basispreis um -3 ct/kg gesenkt

Die Schweinepreise in Spanien (20. März 2014) sind um 5 ct/kg gestiegen.

In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 12. KW  am Montag in Milano und Modena  um +3,5 bzw. +3,2 ct/kg, am Dienstag (18.03.) in Reggio Emilia um +3,8 ct/kg, am Do, 20. 03. in Cremona +3,3 ct/kg und in Mantua um 2,5 ct/kg angehoben.  Die gemeldeten Schlachtzahlen sind wieder um  + 5,4 % gestiegen und liegen auf Durchschnittsniveau seit Jahresbeginn.

Der europäische Schweinefleischmarkt bleibt weiter unter dem Preisdruck der fehlenden Exportmöglichkeiten nach Russland. Spürbare Entlastung kommt von den europaweit moderaten Schlachtzahlen sowie der starken Nachfrage noch Grillartikeln der zurückliegenden Woche. Für das kommende Wochenende liefern die Vorhersagen kein einladendes Grillwetter, entsprechend schwach sind die Bestellungen zur Auffüllung der Kühltheken.

Bemühungen um Verhandlungen mit der russischen Veterinärbehörde zwecks Auflockerung des Importverbotes werden durch gegenseitige Sanktionsmaßnahmen um den Ukraine-Konflikt torpediert.

Der internationale Schweinefleischmarkt wird angeführt von extrem gestiegenen US–Preisen auf aktuellem Niveau von umgerechneten rd. 1,85 € je kg und Terminnotierungen für den Juni 2014 mit 131,5 ct/p  bzw. umgerechnet 1,98 €/kg, wobei unterschiedliche Magerfleischprozente nicht berücksichtigt sind. US-Importe sind streng geregelt.

Chinesische Schweinepreise bleiben auf dem niedrigen Niveau von 1,70 bis 1,80 €/kg, während russische Schweinepreise wieder die Größenordnung von 2,40 € je kg erreicht haben.

Im Gegensatz dazu liegen brasilianische Schweinepreise bei durchschnittlich 1,35 €/kg.

Die Alternativen für den fehlenden Absatz von Schweinefleischteilen nach Russland sind dünn gesät. 

Fehlende Aussichten auf Grillwetter drückt Schweinepreise wieder nach unten

Schweine-Aktualisieren,

Update am 26. 03.2014:

Oberitalien:  Montagsmärkte (24.03.) Modena Milano  + 0,1 ct /kg

Frankreich/Bretagne: kleiner Montagsmarkt (24.03.) + 0,5 ct/kg bei rückläufigem Auftrieb

Oberitalien: (26.03.) Reggio Emilia +0,5 ct/kg, Cremona +1ct/kg

ISN-Internetauktion:  (Mi, 26.03) + 4 ct/kg

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ZMP Live Expertenmeinung

Der fehlende Absatz nach Russland ist weder im In- noch im Auslandsgeschäft kurzfristig zu kompensieren. Vorübergehend ungewöhnlich gutes Grillwetter im März hat zwischenzeitlich für etwas Luft gesorgt, aber das ist nicht von Dauer um diese Jahreszeit. Die Einlagerung in den Froster ist nur bei gedrückten Preisen eine Alternative, denn man kann nur schwerlich  damit rechnen, dass im Mai zur "Normalgrillzeit" das Ukraine-Problem schon gelöst ist. Die Hoffnung bleibt jedoch bestehen, dass Russland einer Regionalisierung der EU-Einfuhren zustimmt. Die hohen Schweinepreise in den USA dürften auf Dauer keine attraktive Adresse für russische Ersatz-Importe darstellen, dann eher schon die brasiliansichen Ausfuhren. Allerdings ist Brasilien darum bemüht, seinen steigenden Eigenverbrauch abzudecken. Viel Spielraum bleibt nicht. .

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