22.
03.24
Getreidemärkte setzen zur Erholung an

Getreide News, 22.03.2024

Bullish
  • steigende internationale Nachfrage
  • anziehende Preise in Russland
  • geringere Ernteschätzung kommende Ernte
Bearish
  • Aussaatfortschritt Brasilien
  • Exportkonkurrenz Russland
  • Lieferfähigkeit Ukraine
  • abwartendes Einkaufsverhalten Mischfutterindustrie
Kassamärkte im Blick  Euro/Tonne
Brotweizen 22. Feb. 29. Mrz. 7. Mrz. 14. Mrz. 22. Mrz.  +/-
Hamburg 206,00 205,00 200,00 204,00 207,00 3,00
Niederrhein 203,00 202,00 197,00 201,00 204,00 3,00
Oberrhein 196,00 195,00 190,00 194,00 198,00 4,00
Ostdeutschland 190,00 189,00 184,00 188,00 191,00 3,00
Futterweizen            
Hamburg 204,00 203,00 198,00 202,00 205,00 3,00
Oldenburg 194,00 193,00 188,00 192,00 195,00 3,00
Futtergerste            
Hamburg 174,00 173,00 168,00 170,00 173,00 3,00
Ostdeutschland 149,00 148,00 143,00 145,00 148,00 3,00
Körnermais             
Südoldenburg 185,00 185,00 180,00 184,00 187,00 3,00

An der Euronext/Matif zeigte sich im Wochenverlauf ein steigendes Preisniveau. Die zwischenzeitlich leicht überschrittene Marke von 200 Euro/t im Frontmonat Mai konnten die Kurse jedoch nicht halten. Gestern Abend schloss der Frontmonat bei 199,75 Euro/t und damit um 4,75 Euro fester als noch am Freitag der Vorwoche. Auch für Mais ging es im Wochenverlauf spürbar nach oben. Der Referenzkontrakt schloss gestern mit 189,25 Euro/t um 7,50 Euro je Tonne nordwärts. Ähnlich zeigte sich die Entwicklung an der CBoT, wobei hier die Maiskontrakte weniger deutlich zulegten und insbesondere zur Wochenmitte in eine Seitwärtsbewegung verblieben. An den hiesigen Kassamärkten zeigen sich ebenfalls leicht festere Tendenzen für Getreide insgesamt.

Die Nachrichtenlage ist dabei von mehreren Faktoren angetrieben. Zwar bleibt die Exportkonkurrenz vom Schwarzen Meer, jedoch sind die Exportpreise in Russland zuletzt wieder etwas höher geworden. Zudem konnten sich bei der jüngsten Ausschreibung aus Ägypten Anbieter aus Rumnänien und Bulgarien durchsetzen. In Europa speziell prägte zudem die jüngste Schätzung des Branchenverbandes Coceral die Marktentwicklung. So rechnet der Verband zwar mit einer höheren Getreideernte in der EU, jedoch dürfte beim Weizen weniger eingefahren werden. Diese wird auf 123 Mio. Tonnen geschätzt (Vorjahr 126 Mio. Tonnen). Das sind nochmal 2,5 Mio. Tonnen weniger, als Coceral im Dezember erwartet hatte. Begründet wird die Korrektur zum einen mit den Witterungseinflüssen aber auch mit einer deutlich geringeren Anbaufläche. Mit Ausnahme von Rumänien fällt diese in vielen wichtigen Anbauländern wie Polen, Frankreich aber auch Deutschland geringer aus. Die Gerstenfläche dürfte gegenüber dem Vorjahr steigen und so rechnet Coceral auch mit einer höheren Erntemenge von nun 53 Mio. Tonnen (Vorjahr 49 Mio. Tonnen). Die Maisaussaat dürfte ebenfalls steigen von im Vorjahr 8,5 Mio. Hektar auf 8,7 Mio. Hektar, bei durchschnittlich erwarteten Hektarerträgen von 7,7 t/ha würde das eine Erntemenge von 64,5 Mio. Tonnen bedeuten und gleichzeitig das Vorjahresergebnis um 2 Mio. Tonnen übertreffen.

Die US-Maisexporte zeigten sich genauso wie die Weizenexporte wieder etwas freundlicher. Insbesondere beim Weizen ist die Nachfrage aber weiterhin unterdurchschnittlich. Die Ethanolproduktion hat zudem zulegt und die Vorräte sind angewachsen. In Brasilien ist die erste Maisernte fast vollständig eingefahren und die zweite Maisaussaat kommt zügig voran. Heftige Niederschläge in Argentinien und teilen Brasiliens sorgen aber für Unsicherheit hinsichtlich der Qualitäten. Überschwemmungen sind regional möglich.

Getreidemärkte setzen zur Erholung an

Getreide-Aktualisieren,

Update Getreide vom Dienstag, 26.03.2024

Am vergangenen Freitag konnte der Frontmonat beim Weizen die 200-Euro-Marke wieder überschreiten. Vielfältige Gründe hatten das Getreide zum Wochenende deutlich nach oben getrieben. Mit dem gestrigen Handelstag und auch am heutigen Mittwoch korrigieren die Weizenpreise jedoch wieder. Auch Mais gab gestern und heute an der Börse in Paris nach.

Unterstützung für steigende Preise gab es in erster Linie von schlechteren Ertragserwartungen in Frankreich. Die Agrarbehörde FranceAgriMer reduzierte die Zustandsbewertung der Winterkulturen auf 66 Prozent. Vor einem Jahr waren noch 94 Prozent der Bestände in einem guten oder sehr guten Zustand. Begründet wurde der schlechte Zustand mit dem regenreichen Wetter der letzten Wochen und Monate. Der Prognosedienst MARS hat zu Beginn dieser Woche die Hektarerwartungen für die kommende Weichweizenernte auf 5,91 Tonnen/Hektar geschätzt und damit etwas höher als sie im Jahr 2023 waren. Jedoch weißt MARS darauf hin, dass insbesondere in Nord- und Osteuropa einige Flächen umgebrochen werden müssen aufgrund von extremen Niederschlägen und stattdessen mit Sommerungen bepflanzt werden könnten. Für das Verienigte Königsreich erwartet der dortige Bauernverband ebenfalls einen drastischen Rückgang der Anbauflächen. Mit geschätzten 1,46 Mio. Hektar dürfte die Weizenanbaufläche um 15 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Der europäische Dachverband Cocereal hatte für Großbritannien bereits ebenfalls die Erwartungen nach unten geschraubt und die Weichweizenernte auf 11 Mio. Tonnen geschätzt, nach 14 Mio. Tonnen im Vorjahr. Auch Gerste und Raps werden auf der Insel weniger angebaut. Auch hier zeigt sich der regnerische Herbst und Winter für den Flächenrückgang verantwortlich. Zusätzlicher Rückenwind kommt von der Ukraine. Durch den Terroranschlag in Moskau haben die Spannungen zugenommen. Russland griff zuletzt verstärkt die ukrainische Energieinfrastruktur an. An der CBoT enttäuschten die wöchentlichen Exportverladungen auch in dieser Woche und drückten die Kontrakte nach anfänglichen Gewinnen gestern nach unten. Auch gute Wetteraussichten in den Anbaugebieten belasteten die Kurse.

An den Kassamärkten bleibt es wegen der Feiertage derzeit ruhig. Weiterhin sind Kontrakt der neuen Ernte kaum ein Thema. In Norddeutschland rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass ähnlich wie in anderen Ländern einige Flächen umgebrochen werden und mit Frühlings- und Sommerkulturen bestückt werden.

Beim Mais wiederum kommen die US-Farmer in den ersten Gebieten nicht so zügig mit der Auspflanzung voran. Insbesondere im Mittleren Westen behindert Trockenheit die Feldarbeiten. Die Mais-Exporte zeigte sich in der vergangenen Woche etwas schwächer, mit 1,22 Mio. verladenen Tonnen lagen die Mengen aber deutlich über denen der Vorjahresvergleichswoche. Die Getreidebörse in Buenos Aires reduzierte ihre Maisprognose leicht nach unten. Für den am Donnerstag erwarteten Bericht des USDA zu den Anbauzahlen 2024 gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Farmer mehr Mais auspflanzen werden als bisher angenommen wurde. Dennoch dürfte die Anbaufläche mit 91,8 Mio. Acre unter der des Vorjahres liegen.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die Getreidemärkte haben wieder eine steigende Tendenz angenommen. Dass die 200-Euro-Marke beim Weizen bzw. die 550 US-Cents/bu Marke beim CBoT-Weizen aber hartnäckige Hürden sind zeigt die abgeschlossene Woche. 

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