27.
12.13
Rindfleischmarkt 2014: China und Indien entwickeln die größte Dynamik

Schweine-Cockpit, 27.12.2013

Bullish
  • Nachfragesteigerungen in China und große Importzuwächse
Bearish
  • Nach Jahren des Rückgangs wieder steigende Weltrindfleischerzeugung
  • Nachfragestagnation in den Industrieländern
  • EU bleibt Nettoexporteur; es fehlen Exporte nach Russland und in die Türkei
  • Steigende indische Rindfleischexporte sind sehr preiswert.
  • China kauft Rindfleisch billig ein

Rindfleischmarkt zum Jahreswechsel 2013/14

Nach Jahren der Stagnation ist die globale Rindfleischerzeugung 2013 wieder um knapp 0,9 Mio. t  bzw. 1,6 % gestiegen. Wesentlichen Anteil an diesem Zuwachs haben Brasilien und Indien mit jeweils einem Drittel und Argentinien mit weiteren 20 %. Weiterhin rückläufig ist die Produktion in den USA und Mexiko gewesen, die beide unter den Nachwirkungen der Trockenheit und den hohen Futterkosten zu leiden hatten. Die Rindfleischerzeugung in der EU hat sich nur knapp behaupten können.

Auf der Nachfrageseite fällt der beachtliche Zuwachs Chinas mit fast 0,5 Mio. t Steigerung gegenüber dem Vorjahr ins  Blickfeld, eine Steigerung, die nur zu knapp 20 % aus eigener Erzeugung stammt. In den übrigen Erzeugungsgebieten folgen die kleinen Veränderungen im  Wesentlichen den Produktionszahlen. In der EU ist der Rindfleischkonsum unwesentlich gesteigert worden.

Größter Importeur von Rindfleisch ist zwar die die USA mit etwas über 1 Mio.  t Einfuhr von Verarbeitungsfleisch, aber gleichzeitigem Export von 1,1 Mio. t an wertvollen Rindfleischteilen. Die USA sind im Jahre 2013 nur knapp Nettoexporteur geblieben.

Zweitgrößter Importeur von Rindfleisch bleibt Russland, das die Größenordnung von 1 Mio. t Einfuhr gegenüber dem Vorjahr gerade noch gehalten hat.

China/Hongkong zusammen sind die neuen großen Player beim Rindfleischimport. Innerhalb eines Jahres steigern die Chinesen ihre Rindfleischimporte um das 2,5 fache von 331.000 auf 850.000 t. Hintergrund ist das steigende Einkommen der wachsenden Mittel-  und Oberschichten, die nicht nur mehr einseitig auf Schweine- und Geflügelfleisch setzen, sondern auch teures Rindfleisch auf dem Speisezettel haben. Dennoch errechnet sich der chinesische Pro-Kopf-Verbrauch auf nur knapp 4,2 kg Rindfleisch im Vergleich zu 39 kg Schweinefleisch. Aber welches riesiges Potenzial winkt da in Zukunft?!

Auf der Exportseite stehen an vorderster Stelle Brasilien mit einem um 0,3 Mio. t gestiegenen Exportvolumen auf 1,8 Mio. t. Wesentliche Antriebsfaktoren sind die schwache Währung und ein staatliches Stützungsprogramm. Indien hat seine Rindfleischerzeugung im Zusammenhang mit der Vergrößerung der Milchviehherde um 0,2 auf 1,6 Mio. t. vergrößert. Das Fleisch gilt als Halal (oder koscher) und ist aufgrund der Konkurrenz zum Geflügelfleisch mit Preisen deutlich unter 3 € je kg besonders preiswert. Auch Australien konnte seine Rindfleischerzeugung nach den trockenheitsbedingten Rückschlägen der vorhergehenden Jahre von durchschnittlichen 1,35 Mio. t auf 1,53 Mio. t  anheben.  Australisches Fleisch geht vorrangig in die USA, in jüngster Zeit auch nach China. 

Die EU bleibt bei einem Exportvolumen von 350.000 t und einem Importbedarf von 260.000 t weiterhin Nettoexporteur von Rindfleisch. Die früher hohen Ausfuhren nach Russland und in die Türkei sind in die Nähe von Null abgesackt.

Aussichten auf dem Rindfleischmarkt für 2014

Die weltweite Produktion an Rindfleisch soll um rd. + 0,3 % steigen. Überdurchschnittlich hoch werden die Zunahmen in Brasilien mit + 3 % und in Indien mit + 5 % ausfallen. Auch China legt nochmal um 1,5 % zu. Rückläufig wird die US-Erzeugung bleiben, während in der EU mit einer leichten Steigerung um die 1 % gerechnet wird.

Auf  der Nachfrageseite wird für China eine vorsichtige Verbrauchssteigerung von  + 3,3 % veranschlagt. Der Rindfleischverzehr in den  USA wird um  - 5,3 % weniger veranschlagt. Russlands Rindfleischverzehr wird 2014 unverändert eingeschätzt. Entsprechend sollen sich die russischen Einfuhren nur wenig verändern.

Für Hongkong/China schätzt man einen Importbedarf, der die Größe von 1 Mio. t erstmals überschreiten und mit Russland gleichauf liegen wird. Für die USA kalkuliert man fast gleich hohe  Ein- wie Ausfuhren um die 1 Mio. t Marke.

In der EU bleibt es bei einer etwas verringerten Nettoexportlage.

Brasilien und Indien werden ihre Exporte um beachtliche 6 bzw. 7 % ausdehnen. Für die übrigen Exportländer werden geringe Zunahmen erwartet.

Der Rindfleischmarkt 2014 bleibt weiterhin auf Expansionskurs, wenngleich auch nicht in allen Ländern vor allen den USA und bescheidenen Veränderungen in der EU-28.

Die weltweiten Rindfleischpreise haben sich 2013 zwar auf beachtlichem Niveau oberhalb langjähriger Durchschnittspreise  stabilisiert, bewegen sich aber im knappen Mittelfeld der jüngeren Jahre.

Die für 2014 geschätzten Produktionssteigerungen werden die internationalen Notierungen wieder leicht unter Druck setzten. Dabei spielen Wetter und Währungen noch eine beachtliche Rolle. Mit gespannter Aufmerksamkeit wird man die Entwicklung der China-Importe verfolgen. In Verbindung mit Indiens Produktionszunahmen steckt in diesen beiden Teilmärkten die stärkste Entwicklungsdynamik des Jahres 2014. Größere Beachtung ist auch wieder den südamerikanischen Staaten zu schenken.

Rindfleischmarkt 2014: China und Indien entwickeln die größte Dynamik
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ZMP Live Expertenmeinung

Nach Jahren weltweit rückläufiger Rindfleischproduktion wird wieder mit einem leichten Wachstum gerechnet. Entscheidende Impulse stammen dabei aus Brasilien und Indien. Die USA müssen noch ihre Trockenheitsbedingten Herdenabbau überwinden. Produktion und Nachfrage im weltgrößten Rindfleischgebiet sind rückläufig.

Die EU bleibt auf niedrigem Niveau Nettoexporteur mit begrenzter Bedeutung. Aus der früher aktiven Rolle wird eine passive Anpassung an die allgemeinen Marktentwicklungen.

China hat mit seiner schlagartigen Importsteigerung um das 2,5 fache innerhalb eines Jahres eine neue Marke gesetzt.  Angesichts des riesigen Nachfragepotenzials werden die Weichen möglicherweise neu gestellt werden. Indien hat mit seiner Exportsteigerung in den letzten 5 Jahren bereits für eine neue Orientierung gesorgt. Beide Länder zusammen entwickeln die größte Dynamik im Rindfleischsektor auf Weltebene.

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