27.
12.13
Aussichten Schweinefleischmarkt 2014: fast unverändert

Schweine-Cockpit, 27.12.2013

Bullish
  • bisher knappe Ferkel führen auch zu knappen Schlachtzahlen im 1. Halbjahr
  • erwartet knappe Ferkel im Frühjahr führen auch zu knappen Schlachtzahlen im weiteren Verlauf des Jahres
  • günstiges Wetter zu Beginn der Grillsaison verhindert teuren Vorratsaufbau
  • keine gegenläufigen Entwicklungen in den nichtdeutschen Erzeugungsgebieten erkennbar
Bearish
  • keine konkreten Aussichten auf Verbesserung der Drittlandsexporte
  • Inlandsnachfrage bleibt weitgehend unverändert
  • politische Rahmenbedingungen
  • Wechselkurseffekte

Schweinefleischmarkt zum Jahreswechsel 2013/14

Deutsche Schweinepreise in der Spitze von 1,93 bis in den Keller von 1,52 €/kg sind die extremen Eckpunkte für das Jahr 2013. Eine weitgehend ausgefallene Grillsaison im Mai verhinderte zunächst jede Preiserholung im 1. Halbjahr. Abfallende Schlachtzahlen bei steigender Inlandsnachfrage zum Sommer und Herbst trieb die Preise wieder an und erreichten im Okt. ihren Spitzenwert. Im 4. Quartal stiegen die Lebendangebote wieder auf frühere Zahlen an und die Preise fielen erdrutschartig. Deutlich hat sich der unzureichende Export in Richtung Russland wegen der Importsperren bemerkbar gemacht.

Weitere Merkmale waren die hohen Futterkosten im 1. Halbjahr und ermäßigte Getreidepreise bei allerdings unerwartet hohen Eiweißfuttermittelkursen im 2. Halbjahr.

Durchgehend robuste Ferkelpreise, die sich wenig an früher übliche Herbstpreistiefs gehalten haben, gehören ebenfalls zu den Besonderheiten des Jahres 2013. Das knappe Ferkelaufkommen aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig stabiler Aufstallbereitschaft bescherte den Ferkelerzeugern ein vergleichsweise günstiges Jahr.   

In der EU verlief die Entwicklung nach ähnlichem Muster, wobei jedoch jedes einzelne EU-Mitgliedsland seinen eigenen Stempel aufdrückte. Herausragend waren dabei die Schweinepreise im 50 %-igen Zuschussgebiet Großbritannien mit über 2 € je kg.  Spaniens Urlaubskonjunktur ging schon dem Ende entgegen, als die dortigen Kurse an der 2 € /kg Marke kratzten. Umso schmerzlicher war der Anpassungsprozess an die urlauberarme Winterzeit. Im Osten der EU nichts Neues: weiterhin Bestandsabstockungen und ausgleichende Fleischimporte aus dem Westen. Im Süden der EU profitieren die italienischen Hochpreise vom fallenden Selbstversorgungsgrad unter 70 %, machen aber jede Preisbewegung des Nordens in gedämpfter Form mit. Spanien erlebt seine Höhepunkte in den Sommermonaten mit einer Heerschar hungriger Urlauber, kämpft aber mit schwachen Preisen in der urlauberarmen Zeit bei einem SVG von über 100 %. 

Im größten Exportland der Welt USA hat die Schweinefleischerzeugung aufgrund der hohen Futterkosten zwar ebenfalls leicht zurückstecken müssen, dennoch das hohe Niveau wurde gehalten. Die auf Null zurückgesetzten Exporte in Richtung Russland konnten nur begrenzt mit Ausfuhren in andere Länder wie u.a. Mexiko wieder wettgemacht werden. Die Barbecue-Saison brachte Schweinepreise bis über die 1,60 €/kg Marke bis lange in den Herbst hinein. Die aktuellen Winterpreise dümpeln zwischen 1,30 und 1,40 €/kg vor sich hin. Noch nicht überschaubar sind die Folgen der PEDv (tödlicher Ferkeldurchfall). Nach vorübergehender Beruhigung im Herbst sind die Infektionen wieder deutlich angestiegen. Die ausgefallenen Tiere müssten sich eigentlich ab Jan 2014 in niedrigeren Schlachtzahlen bemerkbar machen. Allerdings liegen die US-Schlachtgewichte in den Wintermonaten deutlich höher, so dass die preisentscheidende Fleischmenge sich nicht viel verändern dürfte.

In China hat die  Eigenerzeugung um weitere 2,7 % gegenüber dem schon stark gestiegenen Vorjahr zugelegt. Die Konsumsteigerung fiel jedoch mit knapp 2,9 % noch höher aus. Hongkong und China zusammen liegen mit gesteigerten 1,15 Mio. t  Schweinefleischimporten nur noch knapp hinter den seit Jahren stagnierenden japanischen Einfuhren. Chinesische Schweinepreise kursieren in der Bandbreite zwischen 2,5 und 2,75 €/kg eher im unteren Mittelfeld der letzten Jahre.

Brasiliens steigende Schweinefleischerzeugung in Höhe von 3,3 Mio. t hat Mühe den zunehmenden Bedarf im eigenen Lande zu decken. Die Exporte von 0,6 Mio. t sind seit Jahren eher rückläufig. Überwiegend währungsbedinge Preisschwankungen zwischen umgerechnet 1,10 bis 1,70 €/kg machen es den Schweinehaltern schwer, Investitionen hinreichend verlässlich abzusichern.

Kanadas Schweinefleischerzeugung mit 1,8 Mio. t hat sich in den letzten beiden Jahren nach erheblichen Schwächen wieder stabilisiert. Bei einem unveränderten Inlandsverbrauch von 0,85 Mio. t   haben die Exporte vorrangig in Richtung Südostasien und dem benachbarten USA wieder leicht erholt. Die kanadischen Preise orientieren sich mit kleinem Abstand unter den US-Preisen.

Russland bleibt trotz stetiger Erhöhung seiner Inlandserzeugung von 2,2 Mio. t immer noch auf Schweinefleischeinfuhren angewiesen. Im Jahr 2013 stieg der Konsum jedoch nicht mehr an. Entsprechend fielen die Importe von 1,1 Mio. t im Jahre 2012 auf 0,9 Mio. t im Jahre 2013.  Stark betroffen waren die USA mit einem Null-Importverbot und die EU-28 mit erheblichen Importsperren. Die russischen Schweinepreise liegen mit 2,25 bis 2,40 €/kg am Rande der Wirtschaftlichkeitsgrenze für dortige Verhältnisse.  

Aussichten für das Jahr 2014

Nach den jüngsten Schätzungen des USDA soll die weltweite Schweinefleischerzeugung im Jahre 2014 um 1,4 Mio. t bzw. 1,3 % zulegen. Der größte Teil des Zuwachses von 0,9 Mio. t wird in China erwartet. Die EU-Erzeugung wird von den Amerikanern unverändert eingestuft. In den USA selbst und in Kanada wird nur mit einer geringfügigen Steigerung gerechnet. Brasiliens Schweinefleischerzeugung soll leicht abnehmen.

Auf der Nachfrageseite wird fast durchgehend mit weitgehend unverändertem Verbrauch in den Industrieländern und mittleren Steigerungen in den übrigen Staaten gerechnet. China und der südostasiatische Raum spielen dabei die Ausnahme mit höheren Zuwachsraten. Die Importe China/Hongkong nehmen weiter zu, auch für Russland wird wieder mit einer leichten Erhöhung der Einfuhren gerechnet. Japans Zulieferungen sollen nur minimal zunehmen.

Auf der Exportseite geht das USDA davon aus, dass die EU-28 keine nennenswerte Ausfuhrsteigerungen realisieren kann. Die USA selbst wollen nochmal verstärkte Lieferungen in Richtung Mexiko und kleineren Staaten in Asien erreichen.

Insgesamt rechnet man damit, dass die weiterhin erwartete Entlastung auf der Futterkostenseite zu einem neuen Aufschwung der Erzeugung beitragen wird, dessen volle Auswirkungen voraussichtlich erst im Jahre 2015 spürbar wird.

Die bei der Europäischen Kommission angegliederte Expertengruppe für den Schweinefleischmarkt kommt in ihrer jüngsten Analyse zu dem Ergebnis, dass die Schweineschlachtungen im 1. Halbjahr nicht zu-,  sondern geringfügig abnehmen. In ihrer Kurzzeitanalyse hatte die Kommission noch in der Herbstausgabe 2013 auf der Grundlage von übermittelten Viehzählungsdaten ausgewählter EU-Mitgliedsländer eine Steigerung des Lebendangebotes im 1. Halbjahr 2014 prognostiziert.

Im 1. Quartal 2014 sollen die Schweineangebote um -0,9 % hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben. Unter Berücksichtigung des jahreszeittypischen schwachen Verbrauchsverhaltens werden die Preise im Durchschnitt von Jan – März 2014 auf rd. 1,70 €/kg der europäischen Notierung geschätzt.

Im 2. Quartal 2014 wird immer noch ein leichter Rückgang der Schlachtzahlen von - 0,3 % vorausgesehen, aber aufgrund des saisonal zunehmenden Verbrauchsverhaltens in den Monaten April, Mai, Juni schätzt man die Preise vorsichtig etwas höher auf rd. 1,71 €/kg.

Die jüngsten Viehzählungsergebnisse in Deutschland bestätigen weitgehend diese Entwicklungsrichtung.

Aussichten Schweinefleischmarkt 2014: fast unverändert

Schweine-Aktualisieren,

Update Schweinepreise in der Weihnachts- und Nachweihnachstwoche 2013

  26. Dez. 13: Frankreich/Bretagne  - 2,6 ct/kg  Schlachtzahlen -11 %

  30. Dez.-13: Oberitalien Milano unverändert

  30. 12. 2013 bis 05. Jan.-14:

              Dänemark:  unverändert

               Belgien:   unverändert

               Österreich:  unverändert 

ZMP Live+ Logo

ZMP Live Expertenmeinung

Die Schweinefleischerzeugung im 1. Halbjahr 2014 soll EU-weit weiterhin knapp unter dem vorjährigen Niveau verbleiben. Jüngste deutsche Viehzählungsergebnisse unterstreichen diese Einschätzung. Trotz des zu erwartenden verhaltenen Angebots wird sich der unzureichende Drittlandsexport negativ bemerkbar machen. Chinesische Einfuhrsteigerungen enthalten zu wenig Wert,  um hierzulande nennenswerte Preisverbesserungen zu bewerkstelligen. Da wäre die Öffnung des russischen Markte deutlich ergiebiger.

 Entlastung wird durch niedrige bis fallende Futterkosten erwartet.

Die Investitionsneigung für Bestandsaufstockungen könnte sich zum Sommer/Herbst hin weiter verbessern. Die Auswirkungen auf den Fleischmarkt machen sich zeitverzögert erst im Folgejahr bemerkbar.

ZMP Marktbericht kompakt
Aktuelles von den Märkten kompakt für Sie zusammengefasst

Achtung, du siehst derzeit historische Daten da du entweder kein ZMP Live+ Mitglied oder nicht eingeloggt bist. Hol dir jetzt den Informationsvorsprung!

21.
05.24
16:09

US-Fleischmarkt 2025: weniger Rind, mehr Schwein, noch mehr Hähnchen Anläßlich der monatlichen Vorschau auf den US-Fleischmarkt 2025 prognostiziert das US-Agrarministerium (USDA) in seiner Mai-Ausgabe einen stagnierenden Fleischmarkt in Höhe von knapp 46 Mio. t insgesamt. Bei den einzelnen Fleischarten sind jedoch deutliche Unterschiede auszumachen…

10.
05.24
16:23

EU-KOM schätzt EU-Schweinefleischmarkt 2024 unverändert auf Vorjahresniveau In ihrer jüngsten Mai-24-Ausgabe schätzt die EU-Kommission den Schweinefleischmarkt 2024 gegenüber vorausgegangenen optimistischeren Prognosen nur wenig verändert auf Vorjahresniveau. Im Jahre 2023 war die Erzeugung im Durchschnitt um -6,6 % zurückgegangen. Die größten…

17.
04.24
15:22

Deutschland: V-Preis 2,20 €/kg (Spanne 2,15 – 2,20 €/kg) Die wöchentlichen Schlachtzahlen sind mit rd. 691.367 Schweinen (Vorwoche 618.791) größer ausgefallen, die Schlachtgewichte sind mit 98,2 kg gleich geblieben. Die Voranmeldungen fallen mit 260.700 Schweinen (Vorwoche 260.900) etwa gleich hoch aus. Die ISN-Auktion am Di, 16. Apr. 2024 brachte…

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich