NASDAQ
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

Wie errechnet man den theoretischen Wert eines Knock Out Zertifikats ?

Hallo Trader Gemeinde,

kann mir jemand erklären, wie man den theoretischen Wert eines Knock out Zertifikats (Turbo, Mini usw) errechnen kann? Ich weiß der MM wird nie den fairen Wert preisen, aber zum Verständnis würde es mir sehr weiterhelfen.

Die Hotline der ABN konnte mir es leider nicht erklären, aber die sind ja auch nur einer der größten Emittenten.

Hat jemand von Euch vielleicht so ein Tool in Excel?

Vielen Dank für die Antworten auf diese vielleicht blöde Frage.

Gruß

Frank

Roti
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

Hallo,

Die Hotline der ABN konnte mir es leider nicht erklären, aber die sind ja auch nur einer der größten Emittenten.

wenig ermutigend sowas ...

Glaube das es mal in irgendeiner Traders´ Ausgabe eine Besprechung/Tool zu deiner Frage gab, welche Ausgabe sorry.

Oder einfach ohne ein Abo abzuschliessen den Hebelzertifikate-Trader oder BörseOnline fragen?

Wenn Du mit Mathe kein Problem hast lade dir mal vom Emi den Prospekt des Produkts runter und kalkuliere es durch, dazu wirst Du neben dem aktuellen Kurs einen Zinssatz benötigen sowie die Restlaufzeit.

Wozu soviel Mühe, nimm doch Aktien oder Futures, geht einfacher!

Beste Grüße

Roti

trendling
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

17.03.2005 - 10:29 Uhr

Wie berechnet sich der Preis der Knock-Outs?

Anders als beim Optionsschein ist die Preisbildung beim Knock-Outs wesentlich transparenter und für jeden Anleger nachvollziehbar.
Der Preis eines Long (Call) -Knock-Outs setzt sich wie folgt zusammen:
Preis KO-Long = (Kurs Basiswert - Basispreis)* Bezugsverhältnis + Aufgeld
Der Kauf eines Longs (calls) ist vergleichbar mit dem Kauf eines Terminkontrakts (Futures). Der Kauf eines Call-Produkt entspricht dabei einer Long-Position am Terminmarkt. Der Anleger kauft also den Basiswert zu einem festgelegten Termin in der Zukunft auf Kredit. Da der Anleger daher quasi nur einen Teil des Wertes des Basiswertes als Sicherheit hinterlegt, ergibt die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Basispreis (Strike) unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses den aktuellen Preis. Der initial berechnete Hebel ist nach dem Kauf für Anleger konstant. Die Kosten für den Kredit bilden dann das Aufgeld für den Knock-Out-Long.

Ein Beispiel mit einem DAX-KO-Long macht die Preisbildung deutlich:
Ein DAX-Long mit einem Basispreis von 4000 Punkten. Über den KO kauft der Anleger den DAX zu 4000 Punkten. Steht der aktuelle Kurs des DAX bei 4200 Punkten, kostet das Hebelpapier 200 Punkte. Dies ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Basispreis und aktuellem Kurs. Mit anderen Worten: Das Emissionshaus gibt dem Anleger einen Kredit von 4000 Punkten, um den DAX für 4000 Punkte zu einem festgelegten Termin zu kaufen. Bei einem Bezugsverhältnis von 100:1 muss der Anleger - ohne Berücksichtigung des Aufgelds - für das Produkt im Grunde nur zwei Euro bezahlen. Das Long-KO verbrieft also die exakte Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Index und des Basispreises des Longs.

Der Preis eines Short (Put)-Knock-Outs setzt sich wie folgt zusammen:
Preis KO-Short = (Basispreis - Kurs Basiswert) * Bezugsmenge - Abgeld
Der Kauf eines Shorts (Puts) ist vergleichbar mit dem Verkauf eines Terminkontrakts (Futures). Der Kauf eines Put-Produkts entspricht dabei einer Short-Position am Terminmarkt. Der Anleger verkauft also den Basiswert zu einem festgelegten Termin in der Zukunft auf Kredit. Hier wirken die Kreditkosten allerdings zu Gunsten des Anlegers und wirken als Abgeld. Der aktuelle Preis errechnet sich aus der Differenz zwischen dem Basispreis (Strike) und dem aktuellen Kurs des Basiswerts unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Der initial berechnete Hebel bleibt nach dem Kauf für den Anleger konstant.

Ein Beispiel mit einem DAX-KO-Short macht die Preisbildung deutlich:
Ein DAX-Short mit einem Basispreis von 4500 Punkten. Über den KO verkauft der Anleger den DAX zu 4500 Punkten. Steht der aktuellen Kurs des DAX bei 4200 Punkten, kostet das Hebelpapier 300 Punkte. Dies ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellem Kurs und dem Basispreis. Da Anleger den DAX theoretisch im Depot halten muss, bekommt er theoretisch einen Kredit, damit er den DAX für 4500 Punkte zu dem festgelegten Termin verkaufen kann. Das ergibt ein Abgeld, was den Preis des Shorts geringfügig senkt.
Bei einem Bezugsverhältnis von 100:1 muss der Anleger - ohne Berücksichtigung des Aufgelds - für das Produkt lediglich drei Euro bezahlen. Das Short-KO verbrieft also die exakte Differenz zwischen dem Basispreis des Shorts und dem aktuellen Kurs des Index.

http://derivatetool.finanztreff.de/derivate/5/derivate_news.htm?id=23582181&r=0&sektion=turbos-basiswissen&seite=&u=0&k=0

Rechner:
http://ariva.de/zertifikat/rechner/hebel.m?a=TB0CR5

-------------

Es bestehen beim Auf- Abgeld scheinbar Unterschiede zwischen den Konstruktionen und Emittenten, je nachdem ob es sich um einen Schein mit begrenzter Laufzeit handelt, oder um einen Open End Schein. Ich kann es aber spontan nicht verständlich erklären und es lässt sich hierzu wohl gar keine einfache und gleichzeitig generell richtige Pauschalaussage treffen. Man bräuchte für jeden Emittenten wahrscheinlich einen eigenen Rechner.

Als ich mich mal näher damit beschäftigt habe, habe ich ein interessantes PDF dazu ergoogelt. Leider ist es kopiergeschützt, sonst hätte ich das Fazit reingestellt. Jedenfalls ist die Rede von einer ``systematisch höheren Preisstellung, gegenüber den finanzmathematischen Werten´´ und dass die Turbos nur auf den ersten Blick ein einfaches, gut verständliches Retail-Produkt darstellen.

http://ifbg.wiwi.uni-goettingen.de/downloads/literatur/turbos.pdf

Gruss

trendling

Roti
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

Hallo trendling,

sehr ausführlich, danke. Ohne Werbung für einen Börsenbrief machen zu wollen hier noch ein Link zu einer stark vereinfachten Berechnung die natürlich nicht das Niveau der Uni-Göttingen erreicht http://www.hebelzertifikatetrader.de/hebelzertifikate_1.htm .

Ist doch klar das es sich für den Emittenten in jedem Falle lohnt sonst würde es nicht angeboten, jedoch ist das Produkt Hebelzertifikat/Turbo-Optionsschein weit besser als die klassischen Optionsscheine wenn es rein um die Spekulation rauf/runter geht. Bei klassischen Optionsscheinen spielen noch andere Einflußfaktoren (u.a. impl. Vola, etc.) auf doe Preisbildung eine Rolle, dort ist die Kursstellung meiner Meinung nach noch intransparenter.

Auch von seiten der CFD-Anbieter bekommen verbriefte Derivate Konkurrenz, dennoch ist der Future oder die Aktie am besten was die Kosten und Transparenz betrifft. Das Arbeiten mit Hebelzerti und/oder CFD verlangt eine besondere Beachtung der Gefahren seitens der Anbieter, dies sollte im Handelsansatz immer berücksichtigt werden?!

Beste Grüße

Roti

Gast

Wenn man sich mal die Mühe macht, die Kurse des Underlyings mit den Kursen der KO-Scheine zu synchronisieren, stellt man fest, daß das Aufgeld im Tagesverlauf erheblichen Schwankungen unterliegt, und zwar in Abhängigkeit zur Volatilität des Underlyings. Außerdem, wie neulich in einem anderen Thread von Walter dargestellt, steigt das relative Aufgeld, je näher man sich dem Knockout befindet.

Unterm Strich also sind die KO-Zertifikate den Optionsscheinen sehr viel ähnlicher, als die Prospekte es bestreiten. Nur der vorzeitige Ausstieg (Knockout) ist wunderbar transparent. :-)

Gast

Das ganze ist schon so aufgebaut, wie es die Überschrift vermittelt.

Es ist theoretisch. Mehr eben nicht.

Was nützt mir der sogenannte theortetische faire Wert des Zertifikats oder des Optionsscheins, wenn der Markt das anders spielt.

Wenn ich eine Meinung zum Markt habe, diese in Form eines Zertis umsetzten will, muss die die aktuellen Preise des Emmi akzeptieren.

Ansonsten sehe ich zu wie der Markt in meine Richtung läuft, ich aber nicht gekauft habe, weil meine Formel ergeben hat das der Schein 10% zu teuer ist.

Also alles in allem kann ich mit solchen theoretischen Erkenntnissen wenig anfangen.

gruss

he96
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

@ Walter [#6]

""Es ist theoretisch. Mehr eben nicht.""

JAWOLL, Bravo ! Es läuft genau so ! FRISS oder STIRB und der ganze THEORETISCHE Quatsch ist ganau DAFÜR da... !

gruss hans

Gast

@ Walter [#6]

Also alles in allem kann ich mit solchen theoretischen Erkenntnissen wenig anfangen.

Ich kann in letzter Zeit immer weniger mit Deinen Postings anfangen. Sobald Walter sich irgendwo zu Wort meldet, weiß ich schon vorher, es endet mit: Ist doch alles Käse.

Ganz oben frug nocash, weil er "mehr Verständnis" zur Preisgestaltung der KO-Scheine haben wollte. Reicht das nicht aus zur Begründung? Wer in diesem Thread hat behauptet, daß er auf eine Marktchance verzichtet, nur weil der Schein theoretisch "zu teuer" sein mag?

Es ist ziemlich leicht, einen Beitrag oder einen Thread auf dieses Dummniveau zu reduzieren. Das könnte man aber ohne weiteres auch mit Deinen Postings tun (Stichworte "gefühlte Inflation" oder "hohe Gasrechnungen"). Keiner hat's getan. Kommst Du drauf, wieso nicht?

he96
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

@ Livetour [#8]

"" Wer in diesem Thread hat behauptet, daß er auf eine Marktchance verzichtet, nur weil der Schein theoretisch "zu teuer" sein mag?""

Genau das wird aber passieren. Wer sich "ausrechnet" ein Schein wäre "2,00" wert und die Quote ist 05-10, wird sich dann sagen "RIPP-OFF, ich warte und stell mal tiefer Geld" und evtl. wartet er in ein paar Wochen noch immer.

Die THEORIE mit der THEORIE mag ganz hilfreich sein - leider gibts aber ab und zu einen mit dem PRAXIS-Baseballschläger über die Nuss.

gruss hans

Gast

Ich beurteile die Beiträge von Walter und he96 sowie einigen weiteren Teilnehmern als die praxisorientiertesten zum Thema Kapitalmarkt in diesem Forum. Sicherlich hat jeder seine eigenen Vorstellungen, trotzdem kann man vieles in einigen wenigen Sätzen auf den Punkt bringen wie es hier geschehen ist.

Warum sollte man viel Zeit für Berechnungen aufwenden die dann in der Praxis hinfällig sind?

NASDAQ
Mitglied seit 10 Jahre 10 Monate

Hallo,

vielen Dank für Eure kompetenten und sehr hilfreichen Antworten.

Das war besser als die Sendung mit der Maus. ;-))

Vielen Dank nochmal und ein schönes Restwochenende.

Gruß

Frank

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