Disaggregated COT-Report

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an peterg,

Irgendwo hier auf TMW hatten wir schon mal die Diskussion über Hedger, Spekulanten, etc.
Für mich ist jeder Marktteilnehmer ein Spekulant, egal ob er die Kassaware hat oder nur am Papier. ergo verstehe ich die Sinnhaftigkeit der COT Daten nicht, obwohl ich schon öfters versucht habe logische Schlüsse zu ziehen.

Contango im Soja gibts doch immer wieder. Es wäre interessant festzustellen, ob der Aufbau von bullspreads für die nächste Ernte bei contango (80% cost-of-carry) ein durchnittlich lohnendes Geschäft wäre. Abgesehen von supercontango wäre das Risiko gewissermassen begrenzt.

Ich schätze deine Bemühungen auf TMW sehr, allein das Thema AgrarFutures scheint nicht sehr beliebt. Dies trifft aber auf viele Foren zu. Mit Dank an peterg SPOMI

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@ SPOMI [#12]

Ich glaube, das kann man so nicht pauschal sagen.
Hedger im Agrarsektor sind ja bekanntlich netto in der Regel short, d. h. es überwiegen regelmäßig solche Hedger welche die Ware tatsächlich auch produzieren bzw. in Besitz haben und (ver)-ab-sichern wollen (z. B. auch Lagerfirmen). Daraus ergibt sich netto, dass diese einen anderen Handelsstil haben. Dieser Handelsstil bringt aber natürlich Profit bei Trendwenden, wenn man ihn durchhalten kann und genau weiß, dass demnächst der Trend wechselt -! Ich gebe Dir aber Recht, ich bin auch der Meinung, dass viele große Commercials heute weit über ihre Absicherungsgeschäfte hinaus spekulativ tätig sind (und das ohne Positionslimite).
Demgegenüber sind ja die Spekulanten Trendfolger. (Sie müssen mit ihren teils riesigen Positionen im Trendwechsel viel der Gewinne wieder abgeben.)
Ich sehe den COT-Bericht schon als zusätzliche Information hinsichtlich der Einschätzung und des Verhaltens dieser erfahrenen Teilnehmer.
Natürlich sind es aber keine kurzfristigen Informationen.

Eine Carry-Charge-Analyse macht wohl nur innerhalb eines Erntejahres Sinn.
Bullspreading bei ca. 80% Full Carry würde analog zu dem oben gesagten ja auf einen Trendwechsel spekulieren, wäre dann ja eigentlich eher ein "Commercial-Handelsansatz".
Demgegenüber müsste ein Bearspread beim Ausbilden eines Contangos als "Trendfolge-Handelsansatz" betrachtet werden können.

Für historische Spreads habe ich nur das Chartbuch zur Verfügung.
D. h. eine historische Betrachtung etwa des SX-SN-Spreads ist damit etwas mühsam. Hier habe ich mir jetzt nicht die Mühe gemacht systematisch alle früheren Contango-Situationen nachzusehen und zu vergleichen.
Ich habe aber zumindest den ganz subjektiven Eindruck, dass das Momentum des Kursverlaufes beim Nulldurchgang (=Übergang in Contango) höher ist als bei der Spekulation auf eine Trendumkehr.

Vielleicht SX2005-SN2006 als Beispiel.
Aber hier kann ich natürlich auch falsch liegen.

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@ peterg [#13]

Technischer Hinweis: Sie können bei Charts, besonders für Spreads, den letzten gewünschten Tag für die Charts eingeben. Oben zum Beispiel der 11.11.2005. Dann entfällt die irreführende Darstellung nach dem 11.11.2005.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

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@ Richard Ebert [#14]

Wusste ich schon, war nur zu faul.

Danke aber für den Hinweis.

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Last seen: 1 week 4 days ago
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Hedgefonds und Indexfonds gehen seit Ende März im kleinen Hafermarkt long

rot: Managed Money-Fonds
grün: SWAP-Dealer
orange: Nonreportables

Kursverlauf (wöchentlich, Dienstags-Schlusskurs)
rot: 2008
blau: 10-Jahresdurchschnitt
schwarz: 2011
Horizontale: Mittelwert+2xStandardabweichung

Saisonalität:
rot: 2008
blau: 10-Jahresdurchschnitt

Kursverlauf Spread: 2x Hafer/September long - 1x Mais/September short
2*OU11-1*CU

Ein Longengagement in Hafer ist m. E. aufgrund makroökonomischer Aspekte viel zu riskant.
Aber ein Spreadengagement, ist überlegenswert, auch wenn dies saisonal jetzt nicht unterstützt wird.

Meinungen dazu ?

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Last seen: 4 years 10 months ago
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@ peterg [#16]

Ein Longengagement in Hafer ist m. E. aufgrund makroökonomischer Aspekte viel zu riskant.

Erklären Sie mir bitte, was (diese) makroökonomischen Aspekte bei Hafer sind ?

Welcher Spread käme für Sie infrage ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

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@ Richard Ebert [#17]

Sind nur meine subjektiven Gedanken in dieser Woche, ob´s dazu kommt weiß ich auch nicht:

Rohstoffe und Aktien korrelieren ja (leider) heute sehr eng miteinander.
Wenn sich nun Hedgefonds oder Indexfonds in so einem kleinen Markt wie Hafer vermehrt tummeln, dann sind kurzfristige Kursschwankungen durch deren Aktivitäten möglich.

Ich habe gelesen, dass gegenwärtig viele der großen Hedgefonds ihre strategischen Long-Positionen zu einem großen Prozentsatz abgesichert haben. (Hab ich jetzt mit meinen Spanien- und Nikkei-ETF´s auch mal gemacht)
D. h. die fahren ihr Risiko momentan deutlich zurück in der Befürchtung einer Korrektur von 10%-20%.

Gestern hielten sich ja die US-Agrarmärkte trotz der Rückgänge in den Aktienmärkten sehr gut. Das könnte aber natürlich auch rasch umschlagen. Und davon wäre schnell auch Hafer betroffen, wenn die Hedgefonds mal reduzieren.

Mit Kalender-Spreads bei Hafer habe ich keine Erfahrung.
Hafer korreliert sehr eng mit Weizen u. a. wegen der gleichen Anbauregionen. Ein Hafer-Weizen-Spread ist unüblich.
Hafer wie Mais stehen derzeit auf historischen Hochs (deutlich über dem 10-Jahresdurchschnitt+2x Standardabweichung). Saisonal werden beide noch eineige Wochen unterstützt. Der Spread 2xHafer (long) - 1x Corn (short) aber noch nicht (zumindest nach meinen Daten der letzten 10 Jahre)!
Trotzdem könnte man sich diesen Spread (vielleicht neue Haferente -Septemberkontrakte) überlegen.
Fundamental würde man auf die Trockenheit in Texas und eine verspätete Aussaat im Norden der USA und Canada wetten.
Konkret würde ich versuchen einzusteigen, wenn sich ein Aufwärtstrend im Spreadchart etwas deutlicher abzeichnet.

Nachträglich noch zwei Grafiken dazu:

Das bedeutet, ab dem Zeitpunkt wenn ein Rohstoff von den Long only-Indexfonds entdeckt wird, ist von einer deutlich höheren Korrelation mit den anderen in Indices enthaltenen Rohstoffen auszugehen.

Die Grafiken stammen aus:
"The financialisation of commodities"
Ke Tang Wei Xiong
(im Internet leicht zu finden)

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@ peterg [#18]

Danke für Ihre ausführlichen Erläuterungen. Ich kann dazu inhaltlich nichts beitragen.

Beim Umzug habe ich ein älteres Büchlein entdeckt: Commodity Traders Almanach von Frank Taucher. Haben Sie Interesse (kostenfrei) ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

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Commercials verringern ihre Longpositionen bei Mais

Im April haben die SWAP-Dealer ihre Positionen einigermaßen konstant gehalten (grün).
Die MM-Fonds haben ihre Longpositionen wieder ausgebaut (rot-dicke Linie= MM-Long).
Das Gegengeschäft übernahmen nicht wie sonst häufig üblich die Short-Hedger der Commercials sondern es wurden Longpositionen der Commercials abgebaut (Gelb dünne Linie=Producer/Mer. Long. sowie gelbe Linie dick= Producer/Mer. Short)!
Seit dem 12.4. hat die Long-Commercialgruppe damit ihre Positionen von 445965 Kontrakten um insgesamt 18% reduziert.
Die Frage: Wie geht es weiter könnte man vielleicht auch so formulieren, welcher Gruppe traut man mehr, den Long Commercials oder den Spekulanten ? (Diese Frage stellt sich unabhängig ob man den Long-Commercials konkretes Interesse an der Ware unterstellt oder nicht. Siehe hierzu: Thema: Die Rolle der Spekulanten an den Rohstoffmärkten # 22 ff.)
Aufgrund der fundamentalen Situation sollten die Kurse insbesondere der Frontkontrakte (Juli) der alte Ernte in den nächsten Wochen gut abgesichert sein. Die saisonal, schwachen Wochen bei Corn kommen erst noch.
Andererseits halte ich persönlich das weitere Aufwärtspotential bei Mais für beschränkt.
Bleibe bei meinen CZ-CN-Spreads, welche mittlerweile wieder aus der Verlustzone heraus sind.

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Last seen: 19 hours 28 min ago
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@ peterg [#20]

Bei allen Spreads, die Mais (alte Ernte) auf der Short-Seite beinhalten, wäre ich dieses Jahr sehr vorsichtig. Dieses Jahr erinnert mich sehr an das Jahr 1996, als die Vorräte zur Neige gingen und die Mais-Bull Spreads explodierten.

Wenn ich den 2O-C (2xOats = Hafer - Corn = Mais) kaufen würde, sollte es für Mais die neue Ernte sein (Dezember-Kontrakt oder später). Falls der Ölpreis weiter steigt und sich somit die Margen der Äthanol-Hersteller verbesern, kann der Mais (alte Ernte) noch viel weiter steigen.

MRCI stellt nur den O-C dar - leider gibt es den von Dir (und mir) favorisierten Spread dort nicht.

Auch chart-technisch schaut der Dezember-Spread wesentlich interessanter aus. Aus der Verbindung der Tiefs von 2009 und 2010 ergibt sich ein Widerstand, der demnächst angelaufen wird. Dennoch sollte man meines Erachtens auf ein deutlichen Umkehrsignal warten - dann wird es aufgrund des großen Potentials sehr interessant.

Mit besten Grüßen, Myrrdin

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